Al­le Au­gen auf Di­ens­tag ge­rich­tet

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - HF

«Bör­sen­schreck» Trump sorgt für Un­ru­he. Job­da­ten und Zins(null)ent­scheid für ein­mal Ne­ben­sa­che.

Kon­zern­ge­winn hat­te sich im jüngs­ten Quar­tal dank ei­nes boo­men­de Ge­schäfts mit Wer­bung auf Smart­pho­nes fast ver­drei­facht. Nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben wird sich das Wachs­tum aber ver­lang­sa­men – Grund ge­nug für In­ves­to­ren, auch mal ans Ver­kau­fen zu den­ken.

Dass all­ge­mein der Han­del in Wal­ls­treet ner­vö­ser ge­wor­den ist, spie­gelt sich im Vo­la­ti­li­täts­in­dex

ei­nem Mass­stab für die er­war­te­ten Kurs­schwan­kun­gen. Nach ei­nem ru­hi­gem Sommer mach­te der auch «Angst­ba­ro­me­ter» ge­nann­te In­dex vor elf Ta­gen kehrt und notiert mit knapp 22 (Mit­te Ok­to­ber wa­ren es 13) so hoch wie letzt­mals im Ju­ni.

Den Grund für die ge­stie­ge­ne Un­si­cher­heit kön­nen sich auch nicht fi­nanz­af­fi­ne Per­so­nen vor­stel­len. Von den ei­nen als Heils­brin­ger, von an­de­ren als Dä­mon be­zeich­net, ist ein Sieg von Do­nald Trump in den Prä­si­dent­schafts­wah­len vom nächs­ten Di­ens­tag laut neu­es­ten Um­fra­gen nicht ganz aus­zu­schlies­sen. Ei­ne Prä­si­dent­schaft des lau­ni­gen und un­kon­ven­tio­nel­len Kan­di­da­ten bräch­te Wal­ls­treet mehr als in Ver­le­gen­heit.

So war zweit­ran­gig, dass die No­ten­bank Fed an ih­rer Sit­zung vom Mitt­woch die Leit­zin­sen un­ver­än­dert liess und sich der Ar­beits­markt, wie am Frei­tag be­kannt wur­de, wei­ter ent­spannt. Die neu­en Stel­len im Ok­to­ber un­ter­schrit­ten zwar mit 161 000 die Pro­gno­sen von durch­schnitt­lich 173 000 leicht. Da­für wur­de die Sep­tem­ber-Zahl von 156 000 auf 191 000 nach oben kor­ri­giert. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te fiel von 5,0 auf 4,9%, und der Lohn­an­stieg setz­te sich fort.

Knapp 80% be­trägt die Wahr­schein­lich­keit, dass das Fed Mit­te De­zem­ber den Leit­zins hin­auf­set­zen wird. Die­sen Schluss le­gen die Zin­sfu­tures na­he. Mit an­de­ren Wor­ten: Der Markt scheint sich mit der zwei­ten Zins­ver­teue­rung seit der Fi­nanz­kri­se von 2008 be­reits ab­ge­fun­den zu ha­ben. In­ter- es­sant ist der Kommentar des um­trie­bi­gen Markt­be­ob­ach­ters Marc Fa­ber. Er wür­de Trump als Prä­si­den­ten be­grüs­sen («ein mu­ti­ger Typ und nicht dumm»), sag­te er auf Cash.ch. Um ih­re Macht zu de­mons­trie­ren, wür­de Fed-Che­fin Yel­len bei ei­nem Trump-Sieg die Zin­sen erst recht er­hö­hen, wäh­rend Cl­in­ton als Sie­ge­rin «nicht gleich mit ei­nem Zins­schritt be­grüsst wür­de».

Schwa­che Öl­prei­se be­las­te­ten den Öl­sek­tor, Fracking in den USA wird be­reits wie­der in­fra­ge ge­stellt. Die lan­ge ver­schmäh­ten Phar­ma­wer­te wa­ren hin­ge­gen am Frei­tag ge­fragt. Gut mög­lich, dass nach der Wahl ei­ne Er­ho­lung ein­setzt, falls die Re­pu­bli­ka­ner ih­re Mehr­heit im Re­prä­sen­tan­ten­haus be­haup­ten kön­nen und so Cl­in­tons en­er­gi­scher Kampf ge­gen ho­he Me­di­ka­men­ten­prei­se auf Wi­der­stand stösst.

Un­ter die Ge­win­ner reih­te sich nach dem bes­ten Quar­tal der Fir­men­ge­schich­te Star­bucks (53.09 $, +2,5%). Die Di­vi­den­de steigt um ein Vier­tel. Uni­ted Sta­tes Steel (19.31 $, +1,5%) pro­fi­tier­ten trotz schlech­ter Zah­len von po­si­ti­ven Ana­lys­ten­stim­men. Knapp 16% tauch­ten nach schwa­chem Quar­tals­zah­len die Ti­tel des Ac­tion­ka­me­ra-Pro­du­zen­ten GoPro.

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