Zwei One-Trick-Po­nies im frei­en Fall

Finanz und Wirtschaft - - GIE -

One-Trick-Po­nies – ein Be­griff, der al­les aus­sagt über Ac­tion-Ka­me­ra-Her­stel­ler GoPro und Fit­ness-Arm­band-Spe­zia­list Fit­bit. Ein Be­griff, der bei­den Un­ter­neh­men nun zum Ver­häng­nis wird: Weil sie mit neu­en Pro­duk­ten nicht an den Er­folg der be­währ­ten Mo­del­le an­schlies­sen kön­nen, no­tie­ren die Ak­ti­en der bei­den Un­ter­neh­men auf his­to­ri­schen Tiefs. Ver­gan­ge­ne Wo­che, nach­dem die Ma­na­ger von GoPro und Fit­bit Zah­len für das ab­ge­lau­fe­ne Quar­tal und den Aus­blick auf das lau­fen­de vor­ge­legt hat­ten, ver­lo­ren bei­de Ti­tel in­ner­halb we­ni­ger Mi­nu­ten je ein Fünf­tel ih­res Bör­sen­werts. Ak­tu­ell hat GoPro in den ver­gan­ge­nen fünf Ta­gen 17% an Wert ver­lo­ren, Fit­bit so­gar 36. Ein En­de der Ma­lai­se ist noch nicht ab­seh­bar.

Seit Ju­ni ver­gan­ge­nen Jah­re no­tiert Fit­bit an der Bör­se. Die Be­geis­te­rung war rie­sig: Zu Han­dels­be­ginn schoss das Pa­pier 50% nach oben. Bis zum IPO (Initi­al Pu­b­lic Of­fe­ring) ver­kauf­te das 2007 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men 20 Mio. Fit­ness­arm­bän­der, die den Schlaf und die Zahl der Schrit­te über­wa­chen. In­ves­to­ren wa­ren be­geis­tert von den Pro­duk­ten – zu­dem ar­bei­te­te das jun­ge Un­ter­neh­men schon mit Ge­winn. Ähn­lich GoPro: Die­ses Po­ny öff­ne­te sich ein Jahr zu­vor, im Ju­ni 2014, für das Pu­bli­kum. Mehr als 50% Plus kurz nach dem Han­dels­start, bin­nen we­ni­ger Ta­ge ver­dop­pel­te sich der Kurs. Fast je­der zwei­te Cam­cor­der in den Staa­ten kam von GoPro. Was konn­te da schon pas­sie­ren?

Gründ­lich schief ge­gan­gen ist un­ter an­de­rem die Pro­dukt­pfle­ge. Bei­de Ge­sell­schaf­ten muss­ten nun ih­ren Aus­blick für das lau­fen­de Quar­tal stut­zen, für das wich­ti­ge Weih­nachts­ge­schäft. Fit­bit-CEO Ja­mes Park macht für das De­ba­kel Pro­duk­ti­ons­pro­ble­me so­wie ei­ne schwa­che Nach­fra­ge in Asi­en ver­ant­wort­lich. Dort sind Klo­ne der Fit­nessTra­cker zu ha­ben, für ei­nen Bruch­teil der Fit­bit-Prei­se. Die neu­en Pro­duk­te, Flex 2 und Char­ge 2, gibt es aus­ser­dem seit Som­mer. Weih­nach­ten sind sie «alt».

Bei GoPro schie­ben die Ver­ant­wort­li­chen die Schuld eben­so auf Pro­duk­ti­ons­pro­ble­me. Die Ka­me­ra He­ro5 und die Ka­me­r­ad­roh­ne Kar­ma kom­men nicht wie ge­wünscht zu den Kun­den. Mit Ama­zon strei­tet sich GoPro über Prei­se. Der­zeit sind die Pro­duk­te der Ge­sell­schaft über ih­ren wich­tigs­ten Ver­triebs­ka­nal nicht zu ha­ben. Für An­le­ger gibt es – oh­ne Aus­sicht auf Bes­se­rung – kei­nen Grund, die Schwä­che aus­zu­nut­zen.

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