Das Wich­tigs­te

Finanz und Wirtschaft - - GIE -

sier­te Fonds Va­rio der Bank Va­li­ant hängt mei­len­weit der Kon­kur­renz hin­ter­her. Spa­rer muss­ten sich mit knapp 9% Ren­di­te be­gnü­gen, an­de­re ver­gleich­ba­re Pro­duk­te er­ziel­ten vier­mal mehr Ren­di­te. Im­mer­hin ist der Va­rio-Fonds nur qua­li­fi­zier­ten In­ves­to­ren zu­gäng­lich.

Die Aus­wer­tung gibt nicht nur Aus­kunft über die Qua­li­tät und Ro­bust­heit der Pro­duk­te. Sie zeigt auch, dass über ei­nen län­ge­ren Zeit­ho­ri­zont der Ak­ti­en­an­teil die haupt­säch­li­che Rol­le spielt und künf­tig noch wich­ti­ger wer­den dürf­te. Ob­li­ga­tio­nen ha­ben hin­ge­gen ih­re bis­lang wich­tigs­te Funk­ti­on, die des sta­bi­len An­kers im Portfolio, weit­ge­hend ein­ge­büsst. Zu­dem dro­hen bei ei­ner Zins­wen­de emp­find­li­che Kurs­ver­lus­te bei fest­ver­zins­li­chen Ti­teln.

Im­mer mehr Vor­sor­ge­ex­per­ten emp­feh­len da­her beim Al­ters­spa­ren ei­nen mög­lichst ho­hen Ak­ti­en­an­teil – selbst dann, wenn die Pen­sio­nie­rung nur noch we­ni­ge Jah­re auf sich war­ten lässt. Al­ler­dings zeigt sich auch hier, wie trä­ge der Vor­sor­ge­markt ist. Erst we­ni­ge An­bie­ter ha­ben jüngst Vor­sor­ge­pro­duk­te mit Ak­ti­en­an­teil zwi­schen 50 und 75% lan­ciert. Da­zu ge­hö­ren Raiff­ei­sen, UBS und Post­Fi­nan­ce. Die Mo­bi­li­ar wie­der­um bie­tet ein Pro­dukt an, das 90% des Ver­mö­gens Gros­se An­bie­ter wie Swis­scan­to, UBS und Cre­dit Suis­se schnei­den im Ren­di­te­ver­gleich am bes­ten ab. Die Fonds­kos­ten ge­hen stets zu Las­ten der Per­for­mance. Aber nicht je­der güns­ti­ge Fonds ist ein gu­ter Fonds. Rei­ne Ob­li­ga­tio­nen­fonds fal­len ge­gen­über Misch­fonds im­mer deut­li­cher ab. in Sach­wer­te wie Ak­ti­en, Im­mo­bi­li­en und Gold in­ves­tiert. Die­se Pro­duk­te wur­den im Test nicht be­rück­sich­tigt, weil es sie noch nicht min­des­tens fünf Jah­re gibt.

Kos­ten sa­gen we­nig aus

Wei­ter­hin gros­se Un­ter­schie­de sind bei den aus­ge­wie­se­nen Kos­ten aus­zu­ma­chen (vgl. Kenn­zahl Ter). Der im Ver­gleich teu­ers­te Fonds ist das UBS-Pro­dukt Vi­tain­vest 50 World, das die Hälf­te der An­la­gen welt­weit in Ak­ti­en in­ves­tiert, mit ei­ner Ge­bühr von 1,54%. Ähn­lich teu­er ist auch der Mix­ta-BVG-Ma­xiFonds der Cre­dit Suis­se. Auf der an­de­ren Sei­te des Spek­trums liegt der Pen­si­on-45Fonds der Post­Fi­nan­ce mit ei­nem weit­ge­hend iden­ti­schen Ak­ti­en­an­teil, er kos­tet aber mit 0,88% deut­lich we­ni­ger.

Wie ent­schei­dend be­reits we­ni­ge Pro­zent­punk­te Un­ter­schied bei der Ren­di­te im Lau­fe der Jah­re sind, zeigt ein ein­fa­ches Zah­len­bei­spiel: Wer je­des Jahr den Ma­xi­mal­bei­trag von ak­tu­ell 6768 Fr. in die Säu­le 3a ein­zahlt, dem bringt 1% mehr Per­for­mance pro Jahr nach vier­zig Jah­ren rund 100 000 Fr. mehr Al­ter­s­ka­pi­tal – ei­ne er­heb­li­che Dif­fe­renz.

Al­ler­dings: Nicht je­der güns­ti­ge Fonds ist zwangs­läu­fig bes­ser als die teu­re­re Kon­kur­renz. Die Iro­nie des Schick­sals zeigt sich bei Swis­scan­to. Aus­ge­rech­net der dop­pelt so teu­re und ak­tiv ge­führ­te Portfolio-45-Fonds lässt die pas­siv ge­ma­nag­te ETF-Lö­sung aus dem ei­ge­nen Haus knapp hin­ter sich. Das soll die Spa­rer je­doch nicht da­von ab­hal­ten, stets die Kos­ten im Blick zu be­hal­ten (vgl. Text: «Es gibt Al­ter­na­ti­ven»).

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