Die Bi­lanz birgt viel Knet­mas­se zur Gestal­tung der Zu­kunft

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE -

Die Ak­ti­en von Conz­ze­ta sind An­fang 2014 stark ge­stie­gen, seit­her lau­fen sie per sal­do seit­wärts, mit ei­ner nur ge­rin­gen Schwan­kungs­band­brei­te.

Aus­lö­ser für den Kurs­schub 2014 wa­ren Ve­rän­de­run­gen in der Stra­te­gie, im Ak­tio­na­ri­at und im Ver­wal­tungs­rat. Bis da­hin war Conz­ze­ta ei­ne Fa­mi­li­en­hol­ding ge­we­sen, ein Ver­bund von un­ter­schied­lichs­ten Un­ter­neh­men, von Im­mo­bi­li­en, über Sport­ar­ti­kel bis Ma­schi­nen­bau. Der Ver­bund glich eher ei­nem Ver­mö­gens- oder Be­tei­li­gungsporte­feuille als ei­nem rich­ti­gen Un­ter­neh­men. Er war denn auch teils ent­stan­den aus der Wie­der­an­la­ge von Mit­teln, die aus dem Ver­kauf des an­ge­stamm­ten Ge­schäfts, Zie­gel und Bau­ma­te­ri­al, ge­löst wor­den wa­ren. Das Dop­pel-Z im Na­men ist ei­ne Re­mi­nis­zenz an die Zeit, als Conz­ze­ta un­ter dem Na­men Zürcher Zie­ge­lei­en (ZZ) fir­mier­te. Je­ner Wan­del wur­de von Ja­cob Schmid­hei­ny, ei­nem Mit­glied der Ei­gen­tü­mer­fa­mi­li­en, be­wäl­tigt. Er ver­such­te, die Mit­tel aus­ge­wo­gen und di­ver­si­fi­ziert an­zu­le­gen. Das ge­lang recht gut, doch be­trug der Um­satz schon vor zwan­zig Jah­ren ge­gen 900 Mio. Fr., heu­te sind es gut 20% mehr. Zu­dem wur­den lan­ge Zeit we­nig ren­ta­ble Ge­schäfts­be­rei­che mit­ge­schleppt.

An­stoss für ei­ne Ve­rän­de­rung ga­ben ein­zel­ne Ak­tio­nä­re der Fa­mi­li­en­hol­ding Te­gu­la, in der über 70% von Conz­ze­ta ge­parkt wa­ren. Te­gu­la wur­de auf­ge­löst, die Conz­ze­ta-Pa­pie­re di­rekt den Fa­mi­li­en über­tra­gen, die fort­an frei dar­über ver­fü­gen konn­ten. Gleich­zei­tig gab Schmid­hei­ny das VR-Prä­si­di­um ab, und es konn­ten ab 2014 er- folg­rei­che und ge­stan­de­ne Ma­na­ger aus der Schwei­zer Wirt­schaft als Ver­wal­tungs­rä­te ge­won­nen wer­den, et­wa Ro­land Abt, Fi­nanz­chef von Ge­org Fi­scher, oder Urs Rie­de­ner, CEO von Em­mi. Als neu­er Prä­si­dent stiess Ernst Bärts­chi, ehe­mals CEO von Si­ka, da­zu.

Bärts­chi in­iti­ier­te den Wan­del, ging ihn aber be­hut­sam an. Zu den ers­ten Mass­nah­men ge­hör­te, das Im­mo­bi­li­en­ge­schäft ab­zu­spal­ten und ei­ne der hart­nä­ckigs­ten Ver­lust­quel­len, das Au­to­ma­ti­ons­ge­schäft Xma­ti­on, zu ver­äus­sern. Nun be­steht das Portfolio von Conz­ze­ta noch aus fünf Ge­schäf­ten und ist – vom Ma­schi­nen­bau, über che­mi­sche Spe­zia­li­tä­ten bis zum Sport­ar­tik­ler Mam­mut – wei­ter­hin sehr di­vers. Dar­an will das Un­ter­neh­men auch nichts än­dern. Doch neu wird ein Wachs­tums­ziel vor­ge­ge­ben, näm­lich min­des­tens 5% p. a. Zu­dem wird ei­ne Be­triebs­mar­ge von 8 bis 10% an­ge­strebt. Auf be­rei­nig­ter Ba­sis wa­ren es letz­tes Jahr 6,7% und 4,8% im ers­ten Halb­jahr 2016. Es gibt al­so noch zu tun.

Knet­mas­se für die Gestal­tung der Zu­kunft hat das Un­ter­neh­men ge­nug. Die Net­to­li­qui­di­tät be­trägt rund 500 Mio. Fr. Wird sie vom Bör­sen­wert von 1,4 Mrd. Fr. ab­ge­zo­gen, spie­gelt der ver­blei­ben­de Wert ein KGV 2017 von bloss noch et­wa 14. Das ist nicht teu­er. Die Ak­ti­en wer­den stei­gen, wenn die Trans­for­ma­ti­on, wie Micha­el Wil­lo­me sie im In­ter­view skiz­ziert, vor­an­schrei­tet. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Conz­ze­ta im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/CON

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