Ener­gie­stra­te­gie

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MAX MATT,

Mit dem Aus­stieg aus der Atom­kraft in den nächs­ten Jahr­zehn­ten muss die Schweiz fast 40% Strom an­der­wei­tig be­schaf­fen. Es gibt zwei Mög­lich­kei­ten, die Schweiz in Zu­kunft mit Strom zu ver­sor­gen: Strom sel­ber pro­du­zie­ren, mit Was­ser, Gas, Son­ne und Wind, oder Strom zu ge­wis­sen Zei­ten in gros­sen Men­gen im­por­tie­ren. Gas­kraft­wer­ke kom­men aus um­welt­schutz­tech­ni­schen Grün­den kaum in Fra­ge. Auf Son­ne und Wind ist kein Ver­lass. Scheint kei­ne Son­ne, ist es fast wind­still, dann gibt es auch kei­ne Elek­tri­zi­tät. Dann müs­sen in der Schweiz die Was­ser­kraft­wer­ke mit Spei­cher­se­en ans Netz ge­schal­tet wer­den. Das funk­tio­niert aber nur, wenn die Spei­cher im­mer ver­füg­bar sind.

Wo­her soll aber der Strom für die Pum­pen mit mehr als 100 000 PS pro Was­ser­kraft­werk kom­men, et­wa von der über­schüs­si­gen En­er­gie der Son­nen- und Wind­kraft­wer­ke? Wohl kaum. Das ist die gros­se Fra­ge, wo­her soll der Strom kos­ten­güns­tig kom­men, der die Spei­cher­se­en füllt? Dar­aus wird er­sicht­lich, dass in Zu­kunft bei der sau­be­ren Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung oh­ne Atom­kraft­wer­ke die Hoch­druck-Was­ser­kraft­wer­ke mit Spei­cher­se­en das zu­ver­läs­sigs­te Glied zu ei­ner si­che­ren, kon­stan­ten Strom­ver­sor­gung sind. Die Hoch­druck-Was­ser­kraft­wer­ke müs­sen wirt­schaft­lich sein. Der mo­men­ta­ne Zu­stand, wo die Kraft­werks­be­trei­ber kein Geld ver­die­nen, aber an­de­rer­seits viel Geld kos­tet, ist von der Politik ge­macht. Da­her muss die Politik da­für sor­gen, dass die aus dem Gleich­ge­wicht ge­fal­le­nen Markt­be­din­gun­gen wie­der ins Lot ge­bracht wer­den.

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