Öl­preis büsst deut­lich ein

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - WAL­TER SCHNEI­DER

Die US-Prä­si­dent­schafts­wahl be­wegt auch die Roh­stoff­märk­te.

Die Stim­mung an den in­ter­na­tio­na­len Roh­stoff­märk­ten wur­de in der ers­ten No­vem­ber­wo­che von der an­hal­ten­den Schlamm­schlacht im USWahl­kampf ge­prägt. Zum Wo­chen­be­ginn kehr­te nach ei­nem lust­lo­sen Han­del die Ri­si­ko­be­reit­schaft der An­le­ger zu­rück. Aus­lö­ser wa­ren die leicht ver­bes­ser­ten Wahl­chan­cen für die de­mo­kra­ti­sche Kan­di­da­tin Hil­la­ry Cl­in­ton.

Am Öl­markt meh­ren sich die Zwei­fel an ei­ner er­folg­rei­chen Durch­set­zung der ge­plan­ten An­ge­bots­kür­zung des Öl­kar­tells Opec. So no­tier­ten die Prei­se für Roh­öl und Öl­pro­duk­te deut­lich schwä­cher und büss­ten im Wo­chen­ver­gleich 4 bis 5% ein. Nord­see­öl der Sor­te Brent durch­brach zwi­schen­zeit­lich die Un­ter­stüt­zungs­li­nie bei 46 $ pro Fass, sta­bi­li­sier­te sich da­nach aber wie­der über die­ser Mar­ke. Der Markt ist nach dem schnel­len Ab­sturz mar­kant über­ver­kauft, was bei ei­nem Cl­in­ton-Sieg zu ei­ner Ge­gen­be­we­gung füh­ren könn­te. Grund­sätz­lich bleibt aber die Opec-Sit­zung von En­de No­vem­ber im Fo­kus, und bis da­hin dürf­te sich der Brent-Preis wei­ter­hin zwi­schen 46 und 54 $ je Fass be­we­gen.

Auch eu­ro­päi­sches Heiz­öl und die an der Lon­do­ner ICE ge­han­del­ten Ga­soil-Fu­tures ha­ben zu- letzt ei­nen deut­li­chen Kurs­ein­bruch er­lit­ten. Mit Fu­tures-No­tie­run­gen von we­ni­ger als 425 $ pro Ton­ne be­fin­det sich Ga­soil wie­der am un­te­ren En­de der Preis­span­ne seit An­fang Sep­tem­ber. Mit dem der­zei­ti­gen Käl­te­ein­bruch in Eu­ro­pa dürf­te die stei­gen­de Nach­fra­ge den jüngs­ten Ab­wärts­trend brem­sen. In An­be­tracht der gu­ten Ver­sor­gungs­la­ge ist aber vor der Opec-Kon­fe­renz kaum mit ei­nem nach­hal­ti­gen Kurs­auf­schwung zu rech­nen.

Wäh­rend der Ener­gie­markt un­ter kräf­ti­gem Ab­ga­be­druck stand, leg­ten die Me­tall­no­tie­run­gen zu. Be­son­ders In­dus­trie­me­tal­le ver­zeich­ne­ten ein ve­ri­ta­bles Kurs­feu­er­werk. Die Prei­se stie­gen bis 7%. Wie an den Wert­schrif­ten­märk­ten wird auch am Markt für In­dus­trie­r­oh­stof­fe ei­ne Cl­in­ton-Prä­si­dent­schaft als kurs­freund­lich be­ur­teilt. Bei den Edel­me­tal­len über­zeug­te vor al­lem Pal­la­di­um, das sich im Wo­chen­ver­gleich um 5% ver­teu­er­te. Gold, das nach der An­kün­di­gung ei­ner er­neu­ten Cl­in­ton-E-Mail-Un­ter­su­chung durch das FBI zu­erst über 1300 $ je Fein­un­ze zu­le­gen konn­te, fiel zu­letzt wie­der auf das Aus­gangs­ni­veau um 1280 $ zu­rück. Sil­ber gab we­ni­ger mar­kant nach und no­tier­te am Di­ens­tag auf 18.20 $ je Un­ze.

Bei den Ge­nuss­mit­teln fal­len be­son­ders die mar­kan­ten Preis­be­we­gun­gen bei Ka­kao und Kaf­fee auf. Kaf­fee setzt den Auf­wärts­trend fort. Seit An­fang Ok­to­ber hat sich Kaf­fee um mehr als 20% ver­teu­ert, und New Yor­ker Ara­bi­caFu­tures ver­zeich­ne­ten zum Wo­chen­be­ginn mit 1.75 $ je Pfund den höchs­ten Stand seit fast zwei Jah­ren. Wit­te­rungs­be­ding­te Pro­duk­ti­ons­pro­ble­me in den wich­ti­gen Her­kunfts­län­dern Viet­nam und Bra­si­li­en ha­ben gros­se Hed­ge­funds ver­an­lasst, ih­re Long­po­si­tio­nen wei­ter aus­zu­bau­en. Ge­mäss jüngs­tem Com­mit­ment of Tra­ders Be­richt ha­ben die­se ein neu­es Re­kord­ni­veau er­reicht. An­ders ist die Si­tua­ti­on bei Ka­kao. Hier setz­ten nach ei­ner ein­mo­na­ti­gen Preis­kon­so­li­die­rung gros­se Li­qui­da­tio­nen ein und Ka­kao-Fu­tures ver­lo­ren in­ner­halb we­ni­ger Ta­ge ge­gen 10%. Mit ei­nem Preis um 2045 $ je Ton­ne ist Ka­kao der­zeit so bil­lig wie zu­letzt Mit­te 2013. Zwi­schen­zeit­lich war der Preis auf 2500 $ ge­stie­gen. Ge­spannt er­war­ten die Markt­teil­neh­mer den neu­en Com­mit­ment of Tra­ders Re­port, der Auf­schluss über das Aus­mass der Li­qui­da­tio­nen spe­ku­la­ti­ver Po­si­tio­nen ge­ben wird.

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