Trump-Wahl lässt Hy­po­the­kar­zin­sen stei­gen

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Die Zin­sen am Schwei­zer Hy­po­thekar­markt sind En­de Wo­che ge­stie­gen. Die un­er­war­te­te Wahl des Re­pu­bli­ka­ners Do­nald Trump zum US-Prä­si­den­ten stützt das Zins­ni­veau: Die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen An­lei­hen der Eid­ge­nos­sen­schaft stieg auf –0,15%, En­de Ok­to­ber lag sie noch auf –0,45% (vgl. Sei­te 22). Das wirkt sich auf die Fi­nan­zie­rungs­kos­ten von Wohn­ei­gen­tum in der Schweiz aus.

Am lan­gen En­de ha­ben die meis­ten in der Ta­bel­le auf­ge­führ­ten An­bie­ter die Sät­ze seit Ok­to­ber mar­kant an­ge­ho­ben. So ver­langt die Cre­dit Suis­se (CS) 26 Ba­sis­punk­te (100 Bp = 1 Pro­zent­punkt) mehr für ei­ne zehn­jäh­ri­ge Fes­t­hy­po­thek. Aber auch die Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB, +22 Bp), Ho­me­ga­te (18 Bp), Swiss­quo­te (+16 Bp) und Pos­tFi­nan­ce (15 Bp) ha­ben die Sät­ze der Lang­läu­fer deut­lich er­höht.

Auf­fal­lend ist, dass die oh­ne­hin hö­he­ren Zin­sen bei den gros­sen Banken deut­li­cher ge­stie­gen sind. Da­ge­gen ha­ben sich kom­pe­ti­ti­ve­re An­bie­ter wie die Glar­ner Kan­to­nal­bank (Hy­po­mat.ch, +9 Bp) und die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten Axa Win­ter­thur (+8 Bp) und Zu­rich In­suran­ce (+ 5 Bp) ten­den­zi­ell zu­rück­ge­hal­ten. Zu­dem las­sen ei­ni­ge An­bie­ter wie die Per­so­nal­vor­sor­ge des Kan­tons Zü­rich (BVK) und die Hy­po­thekar­bank Lenz­burg die Zin­sen bis­her un­an­ge­tas­tet.

Im Durch­schnitt müs­sen Wohn­ei­gen­tü­mer da­mit wie­der mehr als 1,4% für ei­nen zehn­jäh­ri­gen Im­mo­bi­li­en­kre­dit zah­len. Das ist zwar so viel wie seit dem Br­ex­it-Ent­scheid En­de Ju­ni nicht mehr, im his­to­ri­schen Ver­gleich aber im­mer noch we­nig. Kaum Ve­rän­de­run­gen gab es zu­dem bei den kurz- und den mit­tel­fris­ti­gen Hy­po­the­ken. Da ha­ben ein­zig Swiss Li­fe und CS die Zin­sen er­höht.

Für Ste­fan Heit­mann vom Hy­po­the­ken­ver­mitt­ler Mo­ney­Park han­delt es sich bei der jüngs­ten Be­we­gung am Hy­po­thekar­markt trotz des hö­he­ren Zins­ni­veaus nur um ein kurz­fris­ti­ges Phä­no­men: «Vom Be­ginn ei­ner Zins­wen­de zu spre­chen, wä­re ver­früht.» Die ak­tu­el­le Ent­wick­lung kön­ne auf die Stra­te­gie der Banken zu­rück­ge­führt wer­den. So hät­ten vie­le Fi­nanz­in­sti­tu­te ih­re Vo­lu­men­zie­le für die­ses Jahr er­reicht, dar­um ver­such­ten sie nun, ih­re Mar­gen zu stei­gern.

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