Stan the Man

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - FH

Was hat ein Schwei­zer Ten­nis­fan mit dem aus­tra­li­schen Me­di­en­haus Ni­ne En­ter­tain­ment ge­mein? Bei­de hof­fen auf ei­nen Er­folg von Stan. Doch wäh­rend sich Sta­nis­las «Stan» Wa­wrin­ka als gros­se Num­mer eta­bliert hat, steht der gleich­na­mi­ge On­li­ne-Fern­seh­ka­nal erst noch am Kar­rie­r­e­be­ginn.

Im­mer­hin kann der An­fang 2015 in «Down Un­der» lan­cier­te Strea­m­ing­dienst be­reits über 600 000 zah­len­de Abon­nen­ten vor­wei­sen. Da­mit hat sich Stan, an dem Ni­ne ei­nen An­teil von 50% be­sitzt, hin­ter Kon­kur­rent Net­flix auf dem zwei­ten Platz fest­ge­setzt. Er­hält das Ni­ne-Ma­nage­ment recht, dürf­te sich das mo­nat­li­che Nut­zer­wachs­tum von 40 000 wei­ter be­schleu­ni­gen.

Markt­an­tei­le schwin­den

Ni­ne En­ter­tain­ment (Syd­ney: NEC, 0.94 aus­tr. $ am Frei­tag, rund 615 Mio. Fr. Bör­sen­wert) kann ein Er­folgs­er­leb­nis drin­gend ge­brau­chen. Denn wie fast über­all auf der Welt be­fin­den sich auch in Aus­tra­li­en die tra­di­tio­nel­len Me­di­en un­ter Druck. Wer­be­gel­der flies­sen im­mer we­ni­ger ins Zei­tungs- und Fern­seh­ge­schäft, son­dern wer­den ver­mehrt ins In­ter­net um­ge­lei­tet. Glo­ba­le IT-Gi­gan­ten wie Face­book oder Goog­le dürf­ten ge­mäss Pro­gno­se von Mor­gan St­an­ley be­reits 2020 rund die Hälf­te der na­tio­na­len An­zei­gen­bud­gets von 16 Mrd. aus­tr. $ auf sich ver­ei­nen.

Der di­gi­ta­len Um­wäl­zung nicht ge­nug, ver­liert Ni­ne En­ter­tain­ment auch in der klas­si­schen TV-Bran­che an Bo­den. Mor­gan St­an­ley schätzt, dass sich der An­teil am Bin­nen­markt bis 2019 von 39 auf 35% ver­rin­gert.

Ent­spre­chend düs­ter prä­sen­tiert sich das Kurs­bild. Seit Jah­res­be­ginn hat sich die No­tie­rung der Ni­ne-Ak­ti­en prak­tisch hal­biert. In den Va­lo­ren des Me­di­en­hau­ses ist al­ler­dings ei­ne ge­hö­ri­ge Por­ti­on Pes­si­mis­mus ein­ge­preist. So be­wer­ten die Ana­lys­ten von Cre­dit Suis­se al­lein Stan ak­tu­ell mit 400 Mio. aus­tr. $ – was für Ni­ne En­ter­tain­ment ei­nem An­teil von 200 Mio. aus­tr. $ re­spek­ti­ve ei­nem Vier­tel des Bör­sen­werts ent­spricht.

At­trak­ti­ves Über­nah­me­ziel

Zwar geht Cre­dit Suis­se da­von aus, dass US-On­li­ne­gi­gant Ama­zon spä­tes­tens 2017 mit ei­nem ei­ge­nen Strea­m­ing­dienst in den aus­tra­li­schen Markt ein­dringt und den Wett­be­werb wei­ter ver­schärft. Ni­ne En­ter­tain­ment kön­ne aber gut mit dem Ri­si­ko le­ben – vor al­lem, weil sich Ni­ne für ei­ni­ge wich­ti­ge Ama­zon-In­hal­te mit­tel­fris­tig die ex­klu­si­ven Aus­strah­lungs­rech­te ge­si­chert hat.

Für das im Ju­ni en­den­de Fis­kal­jahr 2017 wei­sen die Ni­ne-Ak­ti­en ein Kur­sGe­winn-Ver­hält­nis von 8 auf. Das scheint an­ge­sichts des Wachs­tums­po­ten­zi­als von Stan mo­de­rat. Zu­dem dürf­te sich Ni­ne En­ter­tain­ment da­mit im­mer mehr zu ei­nem at­trak­ti­ven Ak­qui­si­ti­ons­ziel wan­deln. Zu den po­ten­zi­el­len In­ter­es­sen­ten ge­hö­ren et­wa Tele­com­kon­zer­ne, die Fern­seh­in­hal­te mit Fest­netz- und Mo­bil­funk­an­ge­bo­ten bün­deln möch­ten. Doch auch für in­ter­na­tio­na­le IT-Un­ter­neh­men wä­re Ni­ne im aus­tra­li­schen Markt durch­aus ein in­ter­es­san­ter Brü­cken­kopf.

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