All the Pre­si­dent’s Men

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - MR

Richard Ni­xon nahm’s mit der Wahr­heit nicht im­mer so ge­nau. Das kos­te­te ihn das Amt. In den frü­hen Sieb­zi­ger­jah­ren er­schüt­ter­te der Wa­ter­ga­te-Skan­dal die USA. Die bei­den Re­por­ter Bob Wood­ward und Carl Bern­stein von der «Wa­shing­ton Post» re­cher­chier­ten ab 1972 in die­ser Sa­che hart­nä­ckig, Chef­re­dak­tor Ben Brad­lee und Her­aus­ge­be­rin Kat­ha­ri­ne Gra­ham (rechts ih­re Un­ter­schrift) hiel­ten ih­nen den Rü­cken frei. «Wood­stein» wur­den zu Hel­den des in­ves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus. Ihr Buch über die Wa­ter­ga­te-Af­fä­re, «All the Pre­si­dent’s Men», wur­de 1976 ver­filmt, mit Ro­bert Red­ford als «Wood-» und Dus­tin Hoff­man als «-st­ein». Zwar zeigt der An­teil­schein der «WaPo» – seit 2013 ge­hö­ren al­le Ak­ti­en Ama­zon-Grün­der Jeff Be­zos – das Ka­pi­tol, doch im Blickfeld ist selbst­ver­ständ­lich eben­so sehr das Weis­se Haus. Das ist im post­fak­ti­schen Zeit­al­ter wich­ti­ger denn je. Post­fak­tisch heisst: Der Ef­fekt zählt, die Wahr­heit küm­mert kei­nen; Fik­tio­nen wir­ken, Fak­ten stö­ren. Nur lei­der le­sen auch in den USA we­ni­ger Men­schen denn je ei­ne an­spruchs­vol­le Zei­tung. Was über die Glot­ze flim­mert oder über die di­gi­ta­len Schmier­wän­de zwit­schert, hat sich zu ei­ner Rea­li­tät jen­seits der Tat­sa­chen eman­zi­piert. Hal­ten wir’s mit Ben Brad­lees le­gen­dä­rem Glau­ben, dass sich am En­de, ir­gend­wann, die Lü­ge je­doch im­mer rächt und die Wahr­heit ans Ta­ges­licht kommt: « You ne­ver mon­key with the truth.» Die Se­rie Non­val­eur er­scheint in lo­ser Fol­ge ( www.fuw.ch/ dos­sier/non­val­eur). Sie ba­siert auf der Samm­lung Wert­pa­pier­welt der SIX Group.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.