Was sind As­cots?

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - LU­KAS BUXTORF,

Die Ab­kür­zung As­cot steht für As­set Swap Con­ver­ti­ble Op­ti­on Tran­sac­tion. Was ist dar­un­ter zu ver­ste­hen, wel­che Vor­tei­le und Ri­si­ken sind da­mit ver­bun­den?

Ei­ne Wan­del­an­lei­he be­steht aus ei­ner nor­ma­len An­lei­he und ei­ner Op­ti­on. Ei­ne fei­ne Sa­che, so­fern man an bei­den in­ter­es­siert ist. Was aber, wenn je­mand nur an der Op­ti­on oder an der An­lei­he Ge­fal­len fin­det? Zer­le­gen lässt sich die Wan­del­an­lei­he als ei­gen­stän­di­ges Wert­pa­pier lei­der nicht.

Die Lö­sung kommt aus dem Swap-Ge­schäft: Ei­ne In­vest­ment­bank kauft die Wan­del­an­lei­he und ver­kauft ei­nem In­ves­tor das Recht, je­doch nicht die Pflicht, sie zum theo­re­ti­schen Wert (Bond Floor) zu er­wer­ben. Die­ses Tausch­ge­schäft wird als As­cot be­zeich­net.

Der In­ves­tor, der sich nur für die Op­ti­on in­ter­es­siert, be­zahlt der In­vest­ment­bank ei­ne As­cot-Prä­mie (et­wa 5%). Die­se ent­spricht dem theo­re­ti­schen Wert der Op­ti­on, al­so der Dif­fe­renz zwi­schen dem Preis der Wan­del­an­lei­he (z. B. 102%) und dem theo­re­ti­schen Wert der An­lei­he (z. B. 97%). Der In­ves­tor be­tei­ligt sich so­mit in­di­rekt an der po­si­ti­ven Wert­ent­wick­lung der Ak­tie, oh­ne die ge­sam­te Wan­del­an­lei­he kau­fen zu müs­sen.

Ein an­de­rer In­ves­tor, der sich nur für die An­lei­he in­ter­es­siert, meist ei­ne Ge­schäfts­bank, kauft in ei­ner zwei­ten Trans­ak­ti­on von der In­vest­ment­bank die Wan­del­an­lei­he zum No­mi­nal­wert (100%). Der In­ves­tor er­hält da­für ei­nen ri­si­ko­lo­sen Zins plus ei­ne fi­xe Kre­dit­ri­si­ko­prä­mie. Der An­spruch auf den Cou­pon des Wand­lers bleibt bei der In­vest­ment­bank. Zu­dem be­hält sie sich das Recht vor, die Wan­del­an­lei­he je­der­zeit zum No­mi­nal­wert zu­rück­zu­kau­fen. Die­se Be­din­gung ist zwin­gend, da die In­vest­ment­bank ih­rer­seits in der Pflicht steht, die Wan­del­an­lei­he lie­fern zu kön­nen.

Aus Sicht des As­cot-Käu­fers be­steht der Haupt­vor­teil in der ge­rin­ge­ren In­ves­ti­ti­ons­sum­me. Die­ser Trumpf sticht vor al­lem bei Ar­bi­tra­geu­ren. Der wich­tigs­te Nach­teil ent­steht durch das zu­sätz­li­che Ge­gen­par­tei­en­ri­si­ko und die ein­ge­schränk­te Han­del­bar­keit. As­cots sind in Ja­pan äus­serst be­liebt wo ren­dite­hung­ri­ge Re­gio­nal­ban­ken ger­ne als Kre­dit­käu­fer auf­tre­ten. Gut mög­lich, dass die­ses Ge­schäft an­ge­sichts des Nied­rig­zins­um­felds bald auch in Eu­ro­pa um sich greift.

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