Weis­ses Haus

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

An­no 1885 ver­liess Fried­rich Trump die­ses weis­se Haus. Es steht im pfäl­zi­schen Kall­stadt – und scheint’s zum Ver­kauf: Die Ei­gen­tü­mer sind es satt, von Pa­pa­raz­zi be­la­gert, von Droh­nen über­flo­gen zu wer­den. Der Wirt­schafts­flücht­ling Trump wur­de in Ame­ri­ka wohl­ha­bend, na­ment­lich in­dem er in Rot­licht­vier-

teln stil­le Käm­mer­chen ver­mie­te­te. Er hol­te sich in der al­ten Hei­mat ei­ne Braut und woll­te gar wie­der dort woh­nen, doch die Be­hör­den stuf­ten ihn als Wehr­dienst­ver­wei­ge­rer ein; so muss­te er in den USA blei­ben und wur­de end­gül­tig zu Fre­de­rick. Ein Ver­wand­ter, Jo­hann Hein­rich Heinz, war 1840 aus Kall­stadt emi­griert; sein Na­me ist heu­te syn­onym mit Ketch­up. Üb­ri­gens war 1710 ein Jo­hann Va­len­tin Press­ler aus der Pfalz über den gros­sen Teich ge­se­gelt; sein Nach­fah­re El­vis Pres­ley ist als «King of Rock ’n’ Roll» un­sterb­lich. Fre­de­rick Trumps Sohn Fred wur­de in New York mit Im­mo­bi­li­en reich. Er hei­ra­te­te die Im­mi­gran­tin Ma­ry An­ne MacLeod, die auf der schot­ti­schen In­sel Le­wis so we­nig Auf­stiegs­chan­cen sah wie einst Schwie­ger­pa­pa Fre­de­rick Trump in Kall­stadt. Ein Sohn von Fred und Ma­ry An­ne ist nun Pre­si­dent Elect und wird am 20. Ja­nu­ar 2017 ins Weis­se Haus ein­zie­hen. Wie er wohl mit Ein­wan­de­rern um­sprin­gen wird?

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