Hoch­dorf und Ac­te­li­on

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

An­fang Ok­to­ber war in ei­nem Re­se­ar­chBe­richt zu le­sen, dass die Ak­tie von Hoch­dorf teu­er ist. Ver­klau­su­liert soll­te das wohl be­deu­ten, dass der Ti­tel ver­kauft wer­den soll. Ich ha­be dar­auf­hin die Ak­tie mit markt­tech­ni­schen Mit­teln ana­ly­siert und kam zum Schluss, dass der Kurs stei­gen wür­de – teu­er hin oder her. Wie geht’s wei­ter?

Die in der ers­ten Sep­tem­ber­hälf­te ent­stan­de­ne Struk­tur (IV) ent­steht ty­pi­scher­wei­se vor Be­ginn des letz­ten Trend­drit­tels, wo­bei die Struk­tur we­gen ih­rer Grös­se si­cher nicht mit dem Pri­mär­trend, son­dern mit dem Mit­te Ju­ni ge­star­te­ten Teil­t­rend kor­re­spon­diert. Die zum Zeit­punkt des Re­se­arch-Be­richts be­reits be­gon­ne­ne Ab­wärts­be­we­gung (3/4) hat die­sen Teil­t­rend zwar ab­ge­schlos­sen. Aus Sicht des Pri­mär­trends war die Ab­wärts­be­we­gung aber lo­gi­scher­wei­se nur als Kor­rek­tur zu wer­ten. Sie war des­halb vor­über­ge­hend, des­halb ist der Ti­tel be­reits wie­der auf neu­en Höchst­wer­ten.

Der Markt be­stimmt

Die Markt­tech­nik ist nicht bes­ser­wis­se­risch. Sie weiss nicht, wie viel ei­ne Ak­tie wert sein müss­te. Ver­ein­facht ge­sagt, misst sie nur die Kräf­te­ver­hält­nis­se zwi­schen Ver­käu­fer und Käu­fer. Da­bei geht es nicht um Grün­de, son­dern um die Hand­lungs­fä­hig­keit – und of­fen­sicht­lich hat der Käu­fer hier die Über­hand. Hand­lun­gen und nicht Stu­di­en be­we­gen den Markt.

Hoch­dorf wird die nächs­ten Wo­chen wei­ter stei­gen, der Kurs­ver­lauf aber stär­ker zu schwan­ken be­gin­nen: Die Ak­tie läuft in ein grosses Top hin­ein, denn nach Schritt 5 en­det der grosse Trend. Das wird mut­mass­lich aber erst im Be­reich ober­halb von 340 Fr. der Fall sein. Dann ist der Ti­tel fun­da­men­tal und auch markt­tech­nisch rich­tig teu­er.

Die Ängst­li­chen sind weg

Na­tür­lich wur­den Bio­tech- und Phar­maak­ti­en stark von den US-Wah­len be­ein­flusst. Die­se ha­ben die kurz­fris­ti­gen Prä­fe­ren­zen der In­ves­to­ren teil­wei­se ver­än­dert. Aber letzt­lich sind es nicht die US-Wah­len, die Ak­ti­en kau­fen oder ver­kau­fen, son­dern In­ves­to­ren. Wenn der letz­te ängst­li­che In­ves­tor ver­kauft hat, kann im Weis­sen Haus regieren, wer will – die Kur­se kön­nen nicht mehr fal­len. Si­cher wa­ren die Ver­kaufs­an­rei­ze we­gen der fast schon hys­te­ri­schen Be­richt­er­stat­tung ma­xi­mal. Emo­tio­na­li­sier­ba­re In­ves­to­ren dürf­ten des­we­gen kei­ne Ac­te­li­on-Ak­ti­en mehr hal­ten und der Ti­tel all­mäh­lich wie­der sei­ne nor­ma­len We­ge ge­hen. Im Au­gust ent­stand im Kurs­bild ei­ne Wedge. Was seit­her ge­sche­hen ist, hat des­halb den Cha­rak­ter ei­ner Kor­rek­tur, die eben we­gen der Wah­len et­was vo­la­ti­le war.

Zur kurz­fris­ti­gen gibt’s im Au­gen­blick nicht viel sa­gen. Der Chart lie­fert im kurz­fris­ti­gen Be­reich we­gen der wahl­be­ding­ten Ver­zeich­nun­gen kei­ne brauch­ba­ren Da­ten. ATLN dürf­te die mit­tel­fris­ti­ge Kor­rek­tur aber ab­ge­schlos­sen ha­ben, und was auf Ba­sis die­ser Ein­schät­zung zu tun ist, ist wohl eben­so klar. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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