Die Opec hat es schwer

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASALLE BROKERAGE,

Der Öl­preis ist durch Nach­rich­ten hö­he­rer Pro­duk­ti­on un­ter Druck.

Die Prä­si­dent­schafts­wah­len in den USA ver­gan­ge­ne Wo­che brach­ten den in­ter­na­tio­na­len Roh­stoff­märk­ten mehr Vo­la­ti­li­tät. Der über­ra­schen­de Wahl­aus­gang zu­guns­ten von Do­nald Trump hat­te grosse Aus­wir­kun­gen auf die Märk­te. Vie­le Markt­teil­neh­mer hat­ten nicht da­mit ge­rech­net, dass die Bör­sen schnell hö­her ten­die­ren und dass der Dol­lar auf­wer­ten wür­de.

Gold-Fu­tures ver­zeich­ne­ten nach der Wahl hef­ti­ge Kurs­schwan­kun­gen. Zu­erst no­tier­te Gold auf 1338.30 $ je Un­ze – dem höchs­ten Stand der ver­gan­ge­nen sechs Wo­chen –, stürz­te aber bis Frei­tag­abend um über 8% auf ein Fünf­mo­nat­s­tief von 1227.40 $. Trotz der Un­si­cher­heit um die Politik des künf­ti­gen US-Prä­si­den­ten in der Welt ent­täusch­te Gold in sei­ner Rol­le als «si­che­rer Ha­fen». Auf der an­de­ren Sei­te ver­zeich­ne­ten In­dus­trie­me­tal­le wie Kup­fer ei­nen ex­tre­men Wert­zu­wachs. Bis zum Wo­chen­schluss no­tier­te das Me­tall zeit­wei­se auf ei­nem Sieb­zehn­mo­nats­hoch von 270 $ je Pfund. Mit­te Ok­to­ber lag der Preis noch bei 210 $.

In den Ta­gen vor den US-Wah­len nahm die Ri­si­ko­be­reit­schaft der spe­ku­la­ti­ven An­le­ger ab. Die Er­ho­lung des Ri­si­ko­ap­pe­tits kam nun den Märk­ten zu­gu­te. Öl er­litt nur kurz ei­ne Schock­star­re, be­vor der Han­del ge­ord­net wei­ter­ging. Eu­ro­päi­sches Brent-Öl kos­tet ver­gan­ge­nen Mitt­woch 46.50 $ je Fass. Zum Wo­chen­start fiel der Kon­trakt im Ta­ges­ver­lauf un­ter 44 $ und war da­mit so tief wie zu­letzt vor ei­nem Jahr. Nach­rich­ten drück­ten die Prei­se wei­ter nach un­ten. Die Opec-Pro­duk­ti­on ist im Ok­to­ber um 240 000 auf 33,64 Mio. Fass pro Tag ge­stie­gen. Die An­zahl der ak­ti­ven US-Bohr­lö­cher ist in 21 der ver­gan­ge­nen 24 Wo­chen ge­stie­gen. Mit 452 Bohr­lö­chern sind es nun so vie­le wie seit Fe­bru­ar nicht mehr. Ge­mäss der Bör­se In­ter­con­ti­nen­tal Ex­ch­an­ge (ICE) nahm die Zahl der Net­to-Long-Po­si­tio­nen auf Öl der spe­ku­la­ti­ven An­le­ger in­ner­halb ei­ner Wo­che so stark ab wie noch nie.

In zwei Wo­chen wer­den sich die Opec-Pro­du­zen­ten in Wi­en tref­fen. Die meis­ten Markt­teil­neh­mern glau­ben, dass es für die Opec schwie­rig wird, ih­re Ziel­vor­ga­be von En­de Sep­tem­ber in die Tat um­zu­set­zen. Da­mals wur­de un­ter Fe­der­füh­rung Sau­di-Ara­bi­ens ver­ein­bart, die Pro­duk­ti­on am 30. No­vem­ber um 500 000 bis 700 000 Fass pro Tag zu dros­seln. Ein neu­er An­lauf zu Wo­chen­be­ginn, ei­ne Lö­sung noch zu fin­den, un­ter­stütz­te am Di­ens­tag­mit­tag die Öl-Märk­te. Der Preis für Brent stieg um 1.25 $ auf 45.65 $ je Fass.

An den US-Ge­trei­de­märk­ten ge­riet der Mo­nats­be­richt des Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums am Mitt­woch durch die Wah­len zu­nächst in den Hin­ter­grund. Erst spä­ter drück­ten die gros­sen Ern­te­schät­zun­gen auf die Prei­se. Die Mai­s­ern­te wur­de um fast 7 Mio, Ton­nen, So­ja­boh­nen um 3,38 Mio Ton­nen hö­her ge­schätzt. Zum Wo­chen­start han­del­ten in Fol­ge der Er­hö­hun­gen Mais (3.37 $ je Bus­hel) und So­ja (9.85 $ je Bus­hel) auf Ein­mo­nat­s­tief. Ge­ra­de So­ja hielt sich letz­te Wo­che trotz der neu­en Schät­zung lan­ge sehr sta­bil.

Be­stre­bun­gen der chi­ne­si­schen Bör­sen­auf­sicht, die Spe­ku­la­ti­on an den Ter­min­märk­ten in der Ha­fen­stadt Da­li­an durch hö­he­re Mar­gen und ver­dop­pel­te Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren ein­zu­däm­men, liess an den chi­ne­si­schen Märk­ten den So­ja am Mon­tag um 5% ein­stür­zen. Zu­vor un­ter­stüt­zen die ho­hen Fu­ture­s­prei­se in Chi­na die an­de­ren Märk­te. Die US-Ern­te für Mais und So­ja ist mit 93% bzw. 97% dank gu­ten Wet­ter­be­din­gun­gen prak­tisch be­en­det. Eben­falls wur­den die Fel­der für Win­ter­wei­zen zu 94% an­ge­pflanzt. Für den Win­ter ist man al­so ge­rüs­tet.

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