Zwei Neu­emis­sio­nen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MANFRED KRÖLLER

Die Emis­si­ons­zen­tra­le und der Kan­ton So­lo­thurn neh­men Ka­pi­tal auf.

Be­glei­tet von Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB) kam am Mitt­woch 0,4% Emis­si­ons­zen­tra­le für ge­mein­nüt­zi­ge Wohn­bau­trä­ger, Se­rie 55, 2016/2031 über 175,2 Mio. Fr. Der von den Ra­ting­agen­tu­ren nicht be­wer­te­te, aber mit ei­ner So­li­dar­bürg­schaft der Eid­ge­nos­sen­schaft aus­ge­stat­te­te Hy­po­the­ken­fi­nan­zie­rer er­hielt auf den 15-jäh­ri­gen Bond ei­nen Ren­di­te­ab­schlag von 6 Ba­sis­punk­ten (Bp) un­ter Swap. Der Aus­ga­be­preis be­trug 101,317%.

Eben­falls von der ZKB be­treut wur­de am Don­ners­tag 0,2% Kan- ton So­lo­thurn 2016/2028 über 100 Mio. Fr. Auch die­ser Bond wur­de bei ei­nem Aus­ga­be­preis von 100,417% mit ei­nem Ab­schlag von 6 Bp un­ter Swap-Mit­te plat­ziert.

Stan­dard & Poor’s (S&P) hat den Aus­blick der aus­tra­li­schen Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­sell­schaft Tel­s­tra (A) von Sta­bil auf Ne­ga­tiv ge­senkt. Mög­li­che Än­de­run­gen in der Struk­tur der Zah­lun­gen für Breit­band­net­ze könn­ten das Ge­schäfts­ri­si­ko­pro­fil ver­wäs­sern, ar­gu­men­tiert S&P. Tel­s­tra hat an der SIX Swiss Ex­ch­an­ge ei­ne Fran­ken­an­lei­he über 225 Mio. aus­ste­hen, die im De­zem­ber 2018 zur Rück­zah­lung fäl­lig wird.

Der Fran­ken­markt wird für aus­län­di­sche Emit­ten­ten im Zu­ge der Dol­lar­stär­ke und an­zie­hen­der USZin­sen wie­der at­trak­ti­ver, stellt die Com­merz­bank fest. Auch nied­ri­ge Do­ku­men­ta­ti­ons­kos­ten und die Tat­sa­che, dass sich klei­ne­re Emis­sio­nen (un­ter 500 Mio.) ein­fa­cher in Fran­ken als in Eu­ro oder Dol­lar plat­zie­ren lies­sen, trü­gen zur At­trak­ti­vi­tät bei. Das Ge­schäft im Aus­land­seg­ment hat in jüngs­ter Zeit zu­ge­nom­men.

Im No­vem­ber ha­ben sich die In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen der von der Cre­dit Suis­se (CS) und dem Zen­trum für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung (ZEW) mo­nat­lich be- frag­ten Fi­nanz­ana­lys­ten deut­lich nach oben ver­scho­ben. Wie aus dem jüngs­ten CS-ZEW-In­di­ka­tor wei­ter her­vor­geht, ha­ben sich die Er­war­tun­gen zur Schwei­zer Kon­junk­tur da­ge­gen kaum ver­än­dert: Die gros­se Mehr­heit hält die der­zei­ti­ge La­ge wei­ter­hin für «nor­mal» und er­war­tet auch kei­ne Än­de­rung in den kom­men­den sechs Mo­na­ten.

Die Dif­fe­renz zwi­schen dem An­teil de­rer, die ei­ne stei­gen­de In­fla­ti­ons­ra­te er­war­ten, und je­nen, die von sin­ken­den Ver­brau­cher­prei­sen aus­ge­hen, ist im No­vem­ber um 10 Zäh­ler auf 61,8 ge­stie­gen. Man er­war­te «klar ei­nen An­stieg der Schwei­zer In­fla­ti­ons­ra­te ge­gen­über der­zeit –0,2%», schreibt die CS. Auch für die USA und die Eu­ro­zo­ne sind die In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen ge­stie­gen. Zins­sen­kun­gen er­war­te nie­mand mehr. 97% rech­nen mit gleich­blei­ben­den kurz­fris­ti­gen Zin­sen in sechs Mo­na­ten. Ähn­lich lau­ten die Er­war­tun­gen für die Eu­ro­zo­ne. Für die USA ge­hen 87% von stei­gen­den kurz­fris­ti­gen Zin­sen aus.

Schwei­zer Un­ter­neh­mens- und Staats­an­lei­hen gel­ten noch im­mer als deut­lich über­be­wer­tet. Auch Schwei­zer Im­mo­bi­li­en­fonds und Wohn­im­mo­bi­li­en wer­den für über­be­wer­tet ge­hal­ten, «wenn auch nicht als ganz so teu­er wie die An­lei­hen», no­tiert die CS. Be­fragt nach dem fai­ren Wert des Eu­ro-Fran­ken-Wech­sel­kur­ses hal­ten die meis­ten Ana­lys­ten jetzt die Span­ne von 1.10 Fr./€ bis 1.20 Fr./€ am wahr­schein­lichs­ten, nach 1.00 Fr./€ und 1.10 Fr./€ im Au­gust.

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