Gwa­dar

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

An den Kais von Schang­hai, Shen­zhen oder Hong­kong ist ent­schie­den mehr los als in Gwa­dar. Doch die­ser neue Tief­see­ha­fen im Süd­wes­ten Pa­kis­tans, na­he der Stras­se von Hor­mus, ist ein Herz­stück von Chi­nas wirt­schaft­li­cher, po­li­ti­scher und mi­li­tä­ri­scher Stra­te­gie: Zu­sam­men mit Ver­bin­dun­gen

durch Pa­kis­tan – Stras­se, Schie­ne, Pi­pe­line, Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on – über das Ka­ra­ko­r­um­ge­bir­ge in die Pro­vinz Sin­kiang ist hier ein Kor­ri­dor am Ent­ste­hen, der das bis­he­ri­ge Kräf­te­gleich­ge­wicht in Asi­en ver­schie­ben kann. Chi­na in­ves­tiert zig Mil­li­ar­den in die­sen Zugang zur Ara­bi­schen See, um sei­nen Spiel­raum und Ein­fluss aus­zu­wei­ten so­wie um die Trans­port­we­ge zu ver­kür­zen. Im Fall ei­ner Kri­se in der Süd­chi­ne­si­schen See zum Bei­spiel wä­re es für die US Na­vy ein Leich­tes, die Stras­se von Ma­lak­ka, das Na­del­öhr zwi­schen In­do­ne­si­en und Ma­lay­sia, zu sper­ren; Chi­na wä­re von der Öl­zu­fuhr aus dem Per­si­schen Golf ab­ge­schnit­ten. Das fra­gi­le Pa­kis­tan ist froh über die In­ves­ti­tio­nen und kann den chi­ne­si­schen Be­trei­bern für Gwa­dar hoch­will­kom­me­ne Pacht­zin­sen ver­rech­nen. Und dass die Prä­senz von Pe­kings Ma­ri­ne für den ewi­gen Feind In­di­en Kon­kur­renz vor des­sen Küs­ten ver­heisst, kommt als Um­weg­ren­di­te noch hin­zu.

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