Si­che­rer Pro­fit

Finanz und Wirtschaft - - SERIE: EUROPÄISCHE BANKEN - TR

So gut wie je­der PC-Be­sit­zer kennt Nor­ton Se­cu­ri­ty: das Pro­gramm zum Schutz des Com­pu­ters schlecht­hin. Pe­ter Nor­ton – ja, es gab ihn wirk­lich, ei­nen Soft­ware­ent­wick­ler – ver­kauf­te sei­ne Si­cher­heits­soft­ware schon 1990 an Sy­man­tec für 70 Mio. $. Die Flut an Com­pu­ter­vi­ren seit­her hat Nor­ton be­kannt und Sy­man­tec gross ge­macht. Doch jetzt ist der Pa­ra­dig­men­wech­sel über­fäl­lig: Die Kli­en­tel nutzt lie­ber Smart­pho­ne und Ta­blet als Com­pu­ter. Sy­man­tec (Nas­daq: SYMC, Kurs 24.52 $, Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung 15,2 Mrd. $) geht un­ter ei­nem neu­en Ma­nage­ment den Weg, den sie kennt: Die Ge­sell­schaft kauft sich Wis­sen zu. Das kann ge­lin­gen.

Ge­grün­det wur­de Sy­man­tec 1982, sie­ben Jah­re spä­ter ging sie an den Nas­daq. Zu­käu­fe ge­hö­ren zur Un­ter­neh­mens­kul­tur. In die­sem Jahr­tau­send hat Sy­man­tec mehr als zwei Dut­zend Ge­sell­schaf­ten ge­kauft – Ve­ri­tas im Jahr 2004 für 13,5 Mrd. $ war die gröss­te Über­nah­me. Da­mals woll­te sich das Un­ter­neh­men auf Si­cher­heits- und Back­up-Lö­sun­gen kon­zen­trie­ren. Das hat nicht ge­klappt. Seit An­fang Jahr ge­hen Sy­man­tec und Ve­ri­tas wie­der ge­trenn­te We­ge. Über­nah­men prä­gen Sy­man­tec aber wei­ter­hin.

Im April muss­te CEO Micha­el Brown nach ent­täu­schen­den Zah­len sei­nen Hut neh­men – nach nur an­dert­halb Jah­ren im Amt. Die Sy­man­tec-Ak­ti­en sack­ten im An­schluss auf ihr Jah­res­tief von we­ni­ger als 17 $. Die Auf­ga­be für das Über­gangs­ma­nage­ment: Sy­man­tec weg von der star­ken PC-Ab­hän­gig­keit ho­len – und die Ge­sell­schaft ist auf gu­tem We­ge. Im Ju­ni wur­de die Über­nah­me von Blue Coat Sys­tems für fast 5 Mrd. $ an­ge­kün­digt. Blue Coat will vor Be­dro­hun­gen in der Cloud schüt­zen, al­so bei sol­chen Di­enst­leis­tun­gen, die zu­neh­mend über das In­ter­net er­bracht wer­den. Mit dem Zu­kauf kam dann auch der neue CEO Greg Clark an Bord.

Nun die ers­te Ak­qui­si­ti­on un­ter dem neu­en Chef, der auch den Weg weist: Für 2,3 Mrd. $ schnappt sich Sy­man­tec den Spe­zia­lis­ten Li­feLock, der vor Iden­ti­täts­dieb­stahl im Netz schützt – auch dies ein aus­ge­spro­che­nes Wachs­tums­feld. Der Kauf brin­ge 660 Mio. $ Um­satz zu Sy­man­tec – und, wahr­schein­lich wich­ti­ger noch, nach­hal­ti­ges Wachs­tum, so Sy­man­tec-CEO Clark.

Sy­man­tec be­fin­det sich wei­ter in ei­nem Wachs­tums­markt. Ge­mäss dem Markt­for­schungs­in­sti­tut Gart­ner wer­den sich die Aus­ga­ben für IT-Si­cher­heit in die­sem Jahr auf 92 Mrd. $ be­lau­fen, nach 84 Mrd. zu­vor. Die jüngs­ten Über­nah­men zei­gen, dass das neue Sy­man­tec-Ma­nage­ment den Wan­del in der Be­dro­hungs­la­ge er­kannt hat, weg vom ein­zel­nen Per­so­nal Com­pu­ter, hin zum In­ter­net. Die Sy­man­tec-Ti­tel ha­ben sich von ih­rem Tief nach dem CEO-Ab­gang er­holt. Sie ver­zeich­nen ei­nen Auf­schlag von 17% seit An­fang Jahr. Seit Som­mer sieht es auch chart­tech­nisch wie­der bes­ser aus: Die Pa­pie­re ha­ben die 200-Ta­geLi­nie von un­ten durch­stos­sen. Mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2017 von 27 sind sie kein Schnäpp­chen mehr, soll­ten aber noch Po­ten­zi­al ber­gen. Die jüngs­ten Über­nah­men bie­ten Neu­ge­schäft bei sin­ken­den Kos­ten. Stel­len­strei­chun­gen nach den jüngs­ten Käu­fen wur­den schon an­ge­kün­digt.

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