Preis­schub bei In­dus­trie­me­tal­len

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - PHI­LIP KNUEPPEL,

Der Gold­preis ist seit An­fang des Jah­res 15% ge­stie­gen, Sil­ber so­gar 21%. Die Preis­ent­wick­lung bei Edel­me­tal­len ver­blasst je­doch ne­ben der von Ei­sen­erz oder Koh­le. Dort ha­ben sich die Prei­se seit Jah­res­an­fang ver­dop­pelt. Auch ein Blick auf klas­si­sche In­dus­trie­me­tal­le lässt auf­hor­chen: Zink hat sich um 60% ver­teu­ert, der Ni­ckel­preis ist 30% ge­stie­gen. Man ist ver­sucht, dar­in die ge­stie­ge­nen Er­war­tun­gen an In­fra­struk­tur­aus­ga­ben nach der US-Wahl zu se­hen. Das greift aber zu kurz, wie ein Blick auf die Roh­wa­ren­ter­min- bör­sen in Chi­na zeigt. Dort hat das Han­dels­vo­lu­men Höchst­stän­de er­reicht, wäh­ren die Sum­me der of­fe­nen Po­si­tio­nen ge­fal­len ist. Das könn­te ein Hin­weis auf sehr kurz­fris­ti­ge Po­si­tio­nie­run­gen sein. Der Ef­fekt der US-Wah­len auf den Me­tall­markt darf aber nicht igno­riert wer­den. Trump will min­des­tens 500 Mrd. $ für In­fra­struk­tur­pro­jek­te be­reit­stel­len. Für Stahl könn­te das auf ei­ne zu­sätz­li­che Nach­fra­ge von 15 bis 20 Me­ga­ton­nen pro Jahr hin­aus­lau­fen. Das wä­re ei­ne Zu­nah­me um rund 50%. Die­se Zu­satz­nach­fra­ge könn­te aber voll­kom­men durch die USPro­duk­ti­on ge­deckt wer­den. Trumps Ab­sicht ist es ja, Roh­wa­ren für Brü­cken und Stras­sen aus dem In­land zu be­zie­hen und so Ar­beits­plät­ze zu schaf­fen. Hö­he­re Zöl­le und Ein­fuhr­be­schrän­kun­gen auf Roh­wa­ren und Zwi­schen­pro­duk­te sind da­her nicht un­wahr­schein­lich. Ex­por­teu­ren wie Chi­na und vie­len süd­ame­ri­ka­ni­sche Län­dern weht ein rau­er Wind ent­ge­gen. Ihr An­ge­bot wird die Prei­se ten­den­zi­ell be­las­ten.

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