Zins­dif­fe­renz treibt Dol­lar­hausse

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Am De­vi­sen­markt ist Do­nald Trumps Wahl­ver­spre­chen, Ame­ri­ka wie­der be­deu­tend zu ma­chen, be­reits ein Stück weit Rea­li­tät. Seit dem 8. No­vem­ber hat sich der Dol­lar zum Eu­ro und zum Fran­ken 4% auf­ge­wer­tet, zum Yen rund 7%. Der Dol­lar wird zum ers­ten Mal seit Fe­bru­ar über 1 Fr. ge­han­delt (vgl. Gra­fik un­ten). Der Dol­lar­index, der den Wert des Gre­en­backs ge­gen­über ei­nem han­dels­ge­wich­te­ten Korb aus In­dus­trie­län­der­wäh­run­gen ab­bil­det, ist auf den höchs­ten Stand seit drei­zehn Jah­ren ge­stie­gen. Trei­ber hin­ter die­ser Auf­wer­tung ist die Zins­dif­fe­renz. Die Markt­teil­neh­mer er­war­ten, dass Trumps Plä­ne für hö­he­re Aus- ga­ben für In­fra­struk­tur und Mi­li­tär die USWirt­schaft an­kur­beln und dass das Fed die Leit­zin­sen von ak­tu­ell 0,25 bis 0,5% schritt­wei­se er­hö­hen wird. In Eu­ro­pa da­ge­gen ist man von ei­ner Nor­ma­li­sie­rung der Geldpolitik noch weit ent­fernt. Die EZB er­wirbt im Rah­men ih­res Quan­ti­ta­ti­ve-Ea­sing-Pro­gramms mo­nat­lich An­lei­hen im Wert von 80 Mrd. € und hält den Ein­la­gen­satz auf –0,4%. Bei zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen hat sich die Zins­dif­fe­renz zwi­schen den USA und Deutsch­land auf über 2 Pro­zent­punk­te aus­ge­wei­tet, den gröss­ten Ab­stand seit 1989.

Durch die­se Auf­wer­tung ent­fernt sich der Dol­lar aber im­mer wei­ter weg vom fai- ren Wech­sel­kurs. Die US-Va­lu­ta ist be­son­ders ge­gen­über dem Eu­ro über­be­wer­tet. Dar­auf deu­tet die Ent­wick­lung der re­la­ti­ven Prei­se hin. Ge­mäss Kauf­kraft­pa­ri­täts­schät­zung des Be­ra­tungs­un­ter­neh­mens Wel­lers­hoff & Part­ners be­trägt die Über­be­wer­tung zum Eu­ro 16% (vgl. Gra­fik un­ten rechts).

Wenn die US-In­fla­ti­on tat­säch­lich an­zieht, wird sich die Über­be­wer­tung noch ak­zen­tu­ie­ren – oder aber es kommt zur Kor­rek­tur. Der Markt ist der­zeit sehr stark auf die Zins­dif­fe­renz fo­kus­siert. Doch län­ger­fris­tig stre­ben Wech­sel­kur­se zu­rück zu ei­nem Gleich­ge­wicht, das durch die Kauf­kraft­pa­ri­tät be­stimmt wird.

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