Wer vom schwa­chen Yuan pro­fi­tiert

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Nach­dem der Yuan in der Vor­wo­che ge­gen­über dem Dol­lar auf ein Acht­jah­res­tief ge­fal­len ist, ge­hen vie­le chi­ne­si­sche Un­ter­neh­men über ih­re Bü­cher und klä­ren, ob sich ih­re Markt­po­si­tio­nie­rung ver­än­dert hat. Ex­port­ori­en­tier­te Fir­men ha­ben ge­gen­über aus­län­di­schen Un­ter­neh­men aus dem Dol­lar­raum an Wett­be­werbs­fä­hig­keit ge­won­nen. Da­ge­gen müs­sen in Dol­lar ver­schul­de­te Ge­sell­schaf­ten ei­ne schwe­rer ge­wor­de­ne Last tra­gen, um ih­re Kre­di­te zu be­die­nen.

Auf­wind vom star­ken Dol­lar er­hal­ten et­wa chi­ne­si­sche Tech­no­lo­gie­kon­zer­ne wie die Netz­werk­aus­rüs­ter Hua­wei und ZTE oder der Com­pu­ter­her­stel­ler Le­no­vo. Eben­falls zu den Ge­win­nern des star­ken Dol­lars ge­hö­ren chi­ne­si­sche Bau­un­ter­neh­men oder Kraft­werk­bau­er, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­mehrt ins Aus­land ex­pan­diert ha­ben. Da­zu ge­hö­ren et­wa Chi­na Com­mu­ni­ca­ti­on Con­struc­tion oder die Chi­na Gez­hou­ba Group. Sie wer­den für ih­re Ar­beit mehr­heit­lich in Dol­lar be­zahlt.

Auf der an­de­ren Sei­te wird es für chi­ne­si­sche Un­ter­neh­men teu­rer, Wa­ren aus den USA ein­zu­füh­ren. Be­son­ders stark be­trof­fen da­von sind et­wa Flug­ge­sell­schaf­ten, die in Flug­zeu­ge in­ves­tiert und da­für Kre­di­te in Dol­lar auf­ge­nom­men ha­ben. Da­zu ge­hört et­wa Chi­na Sou­thern Air­lines.

Das könn­te in den kom­men­den Mo­na­ten noch schmerz­haf­ter wer­den, da in den USA mit gros­ser Wahr­schein­lich­keit meh­re­re Zins­er­hö­hun­gen an­ste­hen. Hö­he­re US-Zin­sen fal­len auch für chi­ne­si­sche Un­ter­neh­men ins Ge­wicht, die Kre­di­te bei Ban­ken in Hong­kong auf­ge­nom­men ha­ben. Denn der Wech­sel­kurs des Hong­kong-Dol­lars ist fest an den Gre­en­back ge­kop­pelt. Da­her muss die Hong Kong Mo­ne­ta­ry Aut­ho­ri­ty Zins­schrit­ten der US-No­ten­bank eins zu eins fol­gen. Das ist ein Pro­blem für Fir­men, de­ren Ein­nah­men in Yuan an­fal­len, die aber Schul­den in Hong­kong-Dol­lar be­die­nen müs­sen.

Doch der Ef­fekt der stär­ke­ren US-Wäh­rung ist we­ni­ger aus­ge­prägt als noch vor ei­ni­gen Jah­ren. Denn ei­ne im­mer grös­se­re An­zahl von Ver­trä­gen mit Lie­fe­ran­ten aus asia­ti­schen Län­dern lau­tet auf Yuan statt auf Dol­lar. Und trotz der Aus­ga­be von Dol­lar­an­lei­hen ha­ben sich die Fremd­wäh­rungs­schul­den von chi­ne­si­schen Un­ter­neh­men seit 2015 ver­rin­gert.

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