Zit­tern um Opec

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASALLE BROKERAGE,

Der Markt ist skep­tisch, dass die Öl­för­de­rung ge­senkt wird.

Die Öl­händ­ler schau­en nach Wi­en. Dort fin­det am Mitt­woch das Tref­fen der Mit­glied­län­der des Öl­kar­tells Opec statt. Die Öl­märk­te könn­ten in den nächs­ten Ta­gen für mehr Vo­la­ti­li­tät an an­de­ren Roh­stoff­märk­ten und den Fi­nanz­märk­ten sor­gen.

En­de Sep­tem­ber hat­ten die Opec-För­der­län­der die Öl­märk­te mit der An­kün­di­gung über­rascht, die För­de­rung zum nächs­ten Tref­fen mög­li­cher­wei­se zu dros­seln. Die Märk­te ha­ben auf je­de Schlag­zei­le zu die­sem The­ma re­agiert. Am Mitt­woch kommt es nun zum denk­wür­di­gen Ent­scheid. Für die Opec geht es um al­les oder nichts. Falls das Kar­tell die Er­war­tun­gen nicht er­füllt, dürf­te es in na­her Zu­kunft im­mer schwie­ri­ger wer­den, die Glaub­wür­dig­keit im Markt zu­rück­zu­ge­win­nen. Vor ziem­lich genau zwei Jah­ren wur­den die Quoten der Opec of­fi­zi­ell aus­ge­setzt. Um die För­de­rung zu be­gren­zen, müss­ten die Quoten zu­erst wie­der ein­ge­führt und für je­des ein­zel­ne Mit­glied neu fest­ge­legt wer­den. Das scheint fast un­mög­lich. Zu vie­le Pro­du­zen­ten­län­der ma­chen für sich Aus­nah­me­re­ge­lun­gen gel­tend. Län­der wie Irak und Iran, aber auch Li­by­en wol­len Markt­an­teil zu­rück­er­obern. In den letz­ten Ta­gen wur­de des­halb in­ner­halb der Opec-Pro- du­zen­ten um je­des ein­zel­ne Fass ge­kämpft.

Die Dif­fe­ren­zen be­son­ders zwi­schen Irak und Iran so­wie Sau­diA­ra­bi­en schei­nen na­he­zu un­über­wind­bar. Am Frei­tag sag­te Sau­diA­ra­bi­en des­halb sei­ne Teil­nah­me an den in­for­mel­len Ge­sprä­chen zwi­schen der Opec und Russ­land ab. Als Grund wur­de an­ge­führt, dass die Opec-Mit­glie­der zu­erst mal ei­ne Ei­ni­gung er­zie­len müss­ten, be­vor mit Nicht-Opec-Pro­du­zen­ten ver­han­delt wer­den kön­ne. Zu­dem liess der sau­di­sche Öl­mi­nis­ter am Wo­che­n­en­de ver­lau­ten, der glo­ba­le Öl­markt sei nächs­tes Jahr mit oder oh­ne Dros­se­lung bald wie­der im Gleich­ge­wicht. Vie­le Markt­teil­neh­mer ver­un­si­cher­te das erst recht. Nach der Aus­sa­ge ist ei­ne Ei­ni­gung die­se Wo­che noch we­ni­ger wahr­schein­lich. Die Märk­te schei­nen die Un­ei­nig­keit be­reits vor­weg­zu­neh­men. Noch ver­gan­ge­ne Wo­che schien ei­ne Pro­duk­ti­ons­dros­se­lung so gut wie si­cher. Mit dem wach­sen­den Zwei­fel sank der Preis für die Öl­sor­te Brent von fast 50 $ je Fass An­fang ver­gan­ge­ner Wo­che auf un­ter 46 $ An­fang die­ser Wo­che. Das ent­spricht ei­nem Mi­nus von 7%. Ab Mitt­woch dürf­te die Ner­vo­si­tät noch­mals zu­neh­men. Falls kei­ne Ent­schei­dung er­zielt wird, könn­te der Brent-Preis auf 40 $ tau­chen. Soll­te die Opec doch mit ei­ner gros­sen Kür­zung über­ra­schen, könn­te die 50-$-Mar­ke rasch wie­der er­reicht wer­den.

An den US-Ge­trei­de­märk­ten ste­chen die So­ja­märk­te her­vor. Der So­ja­preis stieg sie­ben auf­ein­an­der­fol­ge Han­dels­ta­ge und no­tier­te am Mon­tag auf ei­nem Vier­mo­nats­hoch von 10.555 $ je Bus­hel. Als Grund wur­den ho­he Ex­por­te nach Chi­na ge­nannt. Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch über­rasch­te die US-Um­welt­schutz­be­hör­de mit hö­he­ren Vor­ga­ben für Bi­odie­sel­an­tei­le im nächs­ten Jahr. Dar­aus folgt ein deut­lich hö­he­rer Be­darf an bio­lo­gisch ge­won­ne­nem Kraft­stoff, et­wa aus So­ja-Öl, zur Bei­mi­schung. Als Fol­ge klet­ter­te der Kon­trakt auf So­ja-Öl die ma­xi­ma­le Ta­ges­be­we­gung von 2 US-Cents auf 36.98 Cents pro Pfund. Da­mit wur­de das höchs­te Ni­veau seit Ju­li 2014 er­reicht. Bis Di­ens­tag­mit­tag kor­ri­gier­ten die Prei­se et­was nach un­ten.

In den USA wur­de die Aus­saat von So­ja vor zwei Wo­chen und von Mais ver­gan­ge­ne Wo­che ab­ge­schlos­sen. Die Win­ter­wei­zen­aus­saat ist mit 58% der An­bau­flä­chen auf Kurs. Der ak­tu­el­le Wei­zenKon­trakt no­tiert auf ei­nem Ein­ein­halb­mo­nat­s­tief zu 3.86 $ je Bus­hel.

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