Ru­hi­ger Wo­chen­auf­takt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

Neu­ge­schäft kommt zum Er­lie­gen, An­le­ger hal­ten sich zu­rück, die GMBF-Ren­di­te steigt.

Zu­rück­hal­tung im Neu­ge­schäft und ge­rin­ger Um­satz im Se­kun­där­markt kenn­zeich­ne­ten den Wo­chen­be­ginn am Fran­ken­ka­pi­tal­markt. Die An­le­ger schei­nen sich im Vor­feld des US-Ar­beits­markt­be­richts am Frei­tag so­wie vor der mit Span­nung er­war­te­ten Ab­stim­mung über das Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dum in Ita­li­en am Sonn­tag zu­rück­zu­hal­ten, wur­de ar­gu­men­tiert.

An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen der Eid­ge­nos­sen­schaft wur­den am Di­ens­tag gut 368 Mio. Fr. zu­ge­teilt. Ein­ge­gan- gen wa­ren nach Mit­tei­lung der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank Ge­bo­te über 2,194 Mrd. Fr. Die Ren­di­te stieg auf –1,05%, nach –1,128% in der Vor­wo­che.

Die Schwei­zer Ener­gie­ver­sor­ger sind mit der Ab­leh­nung der Volks­in­itia­ti­ve zum Aus­stieg aus der Atom­ener­gie noch ein­mal «mit ei­nem blau­en Au­ge da­von­ge­kom­men», schreibt die Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB). Die Ab­leh­nung ha­be bei vie­len Strom­ge­sell­schaf­ten für Er­leich­te­rung ge­sorgt. Denn von ei­ner früh­zei­ti­gen Ab­schal­tung der Atom­kraft­wer­ke wä­ren in ers­ter Li­nie die Be­trei­ber und die Ak­tio­nä­re be­trof­fen gewe- sen. Die Bank be­stä­tigt zwar ih­re bis­he­ri­gen Bo­ni­täts­ein­stu­fun­gen der Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men, weist aber gleich­zei­tig dar­auf hin, dass sich die La­ge in der Bran­che noch nicht ent­spannt ha­be. Die ZKB be­lässt den Aus­blick für die meis­ten Ge­sell­schaf­ten auf ne­ga­tiv. Haupt­trei­ber für die ne­ga­ti­ve Ein­schät­zung sei der Strom­markt­preis. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­be er sich nur in ei­ne Rich­tung be­wegt: Ge­mes­sen am For­war­dS­trom­preis für die kom­men­den drei Jah­re be­trug der Rück­gang seit 2011 über 50%, rech­net die ZKB vor. Die Kurs­er­ho­lung seit Fe­bru­ar die­ses Jah­res sei «si­cher er- freu­lich, kann aber noch kei­ne Ent­war­nung sein». Erst ab 2020 gin­gen Bran­chen­ver­tre­ter von nach­hal­tig stei­gen­den Strom­prei­sen aus. Bis da­hin dürf­ten bei den Kern­kraft­wer­ken und auch bei zahl­rei­chen Was­ser­kraft­wer­ken die Strom­ge­ste­hungs­kos­ten über dem Markt­preis lie­gen.

Die feh­len­den Ge­winn­bei­trä­ge aus dem tra­di­tio­nel­len Ener­gie­ge­schäft müs­se die Bran­che an­der­wei­tig kom­pen­sie­ren. Die Strom­kon­zer­ne ar­bei­ten nach An­ga­ben der ZKB mit Hoch­druck dar­an, neue Ge­schäfts­fel­der auf­zu­bau­en, die nur ei­ne ge­rin­ge Ab­hän­gig­keit vom Strom­preis hät­ten. Der da­mit ein­her­ge­hen­de je­wei­li­ge Kon­zern­um­bau dürf­te nicht vor 2020 ab­ge­schlos­sen sein, schreibt die ZKB. Die Schwei­zer Ener­gie­kon­zer­ne dürf­ten wäh­rend die­ser Durst­stre­cke von ih­rer Sub­stanz zeh­ren.

Die US-Leit­zin­sen könn­ten in der kom­men­den acht­zehn Mo­na­ten um 1% stei­gen, falls die USNo­ten­bank (Fed) da­von über­zeugt ist, dass der künf­ti­ge Prä­si­dent Do­nald Trump sein um­strit­te­nes Sti­mu­lus­pro­gramm von 5 Bio. $ durch­set­zen kann, glaubt Da­vid Ro­berts, He­ad of Fi­xed In­co­me von Ka­mes Ca­pi­tal. Seit dem Wahl­sieg Trumps er­leb­ten Staats­an­lei­hen und Bonds aus Schwel­len­län­dern ei­nen Aus­ver­kauf. Das Kon­junk­tur­pa­ket von Trump, das Steu­er­sen­kun­gen und In­ves­ti­tio­nen in In­fra­struk­tur und Rüs­tung vor­sieht, we­cke Er­war­tun­gen ei­ner hö­he­ren In­fla­ti­on und folg­lich ei­ner we­ni­ger ex­pan­si­ven Geld­po­li­tik des Fed.

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