Wi­der­stands­kraft be­wie­sen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - NI­CO­LAS DELRUE,

Mit dem nä­her rü­cken­den Jah­res­en­de ist die Zeit ge­kom­men, aus der Ent­wick­lung der Wan­del­an­lei­hen­märk­te in die­sem schwie­ri­gen und in­ten­si­ven Jahr ei­ne ers­te Bi­lanz zu zie­hen. Mit ih­rer Wert­ent­wick­lung ha­ben die Con­ver­ti­bles wie so oft ih­re gros­se Wi­der­stands­kraft be­wie­sen.

Die Mo­na­te nach dem Br­ex­itVo­tum sind ein Pa­ra­de­bei­spiel für die Fä­hig­keit von Wan­del­an­lei­hen, Markt­schocks auf­zu­fan­gen. Wäh­rend der Sto­xx Eu­ro­pe 50 NR vom 23. zum 27. Ju­ni um fast 10% ein­brach, gab der Thom­son Reu­ters Eu­ro­pe Con­ver­ti­ble (Eu­ro-hedged) le­dig­lich 3% ab. Seit An­fang des lau­fen­den Jah­res ver­lor der eu­ro­päi­sche Ak­ti­en­in­dex 5,9% bei ei­ner Vo­la­ti­li­tät von 21%, der Wan­del­an­lei­hen­in­dex gab nur 1,9% nach – bei 6% Vo­la­ti­li­tät.

Trotz des schwie­ri­gen Um­felds leg­ten die Wand­ler in die­sem Jahr ei­ne po­si­ti­ve Wachs­tums­dy­na­mik an den Tag, mit re­gel­mäs­si­gen Neu­emis­sio­nen. Der Ge­samt­be­trag der seit Ja­nu­ar auf­ge­leg­ten Pa­pie­re von 65,5 Mrd. $ ent­spricht knapp dem Vo­lu­men des Vor­jah­res von 67,4 Mrd. $. In Eu­ro­pa wur­den bis­her 21,9 Mrd. $ neu plat­ziert, 4 Mrd. $ mehr als im Vor­jahr. Über­haupt ist bei den Net­to­emis­sio- nen für al­le Wan­del­an­lei­he­märk­te 2016 ei­ne Ex­pan­si­on fest­zu­stel­len.

Da das Markt­um­feld auch in den kom­men­den Mo­na­ten von Tur­bu­len­zen ge­prägt sein wird, bleibt der Aus­blick po­si­tiv. Vor al­lem in Eu­ro­pa dürf­ten der prall ge­füll­te Wahl­ter­min­ka­len­der (Ös­ter­reich, Ita­li­en, Deutsch­land und Frank­reich) und die Aus­tritts­ver­hand­lun­gen zwi­schen Grossbritannien und der EU im­mer wie­der die Vo­la­ti­li­tät be­feu­ern und Druck auf die Ak­ti­en­märk­te aus­üben. Da­bei kön­nen Wan­del­an­lei­hen mit ih­rer Kon­ve­xi­tät wei­ter ei­nen wich­ti­gen Vor­teil aus­spie­len. Die Aus­sicht auf ei­ne Zins­er­hö­hung in den USA und die ver­gleichs­wei­se nied­ri­ge Zins­sen­si­ti­vi­tät von Wan­del­an­lei­hen ge­gen­über her­kömm­li­chen Ob­li­ga­tio­nen dürf­te (bei glei­cher Du­ra­ti­on) Ers­te­re be­güns­ti­gen.

Seit den Neun­zi­ger­jah­ren ha­ben Wan­del­an­lei­hen in je­dem Um­feld mit stei­gen­den Zin­sen so­wohl in Eu­ro­pa als auch in den USA nicht nur ei­ne bes­se­re Wert­ent­wick­lung als «ge­wöhn­li­che» Bonds ver­zeich­net, son­dern auch ei­nen ak­ti­en­ähn­li­chen Er­trag.

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