Neu be­wer­te­te Du­ra­ti­on trei­ben­de Kraft

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - COLM MCDONAGH,

Der na­hen­de Wech­sel der US-Re­gie­rung sorg­te für ei­ne Wel­le der Vo­la­ti­li­tät auf den glo­ba­len An­lei­he­märk­ten. Über­ra­schen­der­wei­se war die trei­ben­de Kraft hier nicht die er­höh­te Un­si­cher­heit durch die po­li­ti­schen Aus­wir­kun­gen ei­ner Trum­pAd­mi­nis­tra­ti­on, son­dern ei­ne Neu­be­wer­tung der Du­ra­ti­on – auf­grund der Er­war­tun­gen, die an ei­ne von Re­pu­bli­ka­nern do­mi­nier­te Le­gis­la­tur ge­stellt wer­den.

Ist dies als Zei­chen zu wer­ten, dass die Fis­kal­po­li­tik auf die welt­wei­ten Märk­te zu­rück­kehrt, nach­dem die Geld­po­li­tik nicht mehr wirk­sam ist? Letzt­lich wur­den für An­lei­hein­ves­to­ren mit der quan­ti­ta­ti­ven Lo­cke­rung Kauf­an­rei­ze für An­lei­hen mit län­ge­rer Du­ra­ti­on ge­schaf­fen. Des­halb be­steht hier ei­ne ho­he Po­si­tio­nie­rung, die Kon­ve­xi­täts­ri­si­ken wer­den neu be­wer­tet: Die Märk­te ver­su­chen ab­zu­schät­zen, ob es sich nur um ein Zins­ri­si­ko oder auch um ein Kre­dit­ri­si­ko han­delt.

In­ner­halb der Schwel­len­län­der zei­gen sich die Kre­dit-Spreads bei Un­ter­neh­mens­an­lei­hen un­ver­än­dert, bei Staats­an­lei­hen leicht er­höht und deut­lich schwä­cher in lo­ka­len Wäh­run­gen. Die schnel­le Ve­rän­de­rung des Dol­lar­kur­ses und des ver­meint­lich «ri­si­ko­frei­en» lang­fris­ti­gen Zin­ses zei­gen, dass die Märk­te be­reits ei­ne be­deut­sa­me Ver­schie­bung ein­ge­preist ha­ben. Die Fra­ge ist nun, ob uns noch wei­te­re Preis­än­de­run­gen be­vor­ste­hen oder ob ein­mal mehr die welt­weit ho­he Schul­den­be­las­tung und das schlep­pen­de Wachs­tum ge­gen die «Trump-ono­mics» ge­winnt. Die ge­wohn­ten Struk­tu­ren der Po­li­tik, Geld­po­li­tik und Wäh­rungs­be­wer­tun­gen ver­än­dern sich mit kaum ge­kann­ter Ge­schwin­dig­keit.

Die Vo­la­ti­li­tät wird hoch blei­ben und die Li­qui­di­tät her­aus­for­dernd, bis es et­was mehr Klar­heit gibt, oder die Ren­di­ten wie­der deut­lich stei­gen. Das heisst aber nicht, dass der Aus­blick für die An­la­ge­klas­se der Schwel­län­der­an­lei­hen kom­plett ne­ga­tiv ist. An­ders als bei ent­wi­ckel­ten Märk­ten gibt es im Schwel­len­län­de­r­uni­ver­sum deut­li­che Un­ter­schie­de bei den Trei­bern der rea­len Zin­sen, der Lauf­zeit­struk­tur und den Ri­si­ko­prä­mi­en. Lang­fris­tig wer­den die Zuflüs­se wie­der stei­gen. Al­ler­dings dürf­te es künf­tig vo­la­ti­li­täts­be­dingt et­was län­ger, dau­ern bis An­la­ge­ent­schei­dun­gen ge­trof­fen sind.

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