Va­lo­ra hält an Zie­len fest

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE/KONSUM - AK

Lan­ge hat Va­lo­ra den Ruf ei­ner ewi­gen Bau­stel­le ge­habt. Doch die Wahr­neh­mung des De­tail­händ­lers, be­kannt für sei­ne Ki­o­s­ke und an­de­re klein­flä­chi­gen Ver­kaufs­stel­len, hat sich in den jüngs­ten Jah­ren ge­än­dert. Das Ma­nage­ment mit CEO Micha­el Mu­el­ler und Fi­nanz­chef To­bi­as Knecht­le, bei­de seit 2014 im Amt, hat sich Ver­trau­en an der Bör­se er­wor­ben. Das ist wich­tig, auch mit Blick auf sei­ne Mit­tel­frist­zie­le.

Ein zen­tra­les Ziel ist ei­ne Be­triebs­ge­winn­mar­ge auf Stu­fe Ebit von 4%, frü­hes­tens er­reich­bar 2018. Knecht­le hat die­ses Ziel an der Prä­sen­ta­ti­on des Er­geb­nis­ses 2016 be­kräf­tigt, auch wenn er weiss, dass es im Markt «als am­bi­tio­niert» ein­ge­schätzt wor­den ist.

Doch mit den Fort­schrit­ten steigt die Glaub­wür­dig­keit der Zie­le. Va­lo­ra hat sich letz­tes Jahr wei­ter ver­bes­sert. Der Ebit stieg 31% auf 72,3 Mio. Fr., was ei­ner Mar­gen­ver­bes­se­rung von 2,7 auf 3,4% gleich­kam. Oh­ne ei­nen Trans­ak­ti­ons­ef­fekt be­trug der Ebit 68,5 Mio. Fr. Ge­mes­sen dar­an er­war­tet die Va­lo­r­aFüh­rung für 2017 ei­nen An­stieg um 15% in die Re­gi­on von 79 Mio. Fr. Das ist mehr, als der Markt bis­her er­hofft hat.

Mit Blick auf das schwie­ri­ge Um­feld im Schwei­zer De­tail­han­del, das nach CEO Mu­el­ler in den kom­men­den Jah­ren ei­nen vo­la­ti­len Um­satz­ver­lauf er­war­ten lässt, braucht es für Er­geb­nis­fort­schrit­te ver­schie­de­nes: wei­te­re Ef­fi­zi­enz­ver­bes­se­run­gen, In­no­va­tio­nen und Ex­pan­si­on.

Punk­to In­no­va­ti­on geht es auch dar­um, di­gi­ta­le Ge­schäfts­ide­en zu för­dern. Da­zu ge­hö­ren neue Apps, wie die Smart­pho­ne-App für Spetta­co­lo-Ca­fés, mit der man sei­nen Kaf­fee und an­de­res vor­be­stel­len und zah­len kann. Auch über sol­che In­stru­men­te will die Va­lo­r­aG­rup­pe ei­ne Schwach­stel­le an­ge­hen und noch feh­len­de Kennt­nis­se über die Kun­den und ih­re Wün­sche er­lan­gen.

Punk­to Ex­pan­si­on hat Va­lo­ra im Ja­nu­ar die US-Ge­sell­schaft Pret­zel Ba­ron über­nom­men und kann nun die Lau­gen­ge­bä­cke für den at­trak­ti­ven USMarkt, der bis­her über deut­sche Wer­ke be­lie­fert wur­de, auch vor Ort her­stel­len. Dies kann in­des nur ein ers­ter Schritt sein, ei­ne Art Ver­suchs­bal­lon.

Von den im ver­gan­ge­nen Jahr um 8% auf 49 Mio. Fr. ge­stie­ge­nen In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben ent­fie­len 48% auf Un­ter­halts­in­ves­ti­tio­nen und 52% auf In­no­va­tio­nen und Ex­pan­si­on. Das zeigt für Knecht­le, dass man nicht nur das be­ste­hen­de Ge­schäft «mel­ke». Doch sol­le auch se­lek­tiv in­ves­tiert wer­den.

Die Ent­wick­lung von Va­lo­ra hängt an den Fä­hig­kei­ten des Ma­nage­ments, sei­ne Vor­stel­lun­gen um­zu­set­zen. Der Markt hat, of­fen­bar im Ver­trau­en dar­auf, aber schon viel vor­weg­ge­nom­men: Die Ak­ti­en ha­ben seit An­fang 2016 gut 60% zu­ge­legt. Ge­mes­sen am ge­schätz­ten Ge­winn für 2017 von 14.50 Fr. je Ak­tie wei­sen sie ein ho­hes Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 23 auf. Die Di­vi­den­de bleibt sta­bil, zum fünf­ten Mal hin­ter­ein­an­der wer­den 12.50 Fr. je Ak­tie be­zahlt. Dar­aus er­rech­net sich ei­ne nach wie vor at­trak­ti­ve Ren­di­te von 3,8%.

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