Ro­che-Stu­die er­freut An­le­ger

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE/GESUNDHEIT - KUE

Auf die­se Mel­dung hat­ten An­le­ger seit Wochen ge­war­tet. Der Phar­ma­kon­zern Ro­che gab ers­te po­si­ti­ve Er­geb­nis­se der zu­las­sungs­re­le­van­ten Stu­die Aphi­ni­ty zum Krebs­mit­tel Per­je­ta be­kannt. «Die po­si­ti­ven Er­geb­nis­se sind ein Gross­er­eig­nis», schrei­ben die Ana­lys­ten der Neu­en Hel­ve­ti­schen Bank. «Sie sind nicht nur für die fi­nan­zi­el­len Zie­le 2017 re­le­vant, son­dern auch län­ger­fris­tig für Her­cep­tin als sehr wich­ti­gen Um­satz­bzw. Wachs­tums­trä­ger.»

Her­cep­tin trug 2016 al­lein 13% zum Kon­zern­um­satz bei, hat aber zum Teil den Pa­tent­schutz be­reits ver­lo­ren. Auf das Me­di­ka­ment ent­fie­len im ver­gan­ge­nen Jahr 6,8 Mrd. Fr. Da die­ses Jahr bio­tech­no­lo­gi­sche Nach­ah­mer­pro­duk­te (Bio­si­mi­lars) auf den Markt kom­men, sind die po­si­ti­ven Stu­di­en­er­geb­nis­se so­mit be­son­ders wich­tig für den Kon­zern.

Pos­tope­ra­ti­ver Ein­satz

Kon­kret hat Ro­che in der Stu­die Per­je­ta in Kom­bi­na­ti­on mit Her­cep­tin und ei­ner Che­mo­the­ra­pie bei ope­rier­ten Pa­ti­en­ten mit ei­ner ag­gres­si­ven Form von Brust­krebs ge­tes­tet. Die Le­bens­er­war­tung sei da­bei deut­lich ge­stie­gen, teil­te Ro­che mit. Da­mit kann der Phar­ma­kon­zern die Wirk­sam­keit von Her­cep­tin noch­mals über­tref­fen. Be­reits heute gilt das Me­di­ka­ment als Be­hand­lungs­stan­dard. Jetzt war­ten An­le­ger auf wei­te­re Stu­di­en­de­tails, die im lau­fen­den Jahr prä­sen­tiert wer­den sol­len.

Mit den Be­hör­den welt­weit wür­den die Da­ten jetzt dis­ku­tiert, teil­te Ro­che mit. Da­bei geht es auch dar­um, die 2012 vor­läu­fig er­teil­te Zu­las­sung von Per­je­ta (in Kom­bi­na­ti­on mit Her­cep­tin und ei­ner Che­mo­the­ra­pie) in ei­ne re­gu­lä­re um­zu­wan­deln. Bis­lang wird die Kom­bi­na­ti­on vor ei­ner Ope­ra­ti­on ein­ge­setzt (neo­ad­ju­vant), in der Aphi­ni­ty-Stu­die wur­de der Ein­satz bis zu ei­nem Jahr nach ei­ner Ope­ra­ti­on (ad­ju­vant) ge­tes­tet.

«Un­ser stra­te­gi­scher Fo­kus oder das Ge­schäfts­mo­dell wer­den sich nicht än­dern.»

9 Mrd. Fr. Um­satz­po­ten­zi­al

Für die Kom­bi­na­ti­on aus Per­je­ta und Her­cep­tin sieht Micha­el Na­wrath, Ana­lyst bei der Zürcher Kan­to­nal­bank, ein Um­satz­po­ten­zi­al von 9 Mrd. Fr. im Jahr 2021. Dies, «weil der Her­cep­tin-Teil der Kom­bi­na­ti­on kaum mit ei­nem Bio­si­mi­lar aus­ge­tauscht wer­den wird», wie er schreibt. Mit Per­je­ta stei­ger­te Ro­che den Um­satz 2016 auf 1,8 Mrd. Fr. – ein Plus von 28%. Es war das Me­di­ka­ment, das in Fran­ken ge­rech­net am meis­ten zum Um­satz­wachs­tum von 1,7 Mrd. Fr. in der Phar­ma­spar­te bei­trug. Nach Schät­zung der Ana­lys­ten von Mor­gan St­an­ley könn­te das Mit­tel sei­nen Um­satz bis 2021 ver­dop­peln und den von Her­cep­tin dann auch über­tref­fen.

Auch wenn die De­tails der Aphi­ni­ty­Stu­die noch feh­len, hat die Mel­dung zu ei­nem kräf­ti­gen Kurs­sprung bei den Ro­che-Ge­nuss­schei­nen ge­führt. Die An­le­ger rech­nen jetzt fast schon si­cher da­mit, dass die Kom­bi­na­ti­on der bei­den Me­di­ka­men­te auch zu­ge­las­sen wird. Die Un­si­cher­heit über den Aus­gang der Stu­die hat­te vie­le In­ves­to­ren in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten mit dem Ein­stieg war­ten las­sen. Die Pa­pie­re blei­ben mit ei­nem Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis (KGV) von 17 für das lau­fen­de Jahr wei­ter­hin at­trak­tiv.

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