Meyer Bur­ger will sich fit trim­men

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE/GESUNDHEIT -

Mit der Ein­stel­lung der ei­ge­nen Dia­mant­draht­pro­duk­ti­on bei Dia­mond Ma­te­ri­als Tech (DMT) in den USA setzt der neue Meyer-Bur­ger-CEO ein ers­tes stra­te­gi­sches Zei­chen. Trotz wie­der­hol­ter Kos­ten­mass­nah­men und Ka­pa­zi­täts­an­pas­sun­gen seit 2012 ge­lang es nicht, aus der Dia­mant­draht­pro­duk­ti­on ein pro­fi­ta­bles Ge­schäft zu ma­chen. Die­se Art der Draht­pro­duk­ti­on ha­be sich in der So­lar­in­dus­trie über die Zeit zu ei­nem Mas­sen­ge­schäft ent­wi­ckelt, so Meyer Bur­ger.

Mit der Schlies­sung von DMT kann der Kon­zern die ope­ra­ti­ven Kos­ten ab dem zwei­ten Se­mes­ter 2017 jähr­lich um 10 Mio. Fr. sen­ken. 72 Mit­ar­bei­ten­de ver­lie­ren in Co­lo­ra­do Springs ih­ren Job. Die Schlies­sung von DMT hat kei­nen Ein­fluss auf die kom­mer­zi­ell wich­ti­gen Dia­mant­draht-Schnei­de­sys­te­me der DW-288-Se­rie zur Her­stel­lung von Si­li­zi­um- und Sa­phir­wa­fern.

Meyer Bur­ger ver­zeich­net auf Ba­sis vor­läu­fi­ger Zah­len im Ge­schäfts­jahr 2016 ei­nen Um­satz von 453 Mio. Fr., ein Plus von 40% im Ver­gleich zum Vor­jahr (323,6 Mio. Fr.). Neue Pro­jek­te in Hö­he von 456 Mio. Fr. ste­hen in den Auf­trags­bü­chern, nach 418,9 Mio. Fr. im Vor­jahr. Mit die­sem Um­satz schafft Meyer Bur­ger im rein ope­ra­ti­ven Ge­schäft wie­der ein po­si­ti­ves Er­geb­nis. Im Jahr zu­vor schrieb das Un­ter­neh­men auf Stu­fe Ebit­da noch deut­lich ro­te Zah­len (–55,9 Mio. Fr.). Das voll­stän­di­ge Jah­res­er­geb­nis wird Meyer Bur­ger am 22. März vor­le­gen.

Ge­mes­sen an den bis­her kom­mu­ni­zier­ten Neu­auf­trä­gen ist das Un­ter­neh­men 2017 kom­mer­zi­ell recht er­folg­reich un­ter­wegs. Meyer Bur­ger mel­de­te di­ver­se grös­se­re Be­stel­lun­gen aus Asi­en und Eu­ro­pa. Zu­letzt war es ei­ne Be­stel­lung als ers­ter Teil eines Rah­men­ver­trags durch ei­nen be­ste­hen­den Fo­to­vol­ta­ik­kun­den aus Chi­na für Perc-Tech­no­lo­gie in Hö­he von 24 Mio. Fr. Sub­stan­zi­el­le Auf­trä­ge für die He­te­ro­junc­tion-Tech­no­lo­gie gab es bis­her je­doch nicht.

Die Meyer-Bur­ger-Ak­tie be­wegt sich seit An­fang Jahr in ei­nem Band zwi­schen 0.70 und 0.80 Fr. Trotz po­si­ti­ver kom­mer­zi­el­ler Nach­rich­ten gab es bis­her we­nig An­lass für die Ak­tie, dar­aus aus­zu­bre­chen. Auch hat­te der neue CEO bis­her nur we­nig über ei­ne all­fäl­li­ge An­pas­sung der Stra­te­gie des Un­ter­neh­mens ver­lau­ten las­sen. Fi­nan­zi­el­le Zie­le für 2017 und dar­über hin­aus dürf­te Meyer Bur­ger erst an­läss­lich der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz En­de März pu­bli­zie­ren.

Da das Un­ter­neh­men nach wie vor Ver­lus­te schreibt, ist die Be­trach­tung von Be­wer­tungs­kenn­zah­len we­nig aus­sa­ge­kräf­tig. An­ge­sichts der nach wie vor ho­hen ope­ra­ti­ven Ri­si­ken und des an­spruchs­vol­len Markt­um­felds in der So­lar­in­dus­trie bleibt ein En­ga­ge­ment in die Ak­ti­en äus­serst spe­ku­la­tiv. An­le­ger soll­ten vor­erst ab­war­ten.

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