Heis­ses Po­ker

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An­le­ger, die kurz­fris­ti­ge Wet­ten mit ho­hem Ge­winn­po­ten­zi­al su­chen, sind bei XBio­tech (Nas­daq XBIT, Kurs: 13.79 $, Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung: 447,7 Mio. $) ge­nau an der rich­ti­gen Adres­se. Doch es sei vor­ge­warnt: Die Ri­si­ken sind schwer ein­schätz­bar. Die Ak­ti­en der Bio­tech-Ge­sell­schaft sind des­halb nur et­was für ab­so­lu­te Spie­ler­na­tu­ren.

XBio­tech ist im April 2015 an die USTech­no­lo­gie­bör­se Nas­daq ge­kom­men. Seit­her ha­ben die Ak­ti­en ge­gen­über dem Aus­ga­be­preis rund 30% an Wert ver­lo­ren. Zwi­schen XBio­tech und Leer­ver­käu­fern – be­feu­ert durch ne­ga­ti­ve Ar­ti­kel des in der Bio­tech-Fi­nanz­sze­ne be­kann­ten Ko­lum­nis­ten Adam Feu­er­stein – ist ein Seil­zie­hen im Gang.

Ver­kaufs­ar­gu­ment im Fo­kus

Feu­er­stein stellt sich auf den Stand­punkt, dass es für das Kern­me­di­ka­ment Xi­lo­nix von XBio­tech kei­ne gu­ten Ver­kaufs­ar­gu­men­te gibt. Für die eu­ro­päi­sche Zu­las­sung hat XBio­tech es pri­mär auf die Zu­nah­me von Mus­kel­mas­se und die Ver­bes­se­rung von Le­bens­qua­li­tät bei Krebs­pa­ti­en­ten ge­tes­tet. Die Ge­sell­schaft ver­tritt den An­satz, dass vie­le Krebs­pa­ti­en­ten nicht am Krebs selbst, son­dern an sei­ner Fol­ge­er­schei­nung, der Ab­ma­ge­rung (Kach­exie), ster­ben. Den Be­weis, dass Xi­lo­nix die Über­le­bens­dau­er ver­län­gert und da­mit tat­säch­lich ge­gen Krebs wirk­sam ist, kann XBio­tech je­doch nicht lie­fern. Al­ler­dings wur­de das Stu­di­en­de­sign zu­sam­men mit der eu­ro­päi­schen Ge­sund­heits­be­hör­de EMA ent­wor­fen, die nun auch für die Zu­las­sung zu­stän­dig ist.

Feu­er­stein und sei­ne An­hän­ger glau­ben den­noch, dass Xi­lo­nix we­gen des aus sei­ner Sicht ge­rin­gen Nut­zen­nach­wei­ses ein Flop auf dem Markt wird, wenn es denn über­haupt zu­ge­las­sen wird. Tat­säch­lich hat die EMA das Me­di­ka­ment bis­lang noch nicht zu­ge­las­sen und hat erst ein­mal wei­te­re In­for­ma­tio­nen ver­langt. Un­ter an­de­rem will sie zu­sätz­li­che Angaben, um das Nut­zen­Ri­si­ko-Pro­fil bes­ser über­prü­fen zu kön­nen. Die De­tails der EMA-Mel­dung sind nicht öf­fent­lich, wes­halb ei­ne Ein­schät­zung zur Trag­wei­te die­ser Be­an­stan­dung schwer mög­lich ist. Ge­ne­rell weist die EMA je­doch die meis­ten Me­di­ka­men­te erst ein­mal zu­rück und for­dert wei­te­re In­for­ma­tio­nen.

Spie­ler wet­ten auf Zu­las­sung

Die EMA wird im April noch­mals über die Zu­las­sung ent­schei­den. Mu­ti­ge An­le­ger set­zen auf die­ses Er­eig­nis. Gibt sie ihr Ein­ver­ständ­nis, dürf­te das zu ei­ner Neu­be­wer­tung der Ak­ti­en füh­ren. Gut mög­lich, dass sie dann in die Hö­he schies­sen. Dass Leer­ver­käu­fer sich dann mit Ak­ti­en ein­de­cken müs­sen, um ih­re Po­si­tio­nen zu glät­ten, dürf­te zu­sätz­lich ak­ze­le­rie­rend wir­ken.

Ge­lingt die Zu­las­sung nicht, dürf­te das den Ak­ti­en er­neut zu­set­zen. Al­ler­dings ist be­reits viel Ne­ga­ti­ves im Kurs ent­hal­ten. Stüt­zend wirkt die Hoff­nung auf gute Da­ten aus ei­ner zu­las­sungs­re­le­van­ten Stu­die für die USA. Da­bei misst XBio­tech im Un­ter­schied zu der in Eu­ro­pa nicht mehr pri­mär die Mus­kel­mas­se und die Le­bens­qua­li­tät, son­dern nun auch die Zahl der über­le­ben­den Pa­ti­en­ten nach acht­zehn Mo­na­ten. Das Mass gilt als Stan­dard zur Wirk­sam­keits­mes­sung bei Krebs­stu­di­en.

Fal­len die Re­sul­ta­te gut aus, ist der Nach­weis end­lich er­bracht, dass Xi­lo­nix tat­säch­lich ge­gen Krebs wirkt. Ei­nem Zu­las­sungs­an­trag in den USA stün­de nicht mehr viel im Weg. Zu­dem dürf­te XBio­tech bei Er­folg die US-Re­sul­ta­te auch in Eu­ro­pa für ei­nen An­trag auf ei­ne Zu­las­sungs­er­wei­te­rung nut­zen.

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