Reiz­vol­le In­no­va­tio­nen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - THOMAS LAN­GE,

Ein in­no­va­ti­ve Va­ri­an­te von Wandelanleihen zeich­net sich durch ei­ne so­ge­nann­te Hy­per Struc­tu­re aus: Steigt der Kurs der zu­grun­de­lie­gen­den Ak­tie über ei­nen be­stimm­ten Wert, wird über ei­nen In­cre­men­tal Sha­re Fac­tor die An­zahl der wan­del­ba­ren Ak­ti­en au­to­ma­tisch nach oben an­ge­passt. Das heisst, bei der Wand­lung er­hält der In­ves­tor ei­ne hö­he­re An­zahl Ak­ti­en, al­ler­dings nur bis zu ei­ner be­stimm­ten Ober­gren­ze.

Kurz ge­sagt: Der Wand­ler be­kommt bei stei­gen­dem Ak­ti­en­kurs zu­sätz­li­che Schub­kraft. Das un­ter­schei­det ihn von tra­di­tio­nel­len Wand­lern, bei de­nen die An­zahl der bei der Um­wand­lung er­hal­te­nen Ak­ti­en zum Zeit­punkt der Emis­si­on fest­ge­legt wird und kon­stant bleibt – egal, wie sich der Ak­ti­en­kurs be­wegt.

Für den In­ves­tor könn­te die Op­ti­on ei­ner Nach­bes­se­rung des Tausch­ver­hält­nis­ses ei­ne at­trak­ti­ve Son­der­aus­stat­tung dar­stel­len. Doch war­um soll­te ein Emit­tent be­reit sein, den Um­wand­lungs­me­cha­nis­mus mit ei­nem Plus an Ak­ti­en zu er­gän­zen? Letzt­lich hat auch die­ses Ex­tra sei­nen Preis.

Der Emit­tent kann da­durch ein­mal die Wand­lungs­prä­mie zum Zeit­punkt der Emis­si­on deut­lich er­hö­hen und/oder den Cou­pon, trotz er­höh­ter Wand­lungs­prä­mie, ver­gleichs­wei­se nied­rig hal­ten. Denn im Re­gel­fall for­dern In­ves­to­ren bei ei­ner ho­hen Wand­lungs­prä­mie ei­ne über­durch­schnitt­lich ho­he No­mi­nal­ver­zin­sung.

Wandelanleihen der Va­ri­an­te Hy­per Struc­tu­re ha­ben al­so durch­aus ih­ren Reiz. Auch wenn oder ge­ra­de weil die Er­gän­zung um ei­nen sol­chen nach­träg­li­chen Ak­ti­en­auf­schlag die Kom­ple­xi­tät der Be­wer­tung er­höht. Ne­ben der an­spruchs­vol­len Hand­ha­be soll­te sich ein In­ves­tor aber auch der deut­lich hö­he­ren Ak­ti­en­sen­si­ti­vi­tät be­wusst sein.

Kürz­lich wur­de der Markt für Wandelanleihen gleich um zwei Ex­em­pla­re die­ser Ra­ri­tät be­rei­chert. Ty­pi­scher­wei­se wie­der in den USA: Mi­cro­chip Tech­no­lo­gy – ein Un­ter­neh­men, das sich auf die Her­stel­lung von Hard­ware und Halb­lei­ter­pro­duk­ten spe­zia­li­siert hat – plat­zier­te zwei Fäl­lig­kei­ten, Mi­cro­chip 15⁄ 2017/2027 über 1,8 Mrd. $ und Mi­cro­chip 21⁄ 2017/2037 über 500 Mio. $. Bei­de Pa­pie­re konn­ten trotz ih­res Jumbo­for­mats zü­gig bei In­ves­to­ren un­ter­ge­bracht wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.