Der Ge­gen­wind nimmt zu

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - STE­PHAN KUHNKE,

US-Tre­a­su­ries stan­den in den ver­gan­ge­nen Ta­gen un­ter Druck. Ei­ner­seits be­stä­tig­te US-Prä­si­dent Do­nald Trump in sei­ner ers­ten Re­de vor dem Kon­gress die Plä­ne für gross­vo­lu­mi­ge In­ves­ti­tio­nen in die In­fra­struk­tur so­wie ei­ne zeit­na­he An­kün­di­gung zur Steu­er­re­form. Mass­nah­men – wenn sie denn auch um­ge­setzt wer­den –, die das oh­ne­hin ro­bus­te Wirt­schafts­wachs­tum wei­ter an­kur­beln und stei­gen­de In­fla­ti­ons­ra­ten nach sich zie­hen wer­den.

An­de­rer­seits be­las­te­ten Äus­se­run­gen füh­ren­der Ver­tre­ter der US-No­ten­bank (Fed), die dar­auf hin­deu­ten, dass ei­ne drit­te Zins­er­hö­hung nicht erst im Ju­ni statt­fin­den könn­te, son­dern be­reits im März zur Dis­kus­si­on steht. Die Geld­ter­min­märk­te re­agier­ten un­mit­tel­bar und prei­sen für ei­nen vor­ge­zo­ge­nen Zins­schritt im März mitt­ler­wei­le ei­ne Wahr­schein­lich­keit von 90% ein. Par­al­lel da­zu stie­gen die Tre­a­su­ry-Ren­di­ten um bis zu 20 Bp.

Auch bei deut­schen Bun­des­an­lei­hen hat der Ge­gen­wind zu­ge­nom­men: Der Anstieg der deut­schen Ver­brau­cher­prei­se im Fe­bru­ar lag mit 2,2% über dem er­war­te­ten Ni­veau und mar­kier­te da­mit den höchs­ten Stand seit Som­mer 2012. Die Teue­rungs­ra­te in der Eu­rozo­ne er­höh­te sich auf 2%, was dem In­fla­ti­ons­ziel der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) ent­spricht. Auch wenn der sprung­haf­te Anstieg pri­mär auf Ba­sis­ef­fek­te im Öl­preis zu­rück­zu­füh­ren ist, kommt die EZB un­ter Druck, frü­her als ge­dacht über ei­ne wei­te­re Re­du­zie­rung der zu­min­dest in Deutsch­land un­ge­lieb­ten An­lei­hen­käu­fe nach­zu­den­ken. Sie dürf­te spä­tes­tens im Herbst be­gin­nen, die An­lei­hen­märk­te auf ei­ne suk­zes­si­ve Rück­füh­rung der Käu­fe ab Ja­nu­ar 2018 vor­zu­be­rei­ten.

Nicht zu­letzt die jüngs­te Ent­span­nung an der po­li­ti­schen Front zog Ge­winn­mit­nah­men und stei­gen­de Ren­di­ten bei deut­schen Bun­des­an­lei­hen nach sich, die zu­vor als si­che­rer Ha­fen fun­gier­ten. Im Ge­gen­zug liess das ge­mäss Um­fra­gen ab­neh­men­de Ri­si­ko eines Wahl­siegs von Ma­ri­ne Le Pen bei den im April bzw. Mai an­ste­hen­den Wah­len in Frank­reich die Ka­pi­tal­markt­teil­neh­mer au­f­at­men. Die Ri­si­ko­auf­schlä­ge von Staats­an­lei­hen aus Frank­reich, Ita­li­en und Spa­ni­en gin­gen ent­spre­chend zu­rück – ein Trend, der sich in den nächs­ten Wochen fort­set­zen soll­te.

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