Ganz dicht

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Es weht ein rau­er Wind über den Ab­schluss­deich. Die sturm­fes­ten Nie­der­län­der schei­nen die fri­sche Bri­se je­doch zu ge­nies­sen – so­lan­ge das Meer bleibt, wo es hin­ge­hört: auf der an­de­ren Sei­te des Sperr­damms (der Afs­luit­di­jk, 32 km lang, trennt das Bin­nen­ge­wäs­ser Ijs­sel­meer von den Ge­zei­ten des

Wat­ten­meers). Die eta­blier­ten po­li­ti­schen Kräf­te der Nie­der­lan­de dürf­ten in ähn­li­cher Wei­se ei­nen Schutz­wall bil­den, falls die Par­tij voor de Vri­jheid (PVV, Par­tei für die Frei­heit) von Geert Wil­ders in der Par­la­ments­wahl vom 15. März tri­um­phie­ren soll­te. Wil­ders geht Oran­je über al­les; Ma­ri­ne Le Pen mag er ganz gut, die EU über­haupt nicht, Is­la­mi­sches noch we­ni­ger. Mög­lich, dass sei­ne PVV die meis­ten Ab­ge­ord­ne­ten stel­len wird, doch für ei­ne Mehr­heit in der 150 Sit­ze zäh­len­den Tweede Ka­mer wird es wohl bei wei­tem nicht rei­chen. Mög­lich auch, dass Mi­nis­ter­prä­si­dent Mark Rut­te von der rechts­li­be­ra­len VVD wei­ter re­gie­ren wird, zu­sam­men mit Christ- oder So­zi­al­de­mo­kra­ten und/oder an­dern Ko­ali­ti­ons­part­nern. Das Schus­tern ei­nes Mehr­par­tei­en­bünd­nis­ses kann im frag­men­tier­ten Haa­ger Par­la­ment ei­ne lang­wie­ri­ge, um­ständ­li­che An­ge­le­gen­heit wer­den. Doch der Ab­schluss­deich wird dicht blei­ben.

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