Op­fer des Er­folgs

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN -

Es kommt im­mer wie­der vor, dass Fonds­an­bie­ter ih­re Pro­duk­te zu­min­dest für neue Kun­den schlies­sen. Fast im­mer pas­siert dies dann, wenn dem Fonds zu vie­le Mit­tel zu­ge­flos­sen sind, die er aus sei­ner Sicht nicht sinn­voll an­le­gen kann. Die­ses Vor­ge­hen nennt sich Soft Clo­sing, da be­reits in­ves­tier­te Kun­den wei­ter­hin Fonds­an­tei­le kau­fen oder ver­kau­fen kön­nen.

Ein Soft Clo­sing ist grund­sätz­lich ei­ne tem­po­rä­re Mass­nah­me, die je nach Um­stän­den aber lan­ge an­hal­ten kann. So hat der Ver­mö­gens­ver­wal­ter Fi­de­li­ty sei­nen be­kann­tes­ten Fonds Ma­gel­lan zehn Jah­re für Neu­kun­den ge­schlos­sen, be­vor er 2008 wie­der ge­öff­net wur­de.

Die An­kün­di­gung ei­ner Teil­schlies­sung kann kurz­fris­tig ei­nen po­si­ti­ven Ef­fekt ha­ben, weil der Fonds ex­klu­siv wird. Mit­tel­fris­tig dro­hen aber auch ne­ga­ti­ve Fol­gen. So fal­len ge­schlos­se­ne Fonds et­wa aus Emp­feh­lungs­lis­ten her­aus oder aus dem Fo­kus von pro­fes­sio­nel­len In­ves­to­ren.

Eher sel­ten grei­fen Fonds­ge­sell­schaf­ten zur kom­plet­ten Schlies­sung ei­nes Fonds – zum so­ge­nann­ten Hard Clo­sing. Wird ein sol­cher Schritt an­ge­kün­digt, dro­hen dem Fonds er­heb­li­che Ab­flüs­se. Kaum ein An­le­ger wird sein Geld in ei­nem Fonds be­las­sen, bei dem er nicht weiss, zu wel­chem Zeit­punkt er sei­ne Fonds­an­tei­le ver­kau­fen kann.

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