VP Bank hat Kriegs­kas­se

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - MH

Die VP Bank hat ein sehr gu­tes Er­geb­nis er­wirt­schaf­tet. Be­rei­nigt um die po­si­ti­ven Ein­mal­ef­fek­te des Vor­jah­res hat das Liech­ten­stei­ner In­sti­tut den Jah­res­ge­winn um fast 90% ver­bes­sert und mar­kan­te Grös­sen­vor­tei­le aus dem Kauf der Cen­trum Bank er­reicht. Ein ak­ti­ves Bi­lanz­ma­nage­ment hat zu­dem zu ei­ner wei­te­ren Er­hö­hung der Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te bei­ge­tra­gen. Die Fir­men­lei­tung be­zeich­net das er­reich­te Ge­winn­ni­veau als «gu­te Ba­sis». So­mit ist die an­ge­kün­dig­te Di­vi­den­den­er­hö­hung nach­hal­tig und die Be­we­gungs­frei­heit der Un­ter­neh­mens­lei­tung in­takt.

Wie CEO Al­f­red Moeck­li an der Me­di­en­kon­fe­renz aus­führ­te, er­rech­net sich aus der ho­hen Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 27% ei­ne Kriegs­kas­se von rund 400 Mio. Fr. Aus­ser­dem stün­den ei­ge­ne Ak­ti­en im Markt­wert von 80 Mio. Fr. zur Ver­fü­gung, dar­über hin­aus könn­ten ei­gen­ka­pi­tal­ähn­li­che In­stru­men­te in der Hö­he von rund 60 Mio. Fr. aus­ge­ge­ben wer­den.

Über­nah­me in Asi­en?

Die Bank könn­te so pro­blem­los über 500 Mio. Fr. für Über­nah­men lo­cker­ma­chen. Ge­mäss Moeck­li könn­te der Kauf von ver­wal­te­ten Ver­mö­gen bis 25 Mrd. Fr. fi­nan­ziert wer­den. Al­ler­dings müs­se der Preis stim­men, im ver­gan­ge­nen Jahr sei­en meh­re­re mög­li­che Über­nah­men ge­prüft, aber ver­wor­fen wor­den. 2017 ste­he ei­ni­ges zum Ver­kauf.

Ei­ne Ak­qui­si­ti­on ist not­wen­dig, denn mit or­ga­ni­schem Wachs­tum al­lein kommt die Bank­grup­pe bis 2020 nicht von heu­te 36 Mrd. Fr. auf die an­ge­streb­ten ver­wal­te­ten Ver­mö­gen von 50 Mrd. Fr. Wei­ters Wachs­tum ist nö­tig, um die In­fra­struk­tur aus­zu­las­ten und die für ei­ne Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­bank noch be­schei­de­ne Pro­fi­ta­bi­li­tät zu ver­bes­sern. Gut mög­lich, dass VP dem­nächst in Asi­en zu­schlägt, um die Sta­gna­ti­on bei den ver­wal­te­ten Ver­mö­gen zu über­win­den. Die Liech­ten­stei­ner könn­ten sich für das Asi­en­ge­schäft der RBC (Roy­al Bank of Ca­na­da) in­ter­es­sie­ren, das ge­mäss Agen­tur­be­rich­ten ver­kauft wer­den könn­te. 2016 hat­te VP in den asia­ti­schen Märk­ten er­freu­li­che Neu­geld­zu­flüs­se ver­zeich­net, sag­te Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Fre­dy Vogt. Eu­ro­päi­sche Kun­den zie­hen hin­ge­gen wei­ter­hin Ver­mö­gen von der VP Bank ab.

In­ves­tie­ren statt spa­ren

Die sat­te Ka­pi­tal­aus­stat­tung er­mög­licht ein for­cier­tes or­ga­ni­sches Wachs­tum. So soll in den nächs­ten drei Jah­ren die An­zahl Kun­den­be­ra­ter von 135 um 75 Per­so­nen er­höht wer­den. Die­se Ein­stel­lungs­wel­le be­deu­tet auch, dass die Kos­ten in nächs­ter Zeit sta­gnie­ren, wenn nicht stei­gen wer­den, wie Fi­nanz­chef Sieg­bert Nä­scher aus­führ­te.

Auch wenn der Fort­schritt in der ope­ra­ti­ven Pro­fi­ta­bi­li­tät zu­guns­ten ei­ner län­ger­fris­ti­gen Wachs­tums­stra­te­gie ver­lang­samt wird, könn­ten Di­vi­den­de und Ak­ti­en­kurs stei­gen, da zu­sätz­lich Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gram­me lau­fen. Das ge­gen­wär­ti­ge Pro­gramm er­laubt den Er­werb von ma­xi­mal 10% der Ti­tel (120 000 Stück); bis da­to wur­den 88 000 zu­rück­ge­kauft. Trotz der mar­kan­ten Auf­wer­tung ha­ben die VP-Va­lo­ren des­halb wei­te­res Wert­stei­ge­rungs­po­ten­zi­al.

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