Ge­org Fi­scher und Ga­le­ni­ca

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

Wer schon zu vie­le Tri­vi­al-Char­t­ana­ly­sen ge­se­hen hat, dem fällt es schwer zu glau­ben, aber tech­nisch hat sich bei Ge­org Fi­scher in der ver­gan­ge­nen Wo­che rein gar nichts ver­än­dert. Ob­schon in Si­tua­tio­nen wie jüngst manch­mal von Aus­brü­chen und Kauf­si­gna­len die Re­de ist – die Ak­tie hat das Kauf­si­gnal schon vor­her ge­ge­ben.

In der ver­gan­ge­nen Wo­che wur­de es noch für je­den sicht­bar. In­for­ma­tio­nen sind al­ler­dings nur dann be­son­ders wert­voll, wenn noch nicht je­der sie hat.

Dem Schein vor­aus

Im Chart ist zwi­schen Ok­to­ber und Ja­nu­ar ein Flag ent­stan­den. Das ist ei­ne nor­ma­le Kon­so­li­die­rungs­struk­tur. Da­mit hat die Ak­tie schon an­ge­sagt, dass die Schwä­che vor­über­ge­hend sein wür­de. Über den Fe­bru­ar hin­weg hat sich dann ei­ne po­si­ti­ve Di­ver­genz auf­ge­baut. Sie ent­steht, wenn die Kur­se neue Tiefs schrei­ben, die Mo­men­tum- in­di­ka­to­ren je­doch nicht. Das hat an­ge­kün­digt, dass der Kon­so­li­die­rung der Nach­schub aus­ge­hen wür­de.

Auf Ba­sis der Kon­so­li­die­rungs­grös­se lässt sich er­mit­teln, wo un­ge­fähr der nächs­te Eck­punkt liegt. Ge­org Fi­scher ist jetzt genau an die­ser Stel­le. Der Ti­tel war vor ei­nem Mo­nat ein Kauf, bes­ten­falls noch vor zehn Ta­gen, aber jetzt nicht mehr. Was im Zei­t­raum ei­ni­ger Mo­na­te mög­lich war, ist in­zwi­schen ab­ge­lau­fen. Um GF wird es dem­nächst wie­der ru­hi­ger wer­den, wenn die Ak­tie in die nächs­te Kor­rek­tur ein­schwenkt. In­ves­to­ren, die ei­ne län­ge­re Per­spek­ti­ve ver­fol­gen, re­du­zie­ren ih­re Po­si­tio­nen, um spä­ter zu tie­fe­ren Kur­sen er­neut zu­kau­fen zu kön­nen. So ei­ne Ge­le­gen­heit wie im Ja­nu­ar wird wie­der kom­men.

Nicht aufs Letz­te ge­hen

Ga­le­ni­ca hat im Ok­to­ber ei­ne Fal­ling Wedge aus­ge­bil­det. An die­ser Struk­tur in­ter­es­sie­ren nicht die Li­ni­en, die ir­gend­wel­che Si­gna­le aus­lö­sen kön­nen, son­dern ih­re Ei­gen­schaf­ten. Wenn ei­ne sol­che Struk­tur auf­tritt, han­delt es sich mit ho­her Wahr­schein­lich­keit um das En­de ei­nes Trends. In die­sem Fall ist es wohl we­nigs­tens das En­de der im Ju­li bei 1360 Fr. ge­star­te­ten Ab­wärts­be­we­gung, viel­leicht so­gar des grös­se­ren, im Ok­to­ber 2015 bei 1600 Fr. ge­star­te­ten Trends. Genau liess sich das zu die­sem Zeit­punkt nicht be­stim­men, aber was zu tun ist, war trotz­dem klar.

Auch die in der Zwi­schen­zeit auf­ge­lau­fe­nen Da­ten sind noch nicht ein­deu­tig. Des­halb ist es an­ge­ra­ten, mit Sze­na­ri­en zu ar­bei­ten. Da selbst das un­güns­tigs­te da­von noch Spiel­raum bis 1280 Fr. ge­währt, wird die­ses Vor­ge­hen kein Nach­teil sein.

Markt­tech­nik ist Theo­rie, In­ves­tie­ren ist Pra­xis. Als In­ves­tor wür­de ich da­von aus­ge­hen, dass die Ak­tie dann bei 1280 Fr. in­ner­halb von sechs Mo­na­ten rund 35% ge­stie­gen und des­halb über­kauft sein wird. Ich wür­de mir des­halb ei­ne Tak­tik über­le­gen, die die Din­ge nicht bis auf den letz­ten Rap­pen aus­zu­rei­zen ver­sucht. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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