Zwei­fel an Kür­zun­gen

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASALLE BROKERAGE,

Die Ein­hal­tung der Opec-Quo­ten va­ri­iert von Land zu Land mas­siv.

Die «Sta­te-of-the-Uni­on»Re­de von US-Prä­si­dent Trump vor dem Kon­gress brach­te für die Roh­stoff­märk­te kei­ne neu­en Er­kennt­nis­se. Auch die Hoff­nung auf mehr De­tails zu den Konjunktur- und Steu­er­plä­nen konn­te sie nicht er­fül­len. Den­noch war so man­cher Markt­teil­neh­mer von der ru­hi­gen, ver­söhn­li­chen Art Trumps an­ge­tan. Der US-Dol­lar ten­dier­te dar­auf­hin stär­ker. Laut US-No­ten­bank­che­fin Ja­net Yel­len, die En­de Wo­che eben­falls ei­ne Re­de hielt, dürf­te der Weg für ei­ne wei­te­re Er­hö­hung des US-Leit­zin­ses in der Sit­zung des Of­fen­markt­aus­schus­ses nächs­te Wo­che ge­eb­net sein.

Der Gold­preis (Comex) ten­dier­te über den Mo­nats­wech­sel nach un­ten. Nach ei­nem Vier­mo­na­te­re­kord von knapp 1265 $ pro Fein­un­ze zum Wo­chen­auf­takt ver­lor der Kon­trakt bis zum Wo­chen­schluss gut 40 $. Die­se Wo­che hält der Druck wei­ter an. Am Di­ens­tag­nach­mit­tag kos­te­te Gold (Comex) nur noch 1216 $ pro Fein­un­ze.

An den Öl­märk­ten feh­len wei­ter­hin die Im­pul­se. Markt­teil­neh­mer wer­den zu­neh­mend skep­tisch, ob es ge­lingt, das glo­ba­le Öl­an­ge­bot und die Nach­fra­ge aus­zu­ba­lan­cie­ren. Zwar scheint die im Ja­nu­ar ein­ge­führ­te För­der­dros­se­lung auf dem Pa­pier prak­tisch per- fekt ge­klappt zu ha­ben. Be­trach­tet man die Ni­veaus der ein­zel­nen Pro­du­zen­ten­län­der, va­ri­ie­ren die Ein­hal­tungs­quo­ten aber mas­siv.

Ein­mal mehr führt die Ak­ti­on klar die Hand­schrift Sau­di-Ara­bi­ens. Das «Züng­lein an der Waa­ge» hat die Haupt­last mit 744 000 Fass Öl auf sich ge­nom­men und weit mehr ge­kürzt, als von ihm ver­langt wur­de. Ein an­de­rer wich­ti­ger Ver­bün­de­ter, Russ­land, kommt al­ler­dings nicht vom Fleck. Im Fe­bru­ar hat Russ­land 11,2 Mio. Fass Öl pro Tag pro­du­ziert und bis jetzt gera­de mal 100 000 Fass ge­kürzt.

Der US-Sha­le-Boom setzt sich der­weil wei­ter fort. Dem Öl­dienst­leis­ter Ba­ker Hug­hes zu­fol­ge stie­gen die so­ge­nann­ten US-Rigs die sieb­te Wo­che in Fol­ge um 7 auf 609 ak­ti­ve US-Bohr­an­la­gen und ver­hin­der­ten so ei­ne grös­se­re Preis­ral­ly am Öl­markt.

Das an den Märk­ten seit De­zem­ber gül­ti­ge Preis­band – bei Fu­tures auf Brent-Öl (ICE) liegt es zwi­schen 54 und 58 $, für US-Öl der Sor­te WTI (Nymex) zwi­schen 52 und 55 $ pro Fass – hat wei­ter Gül­tig­keit. Zwar nah­men letz­te Wo­che die Net­to-Long-Po­si­tio­nen der Fi­nanz­in­ves­to­ren erst­mals seit län­ge­rem wie­der ab. Ge­mäss dem Com­mit­ment-of-Tra­ders-Be­richt (CFTC) re­du­zier­ten spe­ku­la­ti­ve Fonds zum Mo­nats­en­de ge­gen­über der Vor­wo­chen­pe­ri­ode um 6,5% auf 386 707 Net­to-Longs. An der ICE nah­men die Net­to-Lon­gPo­si­tio­nen auf Brent-Öl 7,5% auf im­mer noch enor­me 469 189 Net­to-Longs ab. Bis En­de Wo­che wur­de das un­te­re En­de der Preis­ran­ge er­neut aus­ge­lo­tet. Ein Fass Brent (ICE) no­tier­te zeit­wei­se noch bei 55 $, ein Fass WTI-Öl (Nymex) han­del­te um 52.50 $. Bis Di­ens­tag­mit­tag ten­dier­ten die Prei­se wie­der et­was hö­her.

An den Ge­trei­de­märk­ten mach­ten letz­te Wo­che Ge­rüch­te die Run­de, Prä­si­dent Trump könn­te an­läss­lich sei­ner Re­de vor dem Kon­gress die Re­geln für die US-Bi­odie­sel­pro­duk­ti­on an­pas­sen – was die Bei­mi­schung von So­ja­öl er­hö­hen wür­de. Das wur­de aber vom Weis­sen Haus de­men­tiert.

Das Wet­ter in Süd­ame­ri­ka dürf­te für die Ern­ten gut sein. Lo­gis­ti­sche Pro­ble­me herr­schen al­ler­dings im Nord­os­ten Bra­si­li­ens, wo Stras­sen blo­ckiert sind und mit So­ja be­la­de­ne Last­wa­gen nicht an die Ver­schif­fungs­hä­fen ge­lan­gen. Wei­zen (CBOT) klet­ter­te am Mon­tag we­gen der an­hal­ten­den Tro­cken­heit in den US-Plains auf ein Wo­chen­hoch zu 4.625 $ pro Bus­hel.

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