Wall­s­treet nimmt den Fuss vom Gas

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - HF

An­le­ger wol­len Ge­wiss­heit über den Zins­ver­lauf. Snap fal­len un­ter den Er­öff­nungs­kurs.

Port­fo­lio her­zu­stel­len, wo­zu ei­ne Atem­pau­se hilft. An­lass da­zu bie­tet die Sit­zung des Of­fen­markt­aus­schus­ses des Fed nächs­te Wo­che. Nur ein Zwi­schen­fall, et­wa ein schlech­ter Ar­beits­markt­be­richt für Fe­bru­ar am Frei­tag, könn­te die Geld­hü­ter noch da­zu brin­gen, auf ei­ne Zins­stei­ge­rung zu ver­zich­ten. Der Ter­min­markt spie­gelt in­zwi­schen ei­ne 98%-Wahr­schein­lich­keit, dass es zu ei­nem Zins­schritt kommt. Ver­tre­ter des Fed ha­ben den Markt ent­spre­chend «mas­siert», zu­letzt Fed-Che­fin Ja­net Yel­len selbst, die En­de der letz­ten Wo­che der US-Wirt­schaft in ei­ner Re­de ein gu­tes Zeug­nis aus­stell­te.

Es wä­re die drit­te Leit­zins­stei­ge­rung seit der Fi­nanz­kri­se von 2007/2008. Das neue Ziel­band für Ta­ges­geld wür­de sich zwi­schen 0,75 und 1% be­we­gen – ein wich­ti­ger Schritt in Rich­tung Nor­ma­li­sie­rung, im his­to­ri­schen Ver­gleich aber im­mer noch nied­rig und da­mit po­si­tiv für die Wirt­schaft.

Gleich­wohl hal­ten die An­le­ger in­ne. Auf­pas­sen heisst es auf die In­fla­ti­on, die das No­ten­bank­ziel von 2% über­schrit­ten hat, von Öko­no­men we­gen des nach­las­sen­den Ba­sis­ef­fekts im Früh­jahr aber wie­der schwä­cher er­war­tet wird. Die Roh­stoff­prei­se sind un­ter Füh­rung von Kup­fer, Ei­sen- erz und Zink in die­sen Ta­gen zu­rück­ge­gan­gen, und die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Tre­a­su­ries ist mit 2,51% nicht hö­her als An­fang Jahr. Aber je stär­ker die Wirt­schaft und der Ar­beits­markt, des­to hö­her wird das In­fla­ti­ons­ri­si­ko.

Ge­ne­ral Mo­tors ist das Sor­gen­kind Opel los. Bei den Ak­tio­nä­ren kam der Ver­kauf an Peu­geot al­ler­dings we­ni­ger gut an. Die Ak­ti­en ga­ben nach an­fäng­li­chem Ge­winn auf 37.38 $ nach (per sal­do seit Frei­tag –2,2%). Die Trans­ak­ti­on sei sinn­voll, die Be­din­gun­gen für den Ver­käu­fer aber we­nig at­trak­tiv, kom­men­tiert aus Deutsch­land die Pri­vat­bank Be­ren­berg.

Für Fi­at Chrys­ler sei ein Schul­ter­schluss mit GM wei­ter­hin ein The­ma, sag­te Fi­at-Chrys­ler-Chef Ser­gio Mar­chion­ne am Gen­fer Au­to­sa­lon. Ein Zu­sam­men­ge­hen blei­be trotz des Opel-Ver­kaufs nach Frankreich er­stre­bens­wert.

Ei­nen Dämp­fer er­lit­ten die Phar­maak­ti­en. US-Prä­si­dent Do­nald Trump be­teu­er­te vor Bör­sen­er­öff­nung am Di­ens­tag in ei­nem Tweet (wie sonst?), für mehr Wett­be­werb und da­mit tie­fe­re Me­di­ka­men­ten­prei­se zu sor­gen. Merck ver­lo­ren 1% auf 65.96 $, Pfi­zer 1,4% auf 34.05 $.

Dass die Bäu­me nicht in den Him­mel wach­sen, muss­ten schon früh die Ak­tio­nä­re der Fo­to-App Snap­chat er­fah­ren. Nur we­ni­ge Ta­ge nach dem IPO tauch­te der Snap-Kurs mehr als 12% auf 21.60 $ und da­mit un­ter den Er­öff­nungs­kurs von 24 $ am Don­ners­tag (Aus­ga­be­preis 17 $). Auch zu die­sem Kurs ist das noch im­mer de­fi­zi­tä­re und ei­nen Um­satz von 404 Mio. $ auf­wei­sen­de Un­ter­neh­men mit 25 Mrd. $ (!) be­wer­tet. Die aus­ge­ge­be­nen Ak­ti­en ha­ben kein Stimm­recht, und Bran­chen­ken­ner spre­chen von har­ter Kon­kur­renz von Face­book mit sei­nen Platt­for­men Ins­ta­gram und WhatsApp.

In Eu­ro­pa ver­är­ger­te die Deut­sche Bank die An­le­ger mit ei­ner Ka­pi­tal­er­hö­hung von 8 Mrd. €. Das strahl­te auch auf US-Ban­ken­wer­te ab, J. P. Mor­gan ver­lo­ren 1,1% auf 91.80 $.

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