Face­book bleibt «Ever­y­bo­dy’s Dar­ling»

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE -

Die drei wich­tigs­ten So­ci­al-Me­dia-Ti­tel – Face­book, Twit­ter und Snap – auf Ba­sis des Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis­ses (KGV) zu ver­glei­chen, ist zum Schei­tern ver­ur­teilt. Twit­ter und Snap ha­ben noch nie ei­nen Ge­winn er­wirt­schaf­tet. Da­bei wur­de Twit­ter be­reits 2006, Snap 2011 ge­grün­det. Bei­de wer­fen die Fra­ge auf, ob sich mit sol­chen Di­ens­ten über­haupt Geld ver­die­nen lässt. Ver­gan­ge­nes Jahr hat­ten Sa­les­force, Goog­le, App­le und Walt Dis­ney Ein­blick in die Bü­cher von Twit­ter ge­nom­men – al­le aber ab­ge­wun­ken.

Snap stand auch schon ein­mal auf der Ein­kaufs­lis­te, und zwar aus­ge­rech­net auf der von Face­book. Weil der Chat-Di­enst dort stark ist, wo der Markt­füh­rer schwä­chelt, näm­lich bei den jun­gen Leu­ten, bot Face­book-CEO Mark Zu­cker­berg 3 Mrd. $. Die Snap-Grün­der woll­ten nicht. Gut ge­po­kert: Die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von Snap er­reicht nun 28,7 Mrd. $.

Face­book er­wirt­schaf­tet als Ein­zi­ger der drei ei­nen Ge­winn – ei­nen sehr or­dent­li­chen so­gar. Dank ziel­ge­rich­te­ter An­non­cen er­reich­te der Pro­fit im ver­gan­ge­nen Jahr mehr als 10 Mrd. $ – ein Plus von 177%. An der Bör­se hat das sei­nen Preis: Face­book kommt auf ein KGV 2017 von 31. Pro Nut­zer er­wirt- schaf­tet Face­book im Schnitt ei­nen Um­satz von 4,83 $. Der Blick auf die Mo­na­te kurz vor dem Bör­sen­gang zeigt ein dif­fe­ren­zier­te­res Bild: Im Quar­tal vor dem IPO kam Face­book auf ei­nen durch­schnitt­li­chen Um­satz pro Nut­zer von 1,21 $, Snap er­reich­te da 1,05 $ – al­so gar nicht so weit ent­fernt.

Neh­men In­ves­to­ren das Kurs-Um­satz-Ver­hält­nis als Mass­stab, kommt Face­book – we­nig ver­wun­der­lich – am teu­ers­ten mit ei­ner Kenn­zif­fer von 15. Twit­ter wird hier auf 4 ta­xiert, Snap auf 3. Bei Twit­ter sieht die Mehr­zahl der Ana­lys­ten kei­nen Ge­winn in ab­seh­ba­rer Zeit. Snap wird noch nicht von vie­len be­ob­ach­tet. Bis­lang ha­ben zwei Ex­per­ten das Ver­dikt Ver­kau­fen ge­fällt. Twit­ter emp­feh­len sie­ben zum Ver­kauf, 17 zum Hal­ten, nur ei­ner zum Kauf. Face­book ist «Ever­bo­dy’s Dar­ling»: 27 ra­ten zum Auf­sto­cken, drei zum Hal­ten, kei­ner zum Ver­kauf. Kein Wun­der, no­tie­ren die Pa­pie­re auf All­zeithoch.

Al­les spricht für Face­book, zu­mal der Platz­hirsch scham­los er­folg­rei­che Funk­tio­nen von Snap ab­kup­fert. We­sent­li­ches Ka­pi­tal von Snap bleibt die ju­gend­li­che Nut­zer­schaft. Al­ler­dings ist noch un­klar, ob die Ge­sell­schaft dar­aus Ka­pi­tal schla­gen kann. Twit­ter ist das – trotz eben­so at­trak­ti­ven Nut­zern – nicht ge­lun­gen. Und es sieht auch nicht so aus, als wür­de der Tur­naround mit dem ak­tu­el­len Ma­nage­ment ge­lin­gen.

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