As­com setzt auf ei­ge­ne Soft­ware

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE - EM

Hat As­com die Trans­for­ma­ti­ons­pha­se nun hin­ter sich, oder wird auch 2017 ein «Über­gangs­jahr»? Ei­ne kla­re Ant­wort er­hiel­ten In­ves­to­ren und Ana­lys­ten am Don­ners­tag bei der Prä­sen­ta­ti­on des voll­stän­di­gen Fi­nanz­aus­wei­ses 2016 in Zü­rich nicht. Nach dem Ver­kauf der Spar­te Net­work Tes­ting be­steht der ehe­ma­li­ge Kon­zern noch aus ei­nem ein­zi­gen Ge­schäfts­feld na­mens Wi­re­less So­lu­ti­ons – mo­bi­le Lö­sun­gen. Der Um­satz ist 2016 da­durch von 410,8 auf 354,3 Mio. Fr. ge­schrumpft.

Wi­re­less So­lu­ti­ons setz­te im letz­ten Jahr zwei von drei Fran­ken mit An­ge­bo­ten für den Ge­sund­heits­be­reich um. Bis 2020 sol­len es drei von vier sein. Nach ei­ner sta­gnie­ren­den Um­satz­ent­wick­lung im Kern­ge­schäft 2016 er­war­tet das Un­ter­neh­men im lau­fen­den Jahr ein Wachs­tum von 3 bis 6%, bei ei­ner Pro­fit­mar­ge im ope­ra­ti­ven Ge­schäft (Ebit­da) von 14 bis 15%. Bis 2020 will CEO Hol­ger Cordes das Wachs­tum auf 7 bis 10% be­schleu­ni­gen und die Ebit­daMar­ge auf 20% aus­wei­ten.

As­com konn­te das Haupt­stück des One Com­pa­ny ge­nann­ten Re­struk­tu­rie­rungs­pro­gramms En­de Sep­tem­ber 2016 ab­schlies­sen. Die De­ves­ti­ti­on des Be­reichs war schmerz­haft. Zum ei­nen muss­te die de­fi­zi­tä­re Spar­te für neun Mo­na­te in der Kon­zern­rech­nung kon­so­li­diert wer­den. Zum an­de­ren ver­ur­sach­te sie we­gen ei­ner Good­will­rück­füh­rung ei­nen aus­ser­or­dent­li­chen Ver­lust in Hö­he von 145,1 Mio. Fr., der die Ge­winn­ent­wick­lung im Ge­samt­jahr ver­mies­te. Die Good­will­rück­füh­rung aus dem Ver­kauf ist je­doch nicht cashre­le­vant und hat so­mit das Ei­gen­ka­pi­tal und die Li­qui­di­täts­si­tua­ti­on des Kon­zerns nicht be­ein­träch­tigt.

Um De­ves­ti­ti­ons- und Re­struk­tu­rie­rungs­kos­ten be­rei­nigt, brach­te es As­com 2016 auf ei­ne Ebit­da-Mar­ge von 13,9%. Mit ei­ner Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 35,9% steht das Un­ter­neh­men fi­nan­zi­ell so­li­de da. Das hat den Ver­wal­tungs­rat ver­an­lasst, ei­ne Er­hö­hung der Di­vi­den­de von 0.45 auf 0.80 Fr. zu be­an­tra­gen.

Um die für 2020 fest­ge­leg­ten Wachs­tums­zie­le zu er­rei­chen, setzt As­com voll auf den Ab­satz von ICT-Lö­sun­gen für den Ge­sund­heits­sek­tor, be­son­ders auf Soft­ware. «Wir wer­den die Ent­wick­lung des Soft­ware­ge­schäfts be­schleu­ni­gen», sagt Hol­ger Cordes. Das soll so­wohl den Um­satz ver­grös­sern als auch die Pro­fi­ta­bi­li­tät ver­bes­sern. 2016 wuchs der Soft­ware­um­satz mit 17% am schnells­ten.

Bis 2020 sol­len die Ent­wick­lung pro­prie­tä­rer Soft­ware so­wie Ein­nah­men aus Li­zen­zen, Subskrip­tio­nen und Sup­port hel­fen, die Brut­to­mar­ge auf 55 bis 57% zu er­hö­hen. Das soll nach Ab­zug von Ent­wick­lungs- und Ver­triebs­kos­ten zur Ebit­da-Mar­ge von 20% füh­ren. Mit ei­nem für 2017 ge­schätz­ten Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 20 neh­men die Ti­tel be­reits viel Wachs­tums­ver­mö­gen vor­weg. Zu­käu­fe drän­gen sich auf dem ak­tu­el­len Kurs­ni­veau nicht auf.

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