Ak­ti­en mit Gold ab­si­chern

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - JOE CORBACH,

Ge­gen ei­ne Bör­sen­kor­rek­tur schützt Gold, das zu­letzt ge­lit­ten hat.

Nach ei­nem star­ken Start ins neue Jahr, in des­sen ers­ten zwei Mo­na­ten sich Gold rund 10% auf­wer­te­te, sind die Edel­me­tall­prei­se im März un­ter Druck ge­ra­ten. Seit dem Hoch En­de Fe­bru­ar ist der Gold­preis 4% auf 1204 $/Un­ze ge­fal­len. Ein­ge­läu­tet wur­de die Kor­rek­tur durch Äus­se­run­gen ver­schie­de­ner Mit­glie­der der US-No­ten­bank. Sie klan­gen über­ra­schend wohl­wol­lend ge­gen­über ei­ner re­strik­ti­ve­ren Geld­po­li­tik. Das schür­te kurz vor dem Zins­ent­scheid von nächs­ter Wo­che die Er­war­tun­gen ei­nes An­stiegs der US-Zins­kur­ve.

Der jüngs­te Preis­rück­gang könn­te sich aber als at­trak­ti­ver Ein­stiegs­zeit­punkt für lang­fris­tig ori­en­tier­te An­le­ger er­wei­sen. Vor dem Hin­ter­grund der an­hal­ten­den Ak­ti­en­ral­ly macht sich lang­sam ei­ne ge­wis­se Ner­vo­si­tät bei den An­le­gern breit. Vie­le fra­gen sich, wie lan­ge der Trend noch wei­ter­läuft.

Seit dem Tief­punkt der Fi­nanz­kri­se vor fast auf den Tag ge­nau acht Jah­ren leg­ten die Ak­ti­en­märk­te welt­weit ei­ne bei­spiel­lo­se Er­ho­lungs­ral­ly hin. Der S&P 500 no­tiert der­zeit bei 2360, 250% über dem Tief von 666 Punk­ten im März 2009. Auch die­ses Jahr lie­gen die Ak­ti­en­in­di­zes nach dem noch nicht mal ab­ge­schlos­se­nen ers­ten Vier­tel schon wie­der be­reits über 5% im Plus. Im­mer mehr In­ves­to­ren trau­en je­doch die­ser Ent­wick­lung, die mit der Trump-Ral­ly in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten noch ei­nen wei­te­ren Schub er­hal­ten hat, nicht mehr ganz über den Weg. Die stei­gen­den Zin­sen am Ho­ri­zont ma­chen es In­ves­to­ren aber auch nicht ganz ein­fach, das Geld in An­lei­hen um­zu­schich­ten.

Gold bie­tet sich da­ge­gen als in­ter­es­san­tes Di­ver­si­fi­ka­ti­ons­in­stru­ment an, nicht zu­letzt auf­grund der Tat­sa­che, dass das Edel­me­tall über die ver­gan­ge­nen zehn Jah­re ge­se­hen ei­ne tie­fe Kor­re­la­ti­on zu Blue-Chip- wie auch Small-Ca­pAk­ti­en auf­wies. Die jüngs­te Kurs­kor­rek­tur im März kann nun da­zu ge­nutzt wer­den, ei­ne Po­si­ti­on im Port­fo­lio auf­zu­bau­en, die als äus­serst güns­ti­ge Ab­si­che­rung ge­gen ei­nen Rück­schlag auf der Ak­ti­en­sei­te an­ge­se­hen wer­den kann.

Die wei­te­re Ent­wick­lung des Gold­prei­ses hängt der­zeit in ers­ter Li­nie von der Politik der bei­den gröss­ten Zen­tral­ban­ken ab. So­wohl die US-No­ten­bank Fed als auch die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) ha­ben an­ge­deu­tet, durch ei­nen An­stieg der aus­ge­wie­se­nen In­fla­ti­on «hin­durch­schau­en» zu wol­len, so­lan­ge sie al­lein durch Ba­sis­ef­fek­te her­vor­ge­ru­fen wird und die Kern­in­fla­ti­on sta­bil bleibt. Das wür­de da­zu füh­ren, dass die Re­al­zin­sen noch wei­ter fal­len, oder zu­min­dest auf tie­fem Ni­veau ver­har­ren und so den Gold­preis lang­fris­tig un­ter­stüt­zen. Ge­ra­de nach den jüngs­ten Äus­se­run­gen von EZB-Prä­si­dent Ma­rio Draghi scheint die­ses Sze­na­rio wei­ter­hin sehr plau­si­bel. Auch ein mo­de­ra­ter An­stieg der Zin­sen soll­te den Gold­preis nicht un­ter Druck set­zen, so­lan­ge er ein­her­geht mit ei­ner wirt­schaft­li­chen Er­ho­lung und mehr In­fla­ti­on.

Hin­zu kom­men po­li­ti­sche Ri­si­ken, wie die be­vor­ste­hen­den Wah­len in den Nie­der­lan­den und in Frank­reich. Sie brin­gen wei­te­res Po­ten­zi­al für Un­ru­hen auf den Fi­nanz­märk­ten mit sich. Edel­me­tal­le wie Gold gel­ten his­to­risch ge­se­hen in ei­nem von sol­chen Un­si­cher­hei­ten ge­präg­ten Um­feld als si­che­rer Ha­fen.

Den gleich­zei­ti­gen Schutz so­wohl ge­gen­über in­fla­tio­nä­ren Ten­den­zen als auch ge­gen­über de­fla­tio­när wir­ken­den ma­kro­öko­no­mi­schen und geo­po­li­ti­schen Ri­si­ken ver­mag ne­ben Gold kei­ne an­de­re An­la­ge­klas­se zu ge­währ­leis­ten. In ei­nem di­ver­si­fi­zier­ten Port­fo­lio scheint ei­ne sub­stan­zi­el­le Al­lo­ka­ti­on in Gold aus die­sem Grund der­zeit un­er­läss­lich.

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