Der Öl­markt wird auf­ge­rüt­telt

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - NITESH SHAH,

Der Rück­gang der Öl­prei­se in der Be­richts­wo­che von 6% kam für vie­le Be­ob­ach­ter al­les an­de­re als über­ra­schend. Im Ge­gen­teil: Der Rück­gang war längst über­fäl­lig. So sor­gen Zah­len aus den USA für Preis­druck. Die Erd­öl­för­de­rung in den USA ist eng mit den Aus­fuh­ren von Roh­öl ver­bun­den. Das heisst: Es wird so­lang mehr ge­för­dert, wie die US-Ex­por­te stei­gen.

Die gestie­ge­ne US-Öl­pro­duk­ti­on steht im Wi­der­spruch zu den Be­mü­hun­gen der Opec, die Öl­pro­duk­ti­on zu sen­ken. Und selbst die Opec-Mit­glie­der hal­ten sich nur zu 90% an die ver­ein­bar­te För­der­kür­zung. Es ist frag­lich, ob das Kar­tell die Öl­för­de­rung in den nächs­ten Mo­na­ten wirk­lich dros­seln wird. Die Nicht-Opec-Staa­ten, die eben­falls an der Opec-Ver­ein­ba­rung be­tei­ligt sind, hal­ten sich auch nicht ge­nau­er als die Mit­glied­län­der an die ver­ein­bar­te Kür­zung der För­der­men­gen.

Die welt­wei­te Öl­ver­sor­gung ist bei Wei­tem nicht so knapp, wie die Markt­prei­se sug­ge­riert ha­ben – bei­spiels­wei­se lag der Preis für die US-Sor­te WTI zeit­wei­se bei fast 55 $ je Fass. Die Öl­vor­rä­te in den USA stie­gen in der ver­gan­ge­nen Wo­che um 8,2 Mio. auf 528,4 Mio. Fass. Da­mit ist der An­stieg 2 Mio. Fass grös­ser, als er­war­tet wur­de. Die Märk­te über­dach­ten auf Grund­la­ge die­ser La­ger­da­ten ih­ren Op­ti­mis­mus.

Jetzt ist WTI zum ers­ten Mal seit De­zem­ber 2016 auf un­ter 50

ge­fal­len. Durch den Preis­ver­fall wur­de die en­ge Han­dels­span­ne, in der sich der Öl­preis seit Jah­res­be­ginn be­wegt hat, durch­bro­chen.

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