Die Fürs­ten­bank LGT wächst in gros­sen Schrit­ten

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Die dem liech­ten­stei­ni­schen Fürs­ten­haus ge­hö­ren­de LGT be­stä­tigt ih­ren Ruf als Wachs­tums­ma­schi­ne. Die ver­wal­te­ten Ver­mö­gen stie­gen im letz­ten Jahr 18% auf 152 Mrd. Fr.

Ei­ner­seits ver­buch­te die LGT Net­to­neu­geld von 11,7 Mrd. Fr. (9%). An­de­rer­seits ka­men durch die Ak­qui­si­ti­on der bri­ti­schen Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin LGT Ve­s­tra wei­te­re 8 Mrd. Fr. an Kun­den­ver­mö­gen hin­zu.

Der ope­ra­ti­ve Er­trag er­höh­te sich 4,9% auf 1,2 Mrd. Fr. Der Ge­winn stieg 9% auf 230 Mio. Fr. Prinz Max, der CEO der LGT, sprach an der Me­di­en­kon­fe­renz von ei­nem «sehr, sehr er­freu­li­chen» Jahr. Tat­säch­lich zeig­te sich er­neut ei­ne äus­serst star­ke Vo­lu­men- und Er­geb­nis­ent­wick­lung der Fürs­ten­bank. Dies ins­be­son­de­re, wenn man die Ent­wick­lung mit der­je­ni­gen der Gen­fer Pri­vat­ban­ken Lom­bard Odier (LO) und Pic­tet ver­gleicht.

Dy­na­mi­scher als die Gen­fer

LO ver­zeich­ne­te in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung leicht stei­gen­de Ver­mö­gen und ei­nen Ge­winn­rück­gang von 13%. Der Ge­winn von Pic­tet sank 2016 trotz hö­he­rer Ver­mö­gen 7% auf 422 Mio. Fr. Den­noch lässt sich aus den ver­füg­ba­ren Zah­len (al­le drei Ban­ken sind pri­vat ge­hal­ten) ab­lei­ten, dass die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te der Schwei­zer Pri­vat­bank­schwer­ge­wich­te im­mer noch deut­lich hö­her ist.

Bei Lom­bard Odier be­trug die Ren­di­te 2016 noch 11,6%, nach 13,8% im Vor­jahr. Bei LGT stell­te sich die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te auf 6,7%. Mit ei­ner Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 29,3% ist LO noch so­li­der ka­pi­ta­li­siert als LGT mit 20,2% (vgl. Ta­bel­le). Ins­ge­samt ge­hö­ren die Liech­ten­stei­ner Ban­ken zu den sehr gut ka­pi­ta­li­sier­ten In­sti­tu­ten.

Gross­über­nah­me in Asi­en

Die Wachs­tums­sto­ry der LGT ist noch nicht vor­bei. Mit der Über­nah­me des Ge­schäfts von ABN Am­ro in Asi­en und im Na­hen Os­ten, die in den nächs­ten Mo­na­ten fi­na­li­siert wer­den dürf­te, wer­den wei­te­re bis zu 20 Mrd. Fr. da­zu­kom­men. Da­mit wird LGT im Na­hen und Fer­nen Os­ten 55 Mrd. Fr. ver­wal­ten, über 30% der ge­sam­ten As­sets.

Prinz Max und Pri­va­te-Ban­king-Chef Tho­mas Pis­ke äus­ser­ten sich po­si­tiv über die Ent­wick­lung in Asi­en, wo die Be­din­gun­gen von man­chen Bank­ver­tre­tern als schwie­rig be­zeich­net wer­den. Die Ge­schäf­te in Asi­en sei­en re­la­tiv we­nig un­ter Druck ge­ra­ten, weil LGT vie­le Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men als Kun­den be­treue, die ei­ne hö­he­re Treue zur Bank ver­spür­ten, sag­te Pis­ke.

Das As­set Ma­nage­ment der LGT ist auf al­ter­na­ti­ve An­la­gen (Pri­va­te Equi­ty, Hedge Funds, ver­si­che­rungs­ba­sier­te Pro­duk­te usw.) spe­zia­li­siert. Die Di­vi­si­on ver­zeich­net ver­wal­te­te Ver­mö­gen von 50 Mrd. Fr. Das Pri­va­te Ban­king kommt auf 100 Mrd. Fr. Es ver­zeich­ne­te ein Ver­mö­gens­wachs­tum in al­len Re­gio­nen, auch am Stand­ort Va­duz.

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