Ein fri­scher Blick auf Mi­nen­ak­ti­en

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AL­FONS CORTÉS,

In­nert Jah­res­frist ist die aus neun­und­dreis­sig Ak­ti­en be­ste­hen­de In­dus­trie­grup­pe «Me­tals & Mi­ning» 42% ge­stie­gen. In der glei­chen Zeit hat der MSCI Welt 15,5% zu­ge­legt. Spit­zen­rei­ter wa­ren Ang­lo Ame­ri­can (+141%) und Glen­co­re (+121%), ge­folgt vom Mit­tel­feld um plus 60 bis 70%, be­setzt mit Na­men wie Rio Tin­to und BHP Bil­li­ton.

Zu den Ver­lie­rern im Ver­gleich da­zu ge­hör­ten Gold­mi­nen­ak­ti­en. Ihr re­la­tiv schlech­tes Ab­schnei­den ist kaum ver­wun­der­lich: Seit März 2016 hat sich der Gold­preis kaum ver­än­dert.

Re­geln ein­hal­ten!

Der­zeit stellt sich die Fra­ge, ob die Ge­win­ne in den füh­ren­den Mi­nen­ak­ti­en rea­li­siert wer­den sol­len. Selbst bei den al­ler­bes­ten Ti­teln ei­nes Port­fo­li­os müs­sen die all­ge­mei­nen Re­geln be­züg­lich mi­ni­ma­ler und ma­xi­ma­ler Ge­wich­tung ein­zel­ner Po­si­tio­nen ein­ge­hal­ten wer­den. Folg­lich wird es von Zeit zu Zeit not­wen­dig sein, Po­si­tio­nen in be­son­ders star­ken Ak­ti­en ab­zu­bau­en (Re­ba­lan­cing). Da­von ab­ge­se­hen gel­ten all­ge­mei­ne Grund­sät­ze für die Be­stim­mung, ob man an­ti­zy­klisch oder trend­fol­gend un­ter­wegs sein will.

Es gibt Si­tua­tio­nen, in de­nen es sich lohnt, an­ti­zy­klisch zu agie­ren, wie im Ja­nu­ar 2016, als die Mi­nen­ak­ti­en samt den von ih­ren Emit­ten­ten aus­ste­hen­den Ob­li­ga­tio­nen mit ho­hem Mo­men­tum fal­len­de Kur­se auf­wie­sen, die von smar­ten Ana­lys­ten «be­grün­det» wur­den – als ob das Er­geb­nis, das durch die Hand­lun­gen ei­ner gros­sen Zahl von Men­schen und mitt­ler­wei­le auch von Com­pu­tern her­bei­ge­führt wird, et­was an­de­res wä­re als rei­ner Zu­fall – al­ler­dings ein Zu­fall, der sich in die Er­in­ne­rung der Ak­teu­re ein­schleicht und da­mit zu ei­ner von meh­re­ren Re­fe­renz­grös­sen wird.

Ge­gen­wart be­stim­men

Im Fal­le der Mi­nen­ak­ti­en geht es in mei­ner Welt wie bei der Beur­tei­lung al­ler Gü­ter, die in kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­ten­si­ven öf­fent­li­chen Märk­ten ge­han­delt wer­den dar­um, die Ge­gen­wart auf den Punkt zu brin­gen. Wich­tig ist der his­to­ri­sche Pro­zess, aus der sie sich er­ge­ben hat. Das ist der Schlüs­sel für ei­ne Mus­ter­vor­her­sa­ge, ob es ähn­lich wie bis­her wei­ter­ge­hen dürf­te, oder ganz an­ders, doch kei­ne Grund­la­ge für ei­ne Pro­gno­se, wo­mit ich die Vor­her­sa­ge ei­nes be­stimm­ten Prei­ses zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt ver­ste­he.

Die­se Ge­gen­wart be­steht aus ei­nem die In­dus­trie­grup­pe all­ge­mein er­fass­ten Auf­wärts­trend, der sei­nen An­fang wie oben er­wähnt im Ja­nu­ar 2016 nahm. Da­bei gilt: Ein Trend ist gül­tig, bis er bricht. Trends bre­chen auf zwei Ar­ten, ent­we­der in ei­ner zeit­rau­ben­den trend­lo­sen Vo­la­ti­li­tät ( Typ1), oder in ei­ner mas­si­ven Be­schleu­ni­gung ei­nes schon län­ger be­ste­hen­den Trends ( Typ 2) – al­len­falls in ei­ner Kom­bi­na­ti­on von Typ 1 und 2.

In den ver­gan­ge­nen drei Wo­chen gab es zum Teil hef­ti­ge Rück­schlä­ge in Mi­nen­ak­ti­en, wie sie in je­dem Trend vor­kom­men. Er­schei­nun­gen nach Typ 1 oder 2 feh­len. Folg­lich kann es kei­ne Kom­bi­na­ti­on bei­der ge­ben, und so­mit auch kei­ne Trend­wen­de.

Es gilt wie im­mer dar­an zu den­ken, dass Rück­schlä­ge in ei­nem Auf­wärts­trend vor­über­ge­hen­der Na­tur sind, wenn nicht vor­her Trend­wen­de­si­gna­le auf­ge­tre­ten sind. Wer die­se Re­gel igno­riert, ver­ab­schie­det sich meis­tens aus den bes­ten Sek­to­ren und Ak­ti­en zu früh. Auf die­ser Grund­la­ge ba­siert meine Mei­nung, dass die Grup­pe un­ver­min­dert mit ei­ner Ge­wich­tung in den Port­fo­li­os ver­tre­ten sein soll­te, die am obe­ren Rand der für die In­dus­trie­grup­pe zu­läs­si­gen Be­rück­sich­ti­gung an­ge­sie­delt sein soll­te. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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