Dämp­fer für den Gold­preis

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - DA­NI­EL WACH­TER

In den ers­ten zwei Mo­na­ten 2017 hat sich Gold um 9% ver­teu­ert. In sei­nem Schlepp­tau zo­gen auch die Prei­se für Sil­ber und Pla­tin an. Im lau­fen­den Mo­nat ha­ben die Vor­zei­chen am Edel­me­tall­markt je­doch ge­dreht. Seit dem Hoch En­de Fe­bru­ar hat die Fein­un­ze Gold 50 $ auf 1200 $ nach­ge­ge­ben.

Der Preis­dämp­fer wur­de von ei­nem Ab­bau spe­ku­la­ti­ver Po­si­tio­nen am Fu­tures-Markt be­glei­tet. Ge­prägt durch die Zins- und die Wäh­rungs­ent­wick­lung ver­zeich­ne­ten ko­tier­te Gold­fonds (ETF) im März eben­falls Ab­flüs­se. Ver­schie- de­ne Ver­tre­ter der US-No­ten­bank Fed ha­ben jüngst ei­ne Zins­er­hö­hung prak­tisch an­ge­kün­digt. Dar­auf ist die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen auf 2,6% ge­stie­gen – ein Ni­veau, das zu­letzt Mit­te De­zem­ber er­reicht wur­de. Da­mals ging der Leit­zins­an­he­bung je­doch ein we­sent­lich mar­kan­te­rer Zins­sprung von 0,8 Pro­zent­punk­ten vor­aus, was ei­ne Ver­kaufs­wel­le aus den Gold­fonds aus­lös­te.

Die Spe­ku­la­tio­nen um den wei­te­ren US-Zins­pfad trei­ben den Gold­preis. Im Zen­trum steht die Fra­ge, ob das Fed bei der Straf­fung der Geld­po­li­tik zu ei­nem Quar­tals­rhyth­mus über­geht oder ob es zu­rück­hal­ten­der bleibt. Wenn die Stär­ke der US-Wirt­schaft an­hält und der Ar­beits­markt wei­ter flo­riert, ist Ers­te­res mög­lich. Da­zu ge­sel­len sich ak­tu­ell mit den Un­si­cher­hei­ten rund um die an­ste­hen­den Wah­len in Eu­ro­pa so­wie den di­plo­ma­ti­schen Ver­stim­mun­gen mit der Tür­kei aber auch Er­eig­nis­se, die das In­ter­es­se an Gold wie­der we­cken könn­ten.

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