Nest­lé auf Jah­res­hoch

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - GA­BI WÜTHRICH

Die An­le­ger hal­ten sich vor dem US-Zins­ent­scheid zu­rück. Leon­teq ha­ben Rück­schlag fast auf­ge­holt.

Die An­le­ger an der Schwei­zer Bör­se ha­ben sich vor dem US-Zins­ent­scheid zu­rück­ge­hal­ten. Der Swiss Mar­ket In­dex (SMI) ist ver­gli­chen mit dem Schluss­kurs vom Frei­tag 0,1% auf 8663,5 zu­rück­ge­kom­men.

Ge­stützt ha­ben die SMISchwer­ge­wich­te Nest­lé (+0,8% seit Frei­tag), die auf Jah­res­hoch ge­klet­tert sind. Nach Aus­sa­ge von Asi­en­Che­fin Wan Ling Mar­tel­lo hat der Le­bens­mit­tel­rie­se den Skan­dal um mit Blei be­las­te­te Fer­tig­nu­deln in In­di­en über­wun­den. Der Markt­an­teil der Mag­gi-Nu­deln be­tra­ge dort in­zwi­schen wie­der 60%.

Im Le­bens­mit­tel­sek­tor schwach ab­ge­schnit­ten ha­ben Aryz­ta (–2,8%). Der Back­wa­ren­her­stel­ler muss­te im ers­ten Ge­schäfts­se­mes­ter ei­nen Ge­winn­ein­bruch ver­bu­chen (vgl. Sei­te 12). Die ZKB hat die Aryz­ta-Va­lo­ren in der Fol­ge auf «Un­ter­ge­wich­ten» ab­ge­stuft. Auch die eng ge­han­del­ten Hoch­dorf schaff­ten es trotz so­li­der Jah­res­zah­len nicht zu ei­nem Kurs­plus (–2,3%, vgl. Sei­te 12). Die Ak­ti­en des Milch­ver­ar­bei­ters gel­ten als hoch be­wer­tet.

Das Jah­res­er­geb­nis von Ga­le­ni­ca (–4,4%) stand im Hin­ter­grund der nun kon­kre­ti­sier­ten Auf­spal­tungs­plä­ne des Ge­sund­heits­un­ter- neh­mens (vgl. Sei­te 5). Sieg­fried über­rasch­te auf ope­ra­ti­ver Ba­sis (vgl. Sei­te 6). Die Phar­maak­ti­en stie­gen 1,7% auf Jah­res­hoch.

Ba­chem (+1,1%) streb­ten eben­falls auf neu­en Jah­res­best­wert. Der Phar­ma­zu­lie­fe­rer prä­sen­tiert am Frei­tag die Jah­res­zah­len. Lon­za (–0,2%) ver­moch­ten da­ge­gen nicht von der Kauf­emp­feh­lung durch Baa­der Hel­vea zu pro­fi­tie­ren. Po­si­tiv ist der zu­stän­di­ge Ana­lyst we­gen der Cap­su­gelÜber­nah­me, die hö­he­re Mar­gen nach sich zie­he, und dank bes­se­rer Vi­si­bi­li­tät.

Kon­kur­renz für Ro­che

Die Ge­nuss­schei­ne Ro­che (+0,3%) no­tier­ten leicht fes­ter, ob­wohl der Phar­ma­rie­se nach der Ei­ni­gung mit My­lan im Pa­tent­streit um Her­cep­tin nun end­gül­tig mit Bio­si­mi­lar-Kon­kur­renz für den Krebs-Block­bus­ter rech­nen muss (vgl. Sei­te 13). Die Zu­las­sung der US-Ge­sund­heits­be­hör­de FDA für das Brust­krebs­me­di­ka­ment Kis­qa­li sorg­te in No­var­tis (–0,7%) nicht für ein Kurs­feu­er­werk (vgl. www.fuw.ch/150317-5).

UBS (–1,2%) und CS Group (–1,3%) wa­ren un­ter Druck. Die CS wird wie fünf­zehn wei­te­re Ban­ken be­schul­digt, an De­vi­sen­ma­ni­pu­la­tio­nen im süd­afri­ka­ni­schen Rand be­tei­ligt ge­we­sen zu sein.

Die Ak­ti­en der Fi­nanz­grup­pe Leon­teq (+8,5%) er­hol­ten sich wei­ter. Die Ein­bus­se seit Jah­res­be­ginn ist da­mit wett­ge­macht. Peach Pro­per­ty (+3,9%) avan­cier­ten deut­lich. Die Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft prä­sen­tiert nächs­te Wo­che den de­fi­ni­ti­ven Jah­res­ab­schluss.

Der Ver­si­che­rer Hel­ve­tia hat am Mon­tag gu­te Jah­res­wer­te vor­ge­legt, aber die An­le­ger nicht voll­stän­dig über­zeugt. Die Ak­ti­en kor­ri­gier­ten 2,6%, ob­schon die Di­vi­den­de für 2016 gleich 10% er­höht wird. Swiss Re (–1,2%) sind auf Jah­res­tief ge­fal­len. Die An­le­ger hal­ten sich zu­rück, weil Be­las­tun­gen durch Na­tur­er­eig­nis­se vor­erst un­wäg­bar sind. Des­halb herrscht bis Mit­te Jahr Un­si­cher­heit über die Ge­winn­ent­wick­lung.

Kri­tik an ABB-Kon­trol­le

Der In­dus­trie­kon­zern ABB (unv.) hat die Kor­rek­tu­ren am Ge­schäfts­be­richt nach dem Be­trugs­fall in Süd­ko­rea ver­öf­fent­licht. Dank Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen von 30 Mio. $ fällt die Scha­den­sum­me (vor Steu­ern) mit 73 Mio. $ zwar tie­fer aus als ur­sprüng­lich ge­mel­det. Die Re­vi­si­ons­ge­sell­schaft EY kri­ti­siert in ih­rem Schluss­be­richt aber Schwä­chen in der in­ter­nen Kon­trol­le der süd­ko­rea­ni­schen Toch­ter­ge­sell­schaft.

Un­ter den In­dus­trie­ver­tre­tern ha­ben Rie­ter (+1,7%) und Hu­ber + Suh­ner (+1,7%) 2016 zur Zuf­rie­den­heit der An­le­ger ab­ge­schnit­ten (vgl. Sei­ten 14 und 15). CPH (+5,2%), Star­rag (+5,4%) und Bobst (+5,4%) sind wie die Va­lo­ren des Com­pu­ter­zu­be­hör­her­stel­lers Lo­gi­tech (+3%) nach den gu­ten Re­sul­ta­ten der Vor­wo­chen wei­ter ge­fragt. Ge­be­rit (–2,2%) ver­moch­te die sehr ho­hen Er­war­tun­gen der Ana­lys­ten da­ge­gen nicht ganz zu er­fül­len (vgl. Sei­te 11).

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