Ein gu­ter De­al

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Wer­be­kam­pa­gnen wer­den im­mer mehr di­gi­tal lan­ciert. Un­ter die­sem Trend lei­den nicht nur die Print­me­di­en, de­nen die Ein­nah­men aus dem tra­di­tio­nel­len Print­wer­be­ge­schäft ent­ge­hen. Auch Wer­be- und Me­diaagen­tu­ren müs­sen sich auf die­sen Ge­zei­ten­wech­sel ein­stel­len. Zu ih­nen ge­hört die bri­ti­sche WPP (LSE: WPP, Kurs: 1697 p; Bör­sen­wert 21,7 Mrd. £), mit ei­nem Um­satz von über 14 Mrd. £ im ver­gan­ge­nen Jahr ei­ne der gröss­ten Wer­be­hol­dings welt­weit.

Jüngst ha­ben die Ti­tel über 10% kor­ri­giert. Das bie­tet mu­ti­gen An­le­gern ei­ne in­ter­es­san­te Ein­stiegs­mög­lich­keit. Der Grund für die Kor­rek­tur war der Aus­weis für das ab­ge­lau­fe­ne Ge­schäfts­jahr, der bei den In­ves­to­ren nicht gut an­ge­kom­men war. Prä­zi­ser aus­ge­drückt: Der Aus­blick für 2017 liess die An­le­ger auf­hor­chen. Der Chef des Un­ter­neh­mens, Sir Mar­tin Sor­rell, blieb un­ge­wohnt va­ge. Die Aus­sich­ten in Gross­bri­tan­ni­en in der Nach-Br­ex­it-Ära sei­en ge­mischt, liess Sor­rell ver­lau­ten, das Um­feld für die Kun­den von WPP her­aus­for­dernd.

Ge­win­ne mit­ge­nom­men

Solch ei­ne Wort­wahl mö­gen die er­folgs­ver­wöhn­ten An­le­ger nicht. Im­mer­hin hat sich der Ak­ti­en­kurs des Wer­be­un­ter­neh­mens seit 2010 na­he­zu ver­dop­pelt. Ei­ni­ge ha­ben sich ent­schie­den, ih­re Kurs­ge­win­ne mit­zu­neh­men. Selbst die gu­ten Zah­len für 2016 ver­moch­ten die Kurse­ro­si­on nicht zu stop­pen. Da­bei war es WPP ge­lun­gen, den Um­satz um fast 20% zu er­hö­hen, der Ge­winn pro Ak­tie klet­ter­te 21%. Weil zu­dem die Pay­out-Ra­tio auf 50% des Ge­winns an­ge­ho­ben wur­de, er­hal­ten die An­le­ger für das Ge­schäfts­jahr 2016 ei­ne um ei­nen Vier­tel er­höh­te Di­vi­den­de.

Auf die Fra­ge, ob WPP trotz durch­zo­ge­ner Pro­gno­sen ein Kauf­kan­di­dat ist, ist die Antwort ein kla­res Ja. Wer die Wort­wahl von CEO Sor­rell über die ver­gan­ge­nen Jah­re ana­ly­siert, sieht ei­nen zu­neh­mend skep­ti­sche­ren Ton in sei­nen Aus­bli­cken. Den­noch ist die Ge­schäfts­ent­wick­lung mehr als so­li­de aus­ge­fal­len. Es ist des­halb gut mög­lich, dass die jüngs­ten Ver­käu­fer der Ak­ti­en die­sen Ent­scheid bald be­reu­en könn­ten.

Gu­te Kauf­grün­de

Denn es gibt ei­ni­ge gu­te Grün­de, in WPP in­ves­tiert zu sein. Ob­schon das Un­ter­neh­men kürz­lich ei­ni­ge grös­se­re Man­da­te wie je­ne von Volks­wa­gen und AT&T ver­lo­ren hat, klet­tert die Mar­ge un­ent­wegt in Rich­tung des ei­ge­nen Ziels von 20%. Bro­ker und Ana­lys­ten ge­hen da­von aus, dass WPP trotz schwie­ri­gem Um­feld wei­ter zu­le­gen wird. Für 2017 wird ein durch­schnitt­li­ches Ge­winn­wachs­tum von rund 10% er­war­tet. WPP sei in der La­ge, sich den wech­seln­den Markt­trends im Wer­be­busi­ness an­zu­pas­sen. So ma­chen be­reits heu­te die Ge­schäf­te in Schwel­len­län­dern so­wie der Di­gi­tal­be­reich 59% des Um­sat­zes aus.

Seit der jüngs­ten Kurs­kor­rek­tur sind die Va­lo­ren mit ei­nem Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis (KGV) für 2017 von 14 nicht mehr teu­er be­wer­tet. Kon­kur­ren­ten wie Ha­vas (KGV 19) sind deut­lich teu­rer ein­ge­stuft. Auch die Di­vi­den­den­ren­di­te von ak­tu­ell 3,3% ist im Bran­chen­ver­gleich ein stol­zer Wert.

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