Zwei­fel um Gleich­ge­wicht am Öl­markt

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - JE­RE­MY BA­KER,

Der Op­ti­mis­mus der An­le­ger am Öl­markt hat nach­ge­las­sen. Wi­der­sprüch­li­che und ver­wir­ren­de Aus­sa­gen, in­wie­weit die ver­ein­bar­ten För­der­kür­zun­gen des Öl­kar­tells Opec ein­ge­hal­ten wer­den, und das Feh­len von Mel­dun­gen zu den La­ger­be­stän­den stra­pa­zier­ten die Ge­duld der In­ves­to­ren und führ­ten zu ei­nem deut­li­chen Rück­gang des Öl­prei­ses. Die glo­ba­len Be­stän­de sind letzt­lich der Lack­mus­test da­für, ob sich ein neu­es Gleich­ge­wicht eta­bliert hat, und ha­ben des­halb ent­schei­den­den Ein­fluss auf die Preis­ent­wick­lung.

Im Ja­nu­ar be­lief sich die Pro­duk­ti­ons­sen­kung der Opec auf 1,6 Mio. Fass pro Tag. Im Fe­bru­ar war es et­was we­ni­ger, was Sor­gen weck­te, ob sich die För­der­län­der an die Ab­ma­chun­gen hal­ten wer­den. Der Iran, Ka­tar und Ni­ge­ria ex­por­tier­ten mehr Öl, blie­ben da­mit je­doch in­ner­halb ih­rer Quo­te. Für Un­si­cher­heit sorgt auch die lau­fen­de Ab­wick­lung der schwim­men­den La­ger. Sie ge­hen nicht in die of­fi­zi­el­len La­ger­zah­len ein, doch so­bald das Öl in den Raf­fi­ne­ri­en ein­trifft, schnellt der La­ger­be­stand in die Hö­he.

Roh­öl, das im De­zem­ber und Ja­nu­ar in Sau­di-Ara­bi­en, dem Irak oder Ka­tar ge­för­dert wur­de, ge­langt zu­dem erst sechs bis acht Wo­chen da­nach in die Des­ti­na­tio­nen im Golf von Me­xi­ko. Dar­auf zu bau­en, dass die La­ger­be­stän­de gleich nach der Um­set­zung der Pro­duk­ti­ons­kür­zun­gen im Ja­nu­ar mas­siv sin­ken, wä­re kurz­sich­tig. Das Re­ba­lan­cing am Öl­markt wird durch zahl­rei­che Va­ria­blen er­schwert. Doch re­sul­tie­ren wer­den glo­bal nied­ri­ge­re La­ger­be­stän­de.

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