Auch die Ak­ti­en der neu­en Ge­sell­schaft sind ei­ne Di­vi­den­den­sto­ry

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE -

An der Ge­ne­ral­ver­samm­lung von Wal­ter Mei­er am Frei­tag wird ein neu­es Un­ter­neh­men aus der Tau­fe ge­ho­ben. Im Mit­tel­punkt steht der Zu­sam­men­schluss mit der um ei­ni­ges grös­se­ren To­bler Haus­tech­nik. Ge­plant sind da­zu ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung (ver­bun­den mit ei­ner ge­misch­ten Sach­ein­la­ge und Sach­über­nah­me) und die Er­neue­rung des Ver­wal­tungs­rats. Da Sil­van Mei­er und sei­ne Schwes­ter An­ja Eg­ger-Mei­er zu­sam­men rund zwei Drit­tel der An­tei­le hal­ten, ist die An­nah­me der Trak­tan­den so gut wie si­cher. Die Bör­se hat sehr po­si­tiv auf die am 21. Fe­bru­ar an­ge­kün­dig­te Trans­ak­ti­on re­agiert. Die Ak­ti­en ha­ben seit­dem mehr als 15% auf 45.50 Fr. ge­won­nen. Nach mehr­jäh­ri­gem Um­bau (vgl. Gra­fik 1) ist Wal­ter Mei­er seit ei­nem Jahr ein auf die Schweiz kon­zen­trier­ter Gross­händ­ler mit Kom­plett­an­ge­bot von Hei­zun­gen und Kli­ma­an­la­gen. Das Ge­schäft um­fasst tech­ni- sche Be­ra­tung, Pla­nung und Ser­vice. Zu den Mar­ken ge­hö­ren Oert­li, Air­well, Mitsu­bi­shi Electric oder Car­ri­er. To­blers gröss­te Be­rei­che sind da­ge­gen das Gross­han­dels­ge­schäft und Sa­ni­tär (Ke­ra­mi­k­land). Das Ma­nage­ment sieht ei­ne idea­le Kom­bi­na­ti­on aus der Sys­tem­lö­sungs­kom­pe­tenz von Wal­ter Mei­er und To­blers Han­dels­er­fah­rung. Im An­ge­bot sind künf­tig Pro­duk­te und Leis­tun­gen für Hei­zen, Küh­len, Be­lüf­ten so­wie Sa­ni­tär­lö­sun­gen. Die Grup­pe, de­ren Na­me noch nicht fest­steht, war­tet mit ei­nem Fi­li­alund Ser­vice­netz auf, Lo­gis­tik­zen­tren und ei­nem On­line-Shop. To­bler Haus­tech­nik setzt 330 Mio. Fr. um und ar­bei­tet mit rund 13 000 In­stal­la­teu­ren, Wal­ter Mei­er kommt auf 240 Mio. Fr. und 4000.

Die Part­ner er­gän­zen sich gut, es gibt nur we­ni­ge Über­lap­pun­gen. Aus Sicht der Ak­tio­nä­re ist der Zu­sam­men­schluss nicht nur auf stra­te­gi­scher und ope­ra­ti­ver Ebe­ne po­si­tiv zu wer­ten. Fi­nan­zi­ell at­trak­tiv ist, dass die Fu- si­on nur zum Teil über ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung fi­nan­ziert wird und der Ge­winn je Ak­tie stei­gen wird. Die In­te­gra­ti­ons­kos­ten sind über­schau­bar, die Sy­ner­gie­ef­fek­te wer­den die Mar­ge stei­gern (vgl. Gra­fik 2). Die Fremd­fi­nan­zie­rung führt zu ei­ner Er­hö­hung der Net­to­schul­den auf 170 Mio. Fr. Das Ver­hält­nis zum Be­triebs­er­geb­nis vor Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­ti­on (Ebit­da) steigt 2017 auf ho­he 3,8, soll aber bis 2020 auf 1,8 sin­ken. Das ba­siert auf dem Ziel, dann ei­nen Ebit­da von 60 Mio. Fr. zu er­wirt­schaf­ten. Wal­ter Kauf­mann, CEO von Wal­ter Mei­er, wird auch Chef des neu­en Un­ter­neh­mens sein. Mei­er soll VR-Prä­si­dent blei­ben, die bis­he­ri­gen Mit­glie­der Al­f­red Gaf­fal und Heinz Roth sol­len eben­falls be­stä­tigt wer­den. Neu in das Gre­mi­um sind zwei Wol­se­ley-Ver­tre­ter vor­ge­schla­gen: ers­tens Si­mon Oak­land (1969), seit 2016 CEO Ca­na­da & Cen­tral Eu­ro­pe von Wol­se­ley. Als zwei­ter Wol­se­ley-Ver­tre­ter ist Heinz Wied­mer (1956) vor­ge­se­hen, der seit 1989 in Lei­tungs­funk­tio­nen der To­blerG­rup­pe ar­bei­te­te, zu­letzt als CEO.

Die Ak­ti­en von Wal­ter Mei­er wa­ren schon im­mer Di­vi­den­den­ti­tel (vgl. Gra­fik 3). Die Ren­di­te be­trägt der­zeit gut 4,3%. Nach der Ka­pi­tal­er­hö­hung ste­hen 160 Mio. Fr. Ka­pi­tal­ein­la­ge­re­ser­ven zur Ver­fü­gung. Ge­mäss Sil­van Mei­er ist da­von aus­zu­ge­hen, dass statt ei­ner Di­vi­den­de in Zu­kunft die Aus­schüt­tung aus Ka­pi­tal­ein­la­ge­re­ser­ven vor­ge­nom­men wird.

Die Ak­ti­en neh­men schon ei­ni­ges an po­si­ti­ven Ef­fek­ten der Fu­si­on vor­weg, und das Markt­um­feld ist bis auf wei­te­res schwie­rig. Ir­gend­wann wird der Re­no­vie­rungs­markt an Fahrt auf­neh­men. Dann wer­den die Ti­tel über­pro­por­tio­nal pro­fi­tie­ren. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Wal­ter Mei­er im On­line-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/WMN

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