Re­gio­na­le Dif­fe­ren­zen im Fo­kus

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

«One size fits all» lau­tet das Di­lem­ma der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB). Sie be­treibt ei­ne ein­heit­li­che Geld­po­li­tik, die für al­le 19 Eu­ro-Mit­glieds­län­der an­ge­mes­sen sein muss. In der Pra­xis wird sie die­sem An­spruch kaum noch ge­recht, kri­ti­sie­ren vor al­lem Öko­no­men in Deutsch­land und den Nie­der­lan­den. Dort wächst die Wirt­schaft kräf­tig, was sich auf die Preis­ent­wick­lung aus­wirkt. So klet­ter­te die Kern­in­fla­ti­on in Hol­land (oh­ne Ener­gie, Nah­rungs­mit­tel, Al­ko­hol und Ta­bak) in den ver­gan­ge­nen fünf Mo­na­ten von 0,4 auf 1,3%, wäh­rend sie bei­spiels­wei­se in Por­tu­gal auf 0,5% ver­harrt.

Aber ist die­se Kri­tik ge­recht­fer­tigt? Dass die In­fla­ti­on in­ner­halb ei­nes Wäh­rungs­raums deut­lich va­ri­iert, ist nicht nur in der Eu­ro­zo­ne der Fall. In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten lässt sich seit dem Jahr 2014 das glei­che Phä­no­men be­ob­ach­ten. Vor al­lem im Wes­ten der USA fällt die In­fla­ti­on be­acht­lich aus. Im Fe­bru­ar er­reich­te dort die Kern­in­fla­ti­on 2,9%, im Mitt­le­ren Wes­ten be­läuft sie sich da­ge­gen nur auf 1,7% (Gra­fik).

Ener­gie­preis­schwan­kun­gen ver­de­cken die­se Un­ter­schie­de: Die Ge­samt­teue­rung va­ri­iert in den USA von Re­gi­on zu Re­gi­on we­ni­ger. In der Eu­ro­zo­ne ist das an­ders. Spa­ni­en wies zu­letzt 3% aus, Nach­bar Frank­reich hin­ge­gen nur 1,4%.

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