In­di­ens Ge­sund­heits­bran­che im Auf­wind

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - EH

Der in­di­sche Pre­mier­mis­ter Na­ren­dra Mo­di hat sich mit dem Mit­te März dem Par­la­ment vor­ge­leg­ten Plan zum Aus­bau der öf­fent­li­chen Ge­sund­heits­ver­sor­gung ein ehr­gei­zi­ges Ziel ge­setzt. Dem­ent­spre­chend mo­nu­men­tal ist die Her­aus­for­de­rung. In­di­en ist mit ei­ner Be­völ­ke­rung von über 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen die dritt­gröss­te asia­ti­sche Volks­wirt­schaft. Jähr­lich er­kran­ken ei­ne Mil­li­on Men­schen an Krebs, 63 Mil­lio­nen lei­den an Dia­be­tes, und 30 Mil­lio­nen le­ben mit ei­nem schwa­chen Herz. Ak­tu­ell plant die Re­gie­rung, die jähr­lich vom Staat für die Ge­sund­heits­vor­sor­ge aus­ge­ge­be­nen Mit­tel von ge­gen­wär­tig 1,5% des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) al­lein bis 2025 auf 2,5% zu stei­gern.

Welt­weit gibt die öf­fent­li­che Hand al­ler­dings 6% für die Ge­sund­heit aus. An­ge­sichts ei­nes durch­schnitt­li­chen Wirt­schafts­wachs­tums von mehr als 6% kann In­di­en durch­aus in­ner­halb ei­nes Vier­tel­jahr­hun­derts zu die­sem Ni­veau auf­schlies­sen.

Ob­wohl die Ar­muts­quo­te zwi­schen 1990 und 2015 von 37% der Be­völ­ke­rung auf we­ni­ger als 10% ge­fal­len ist, hat wei­ter­hin ein Gross­teil der Mit­tel­schicht kei­nen Zu­gang zu Spit­zen­me­di­zin. Be­reits heu­te gilt je­doch die Ge­sund­heits­bran­che als ei­ne der gröss­ten im Land – so­wohl beim Um­satz als auch bei der Be­schäf­ti­gung. Das schreibt die Re­gie­rungs­in­itia­ti­ve In- dia Brand Equi­ty Foun­da­ti­on auf ih­rer Web­site. Al­lein zwi­schen 2007 und 2014 sind rund 200 000 zu­sätz­li­che Ärz­te zu­ge­las­sen wor­den, wo­mit die Ge­samt­zahl auf et­was mehr als ei­ne Mil­li­on ge­stie­gen ist.

Wie auch an­de­re Schwel­len­län­der lei­det In­di­en un­ter der Ab­wan­de­rung von me­di­zi­ni­schem Fach­per­so­nal ins Aus­land. 2015 ar­bei­te­ten mehr als 70 000 in­di­sche Kran­ken­pfle­ger und 86 000 Ärz­te aus­ser­halb ih­rer Hei­mat.

Dank des ra­sant wach­sen­den Me­di­zi­nal­tou­ris­mus, der bes­ser be­zahl­te Stel­len ge­schaf­fen hat, kam es je­doch zu ei­ner Trend­wen­de. Hier ist In­di­en ge­mäss Me­di­cal Tou­rism In­dex mit sei­nen 63 zu­ge­las­se­nen Kli­ni­ken welt­weit mitt­ler­wei­le die Num­mer fünf. Da­durch sind 2015 rund 3 Mrd. $ De­vi­sen ins Land ge­flos­sen. Nach den Pro­jek­tio­nen des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums sol­len es 2020 be­reits 7 bis 8 Mrd. $ sein. Der Sek­tor ist ein wich­ti­ger Wirt­schafts­fak­tor ge­wor­den.

Die lo­ka­le Phar­ma­bran­che hat ih­ren Auf­stieg vor al­lem dem lo­cke­ren Pa­tent­schutz zu ver­dan­ken. Dank wach­sen­der Aus­ga­ben für die For­schung stei­gen na­tio­na­le Un­ter­neh­men in der Wert­schöp­fungs­ket­te nach oben. Die­se In­ves­ti­tio­nen ma­chen aber nur dann Sinn, wenn auch geis­ti­ges Ei­gen­tum bes­ser ge­schützt ist. Dar­auf zielt ein von Fi­nanz­mi­nis­ter Arun Jait­ley Mit­te März vor­ge­leg­ter Ge­set­zes­ent­wurf ab.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.