Bei der Cre­dit Suis­se stei­gen die Bo­ni trotz Ver­lust

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - MH

Wer denkt, 12 Mio. Fr. für CEO Tid­ja­ne Thi­am sei­en zu viel für 2016, soll­te sich ei­ne an­de­re Zahl ver­ge­gen­wär­ti­gen: 12 Mrd. Fr.

Um die­sen Be­trag hat der Bör­sen­wert der Cre­dit Suis­se 2016 ab­ge­nom­men. Sie weist ei­ne Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung von noch knapp 31 Mrd. Fr. auf. Hin­ter­grund die­ses Nie­der­gangs ist auch, dass die CS 2016 im Kern­be­reich, al­so un­ter Aus­klam­me­rung der Exit-Ge­schäf­te, er­neut Um­satz ein­büss­te (7%) und die Ak­tie 12% Buch­wert ver­lor, wie aus dem am Frei­tag ver­öf­fent­lich­ten Ge­schäfts­be­richt her­vor­geht.

Aus den Ver­gü­tungs­zah­lun­gen lies­se sich nicht ab­lei­ten, dass es sich bei der CS um ein schrump­fen­des Un­ter­neh­men han­delt. Die Ver­gü­tun­gen stie­gen auf al­len Stu­fen. Der ge­sam­te Ver­wal­tungs­rat kos­te­te 11 Mio. Fr., statt 9,9 Mio. im Vor­jahr, sein Prä­si­dent Urs Roh­ner er­hielt 4 Mio. Fr. nach 3,2 Mio. Thiams Ver­gü­tung stieg im Jahr 2016 um 29% auf 11,9 Mio. Fr. 2015 hat­te der frisch­ge­ba­cke­ne CS-CEO für sein hal­bes Jahr Ar­beit 18,9 Mio. Fr. er­hal­ten, da­von 14,3 Mio. Fr. als Kom­pen­sa­ti­on für ent­gan­ge­ne Bo­ni des bri­ti­schen Ver­si­che­rers Pru­den­ti­al. Gleich­zei­tig mit der Pu­bli­ka­ti­on des Ge­schäfts­be­richts kor­ri­gier­te die Gross­bank die Zah­len 2016. Die Rück­stel­lun­gen für Rechts­strei­tig­kei­ten sind 300 Mio. Fr. hö­her als an­ge­nom­men. Dies we­gen des jüngst er­ziel­ten Ver­gleichs im Streit um Miss­bräu­che im USHy­po­the­ken­ge­schäft. Der Ver­lust ist folg­lich rund 10% hö­her als ur­sprüng­lich kom­mu­ni­ziert und be­trägt 2,7 Mrd. Fr. nach 2,9 Mrd. im Vor­jahr. Der Ver­lust be­deu­tet nichts für Thiams Ge­halt. Wie er vor we­ni­gen Ta­gen im In­ter­view mit der FuW er­klär­te, sei es ab­so­lut im In­ter­es­se der Ak­tio­nä­re, den Hy­po­the­ken­ver­gleich in den USA ab­ge­schlos­sen zu ha­ben. «Da­für das Ma­nage­ment von heu­te zah­len zu las­sen, wä­re kein gu­ter An­reiz.»

Je­an La­nier, der Vor­sit­zen­de des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses des Ver­wal­tungs­rats, ist in sei­nem Be­richt voll des Lo­bes für Thi­am, ob­wohl er nicht al­le quan­ti­ta­ti­ven Zie­le er­reicht hat. «In An­be­tracht der aus­ge­präg­ten Füh­rungs­qua­li­tä­ten von Tid­ja­ne Thi­am, sei­ner kon­sis­ten­ten Um­set­zung der von der Grup­pe kom­mu­ni­zier­ten Stra­te­gie, sei­ner ef­fi­zi­en­ten Um­set­zung von Kos­ten­sen­kungs- mass­nah­men, sei­nes prin­zi­pi­en­treu­en und ethi­schen per­sön­li­chen Ver­hal­tens und sei­ner Rol­le bei der Stär­kung der Ka­pi­tal­po­si­ti­on der Grup­pe ist der Ver­wal­tungs­rat der An­sicht, dass er sei­ne Leis­tungs­zie­le für das Be­richts­jahr er­reicht hat.»

Im Wind­schat­ten von Thi­am kommt auch die Ge­schäfts­lei­tung zum Zug. Ih­re durch­schnitt­li­che Ent­schä­di­gung pro Kopf stieg von 3,73 auf 5,83 Mio. Fr.

Nach zwei Jah­ren mit rück­läu­fi­gem Bo­nus­pool stieg für die 43 000 Bo­nus­be­rech­tig­ten 2016 die Sum­me der leis­tungs­be­zo­ge­nen Ver­gü­tung 6% auf 3,1 Mrd. Fr. Das «wi­der­spie­gelt die Aus­wir­kun­gen stra­te­gi­scher Re­kru­tie­run­gen in wachs­tums­star­ken Ge­schäfts­be­rei­chen» so­wie Son­der­zah­lun­gen im Be­reich Glo­bal Mar­kets, heisst es. Auch die im Kon­zern für 2016 zu­ge­teil­te Ge­samt­ver­gü­tung lag leicht über dem Vor­jahr.

Dass der ge­sam­te Ver­gü­tungs­auf­wand trotz­dem 8% ge­rin­ger war als im Vor­jahr, hat we­nig mit Kos­ten­dis­zi­plin zu tun. Es ist dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass 2016 we­ni­ger auf­ge­scho­be­ne Ver­gü­tungs­kom­po­nen­ten aus frü­he­ren Jah­ren über­tra­gen wur­den.

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