Em­mi er­zielt Re­kord­ge­winn

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - ML

Em­mi-CEO Urs Rie­de­ner ist zu­frie­den: «Jetzt sind wir dort, wo ein Un­ter­neh­men wie Em­mi sein soll­te», sagt er an der Prä­sen­ta­ti­on der Jah­res­zah­len. Der Milch­ver­ar­bei­ter konn­te zum zwei­ten Mal in Fol­ge die Mar­gen stei­gern und ei­nen Re­kord­ge­winn ver­bu­chen. Un­ter dem Strich re­sul­tier­te ein Ge­winn von 140,3 Mio. Fr., 17% mehr als im Vor­jahr.

Die hö­he­re Pro­fi­ta­bi­li­tät grün­det vor­wie­gend auf dem Kos­ten­ma­nage­ment und der da­mit ver­bun­de­nen Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung so­wie auf dem bes­se­ren Pro­dukt­mix. Zu­dem fiel die Be­las­tung durch den Fran­ken­schock weg. Seit Jah­ren baut Em­mi das hoch­mar­gi­ge Ge­schäft mit Bio­pro­duk­ten, Des­serts und Zie­gen­kä­se aus. Denn das Stamm­ge­schäft mit den klas­si­schen Mol­ke­rei­pro­duk­ten bie­tet we­nig ro­si­ge Aus­sich­ten.

Go West

2016 hat Em­mi un­ter an­de­rem 60% von Bet­ti­ne­hoeve aus den Nie­der­lan­den und die Cow­girl Crea­me­ry in den USA ge­kauft. Bet­ti­ne­hoeve ist füh­ren­der An­bie­ter von Zie­gen­milch­pro­duk­ten in Hol­land und laut Rie­de­ner ein «wich­ti­ger Baustein». Cow­girl Crea­me­ry fo­kus­siert auf Bio­milch­pro­duk­te. Der Um­satz­an­teil des Aus­land­ge­schäfts hat sich in den letz­ten zehn Jah­ren ver­dop­pelt. 2016 setz­te Em­mi 47% aus­ser­halb der Schweiz um. Oh­ne das in­ter­na­tio­na­le Ge­schäft hät­te sie im ver­gan­ge­nen Jahr kein Re­kord­er­geb­nis er­zielt.

In der Schweiz sank der Um­satz or­ga­nisch 2,9%. Em­mi litt un­ter den nied­ri­gen Milch­prei­sen. In Eu­ro­pa stieg der Um­satz ak­qui­si­ti­ons­ge­trie­ben 6,5%. Or­ga­nisch sank der Ab­satz we­gen Ein­bus­sen im Des­sert­ge­schäft in Gross­bri­tan­ni­en. Er­freu­lich ist das Er­geb­nis in der Re­gi­on Ame­ri­cas, zu der Em­mi auch Chi­le, Spa­ni­en, Frank­reich und Tu­ne­si­en zählt. Der Um­satz wuchs 8,5%. Or­ga­nisch be­trug die Zu­nah­me 2,8%. «Der Ex­port von Kä­se in die USA ist 5% ge­stie­gen», führt der CEO aus, «der­je­ni­ge von Kalt­bach gar 20%.»

Teu­re Ti­tel

2017 soll der Um­satz in Ame­ri­cas or­ga­nisch 3 bis 5% und der­je­ni­ge in Eu­ro­pa 0 bis 2% wach­sen. Mit­tel­fris­tig soll es noch ein Pro­zent­punkt mehr sein. In der Schweiz rech­net Em­mi mit ei­nem Rück­gang von bis 2%. Die Pro­gno­sen sind wie ge­wohnt kon­ser­va­tiv. Der Be­triebs­ge­winn auf Stu­fe Ebit wird 2017 zwi­schen 195 und 205 Mio. Fr. er­war­tet, die Ge­winn­mar­ge zwi­schen 4 und 4,5%.

We­gen des gu­ten Er­geb­nis­ses 2016 soll die Di­vi­den­de 20% auf 5.90 Fr. je Ak­tie er­höht wer­den. Das ent­spricht der Mit­te des Ziel­ban­des für die Ge­winn­aus­schüt­tung von 20 bis 25%. Mit ei­ner Ren­di­te von 0,9% ver­lei­ten die Ti­tel nicht zum Kauf. Auch die Be­wer­tung ist kein Kauf­ar­gu­ment. Em­mi sind mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 23 his­to­ri­schen ge­se­hen teu­er. Zu­dem gibt es güns­ti­ge­re Al­ter­na­ti­ven. Nest­lé kommt auf ein KGV von 22.

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